Von der kleinen Farm in Tamarino fuhren wir über Straßen mit kleineren und dann größeren Löchern weiter.

Der Wind half uns, weiter nach Süden zu kommen. Später ging es auf eine größere Straße, auf der aber wenig los war. Und dann ging es eine ganze Weile lang an einem Bach entlang durch einen Wald, was sehr schön war! Die Vegetation am Wegrand war so bunt und vielfältig und es ging ziemlich flach am Bach entlang.

Zum Ende des Tages kamen wir mal wieder an einer Quelle vorbei, wo wir unsere Wasserflaschen (wir haben im Moment Platz für 4-5 Liter pro Person) auffüllen konnten.

Dann ging es noch einige kleine Hügel hinauf, bis wir in unserem heutigen Zieldorf Studena ankamen. Dort hatten wir über warmshowers ein Haus gefunden. Die Besitzerin ist gerade für die Arbeit im Ausland, hat uns aber in einem PDF erklärt, wie wir in ihr Haus kommen, wie wir das Wasser anstellen können und alles andere. Das Häuschen liegt wirklich idyllisch am Rande des Dorfes und ist richtig schön gemütlich eingerichtet. Da die Besitzerin uns schrieb, wir dürfen so lange bleiben, wie wir wollen, blieben wir zwei Nächte dort und erledigten ein bisschen Gartenarbeit als Dank. Das hat uns sehr gefreut, ihr etwas geben zu können und die Hände wieder in der Erde zu haben 🙂

Mit einem etwas schweren Herzen verließen wir am zweiten Morgen das Haus wieder und fuhren weiter den Hügel hinauf.

Für heute hatten wir uns vorgenommen, zwei Grenzen zu passieren. Zuerst von Bulgarien nach Griechenland und dann von Griechenland in die Türkei!
So genossen wir unsere letzten Kilometer in Bulgarien und versuchten, unsere letzten bulgarischen Leva auszugeben, Kekse und Nüsse kann man ja nie genug haben, die werden auch wieder weniger…

An der bulgarisch-griechischen Grenze hielt uns ein Mensch von der Military Police auf, wir sollten noch warten, denn es fand ein Militärtransport statt… Den warteten wir für ca. 50, nicht 5 Minuten, wie er gesagt hatte, ab, und konnten dann friedlich nach Griechenland einreisen.
Wir wollten einfach mal in Griechenland gewesen sein und es hat uns dort gefallen! Der Holunder duftete neben den Wegen und wir nahmen mal die große Straße und mal auch den kleinen Feldweg.


Als wir fast in Kastanies, der Grenzstadt zur Türkei angekommen waren, sahen wir, dass die Brücke dorthin irgendwann mal teilweise vom Fluss mitgerissen wurde und nicht passierbar war. Na toll, also fuhren wir ein paar Kilometer extra, um auf der großen Straße nach Kastanies zu kommen. In der Stadt dachten wir, wir könnten dort etwas essen, aber leider war um 15:30 Uhr dort nichts los, also fuhren wir weiter und hinter dem nächsten leeren Cafe war schon die Grenze in die Türkei und wir dachten: Was soll’s? Dann fahren wir halt weiter.
Der Grenzübergang in die Türkei war ziemlich neu und groß. Nachdem wir gefragt wurden, was wir so dabei haben, und Zelt, Schlafsäcken und Klamotten sagten, konnten wir in die Türkei einreisen.
Willkommen in der Türkei!
Das fühlt sich irgendwie besonders an, in so ein großes Land einzureisen, das doch gefühlt so weit weg von Deutschland ist, aber in 2 Monaten mit dem Fahrrad erreicht werden kann 🙂
Wir werden in der Türkei bestimmt noch ein bisschen bleiben, andere Radreisende treffen und mit ihnen Pläne und Wege überlegen, wie man weiter in Richtung Osten radeln kann…
Wir hatten das Vergnügen, in Edirne, der Stadt hinter der Grenze, bei einem netten Host unterkommen zu können. Er sagte uns, dass er am Abend noch einen warmshowers-Gast erwarte. Wir hatten noch Zeit, kurz in die Stadt zu gehen und abends kam ein Belgier mit seinem Rad an. Wir hatten einen gesprächsreichen Abend, der etwas länger ging.
Am 24.5.23 fuhren wir also morgens erstmal aus Edirne raus und dann auf der zweispurigen Straße mit breitem Randstreifen bis zu unserem nächsten Highlight: die cycling Academy in Lüleburgaz, ca. 75 Kilometer von Edirne entfernt. Die Straße war für Karin, vielleicht auch wegen wenig Schlaf und vielleicht zu wenig Abendessen, vielleicht die anstrengendste Strecke bis jetzt. Der Gegenwind war nicht wirklich förderlich.




Wir fanden aber einen schönen Platz, um Pause zu machen.

Dann ging es mit neuer Energie weiter bis zur cycling Academy, was ein wirklich großartiger Ort ist. Hier kann man sich Fahrräder ausleihen, Fahrrad fahren lernen und einfach mal verschiedene Fahrräder ausprobieren. Außerdem wird hier jede/r Radfahrer*in aufgenommen und kann hier übernachten. Es gibt natürlich warme Duschen, Liegen, eine Küche, Werkzeug und viel mehr.
Dieser Ort wurde geschaffen, um Fahrradfahren zu fördern, also ein guter Ort!




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