Da es in unserer Unterkunft relativ kühl und dunkel war, schliefen wir etwas länger als gewöhnlich und frühstückten dann noch gemütlich, bis wir uns um ca. 10 Uhr wieder auf die Räder schwangen. Weiter ging es in Richtung Süden, wir konnten uns zwischen zwei verschiedenen Strecken entscheiden und wählten die mit den kleineren Straßen und nur kleinen Dörfern. Der Preis für die ruhigere Route war wie immer ein wenig mehr die Hügel hoch, das war es uns aber wert.


Wir fuhren relativ entspannt die ersten 30 Kilometer und machten dann Pause auf einer Bank an einer Schule. Der Unterricht war vorbei, wir konnten also niemanden mehr stören. Die Lehrerinnen dort bemerkten uns aber und brachten uns noch einen Kaffee und ein paar Bonbons. Eine der Lehrerinnen meinte, dass es noch viel regnen wird und fragte wo wir schlafen werden. Wir sagten, dass wir zelten möchten und sie meinte, wir sollen uns bei ihr melden, falls wir es uns anders überlegen. Während der Pause regnete es dann auch schonmal etwas und als die Sonne wieder rauskam, ging es weiter. Die Sonne blieb nur kurz und die Wolken, die sie verdeckten, waren leider bereit, den Nachmittag mit Sommerregen zu bereichern. So fuhren wir also durch den Regen – die Regenkleidung blieb eingepackt, es wäre viel zu warm gewesen und so stark war der Regen nicht. Es ging an einem See entlang immer hoch und runter durch eine malerische Gegend mit Bergen im Hintergrund, davor dem See und unserer kleinen Küstenstraße.

Nach ca. 60 Kilometern gab es eine seit der Antike genutzte Heilquelle mit warmem schwefelhaltigem Wasser, einem warmen Schlammbad und zwei kühleren Becken mit Salzwasser. Wir hatten gelesen, dass man dort auch campen kann und da wir das mit den heißen Quellen eh anschauen wollten, fuhren wir hin. Der junge Mensch am Eingang sagte uns, dass er keine Ahnung vom Campen dort hat, das sollen wir mit anderen Leuten drinnen besprechen, nach etwas hin und her durften wir dann ohne den Eintritt zu zahlen rein und mit der Leitung sprechen. Campen war kein Problem, es standen an verschiedenen Stellen auch schon Wohnmobile. Der Leiter bot uns dann noch an, unser Lager in einem alten Bungalow aufzuschlagen, da wir ordentlich durchnässt waren und es noch immer regnete. Für das Campen haben wir natürlich bezahlt und langsam gewöhnen wir uns auch daran, dass man besser bei allem, wo man etwas mehr Geld bezahlt, verhandeln sollte. Wir gingen noch baden und starten etwas durch das Schlammbach, alles für die Gesundheit! Dann lernten wir unsere Nachbarn, zwei Paare im Rentenalter in den anderen Bungalows kennen, tranken mit ihnen Tee und verbrachten den Abend zusammen. Wir versuchten mal, uns ohne Übersetzer mit ihnen zu verständigen und wieder mal fällt uns auf, dass wir gerne mehr türkisch können würden… Sie fragten uns, ob wir Weihnachten oder Ramadan feiern, es dauerte etwas, bis wir das verstanden… Spät am Abend gingen wir sehr müde und wieder mal froh über die tollen Begegnungen ins Bett.

Den Tag 75 starteten wir relativ früh, wir frühstückten um 7 Uhr und fuhren um kurz nach 8 los. Nach knapp zehn Kilometern durch Zitrusplantagen kamen wir an einen Kanal, der den See, an dem wir übernachtet hatten, mit dem Meer verbindet. Den Kanal kann man an zwei Stellen mit der Fähre überqueren, an der Einfahrt zur ersten Fähre stand neben dem Hinweis auf diese auch Werbung für die andere 🙂 Wie immer relativ immun gegen Werbung ging es ab zur Fähre. Am Fluss angekommen konnten wir lesen, dass sie alle 15 Minuten fährt, sie war auf der anderen Seite, also machten wir es uns gemütlich und warteten.

Nach ca. 30 Minuten waren wir drüben und kamen direkt in ein kleines Touri-Städtchen, wir kauften neue Vorräte und machten etwas Pause im Park. Da wir von den vergangen Tagen relativ geschafft waren, überlegten wir uns, dass wir in Fethiye oder einer der danach kommenden Städte für zwei Nächte bleiben könnten, um uns etwas zu erholen. Das einzige Problem an dem Plan mit Fethiye war, dass es mittlerweile schon Mittag war und die Stadt laut Navi noch ca. 70 Kilometer und knapp 1000 Höhenmeter mit einigen Steigungen von knapp 10 Prozent entfernt war. Mist… die Strecken auf zwei Tage aufzuteilen, schien auch nicht so ganz richtig, also schoben wir die Entscheidung noch auf und fuhren weiter. Es ging wie erwartet immer wieder hoch und runter, es hatte selbstverständlich auch 30 Grad im Schatten und über dem Asphalt entsprechend mehr. Als wir 50 Kilometer und den höchsten der Hügel mit 430 Höhenmetern geschafft hatten, entschieden wir, dass es machbar ist, bis zum Hotel zu fahren und buchten und ein Zimmer.

Der Rest des Tages war mehr anstrengend als alles andere, wobei wir immer wieder mit einer wunderschönen Aussicht auf Buchten, Meer und hohe Berge im Hintergrund belohnt wurden.


Im Hotel angekommen ging es einmal kurz schwimmen und dann machten wir Abendbrot und es ging früh schlafen.
Tag 76: Ein Tag voller Erholung! Wir machten eine kurze Shoppingtour und kauften Schuhe für Simon, da seine alten nun entgültig ausgedient hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Wer weiß, ob es Originale oder sehr gute Fälschungen sind, der Preis war okay und der Tragekomfort erst einmal hoch. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Rumliegen, Blogbeiträgen, Routenplanung und Essen. Morgen soll es ja gut vorbereitet und vor allem ordentlich gestärkt weiter gehen.


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