(30) In Antalya und um Antalya herum

Am Montagmorgen bekamen wir Eier von den Hühnern, also unser Host Musti hat sie uns gegeben und wir konnten Rührei mit Gemüse am Zelt machen. Gut gestärkt ging es wieder mal einen Berg rauf, vorbei an steinigen Hängen und bewaldeten Hügeln.

Hier wurde die eine Fahrspur für Fahrzeuge gesperrt, aber mit dem Fahrrad konnte man doch drüber fahren

Zwischendrin machten wir immer wieder Pause und aßen Paprika und Tomaten und oben angekommen gab es Vesperbrot. Den Hügel runter war es schön, den kühlenden Fahrtwind zu spüren.

Wir hatten von einem Strand gelesen, an dem man einfach campen konnte und den steuerten wir an. Dort waren noch viele andere Camper mit Campern und Camper mit Zelt, vor allem Einheimische. Als wir uns nach einem guten Zeltplatz umschauten, zeigte ein junger Mann auf einen schönen Platz neben ihm und meinte: „This place is good!“ Also bauten wir unser Zelt an dem fast ebenen Ort auf und gingen direkt mal baden 🙂 Dieser Zeltnachbar schenkte uns später noch Fertigessen (perfekt zum Campen) und zwei Nescafé-Päckchen, die hier in der Türkei sehr beliebt sind. Er sagte auch, dass wir, wenn wir etwas brauchen, es ihm gerne sagen sollten und er würde uns helfen. Wir hatten ja aber alles dabei, kochten abends unseren Bulgur und gingen schnell schlafen, bevor uns die Mücken noch mehr stechen konnten…

Camping am Meer

Am nächsten Morgen bekamen wir von einer benachbarten Camper-Familie Çay aus ihrem Camping-Çay-Kocher. Leider haben wir vergessen, ein Bild davon zu machen, aber wir werden noch eins davon machen können. Wir konnten uns nicht so richtig entscheiden, ob und wo und wie lange wir in Antalya (das noch 60 Kilometer entfernt war) bleiben wollten. Da wir verschiedene Menschen angeschrieben hatten, ob sie uns beherbergen wollten, aber noch keine Antwort bekommen hatten, wollten wir ihnen noch ein bisschen Zeit geben und entschieden uns, noch einen Tag und eine Nacht hier direkt am Meer mit den netten Nachbarn zu bleiben. Wir tauschten Bremsbeläge und die Ketten an den Fahrrädern und gingen immer wieder im Meer baden.

Das Fahrrad kriegt mal wieder etwas Liebe

Mittags fuhr Simon mit dem netten Nachbarn zum nächsten Läden und kaufte eine Wassermelone, um sie mit den Nachbarn zu teilen oder zur Not 😉 selbst zu essen. Es klappte beides. Wir bekamen auch noch Nudeln mit Ketchup von der Nachbarsfamilie und konnten uns dann mit Wassermelone revanchieren. Ein sehr entspannter Tag UND wichtig für die Fahrräder 🙂

Am nächsten Morgen wurden wir wieder vom warmen Zelt geweckt, kühlten uns erstmal im Meer ab, frühstückten, bevor die meisten anderen überhaupt wach waren, packten alles zusammen und radelten los nach Antalya. Wir hatten wirklich keinen Host gefunden. Wir hatten Jongleur*innen in Antalya angeschrieben, jedoch sind einige junge Menschen wohl auf dem Weg oder schon im Ausland, weil sie nicht mehr in der Türkei leben möchten.

Auf der Straße nach Antalya trafen wir einen jungen türkischen Radfahrer, Hassan, der mit dem Rad eine Reise nach Balıkesir zu seiner Familie macht. Unsere Straße führte durch drei Tunnel, die wieder Fahrradwarnsystem hatten und wir wurden tatsächlich gut umfahren von den Kraftfahrzeugführer*innen.

Simon holt aus, um den Knopf für die Leuchten für das Fahrradwarnsystem zu drücken

In die Großstadt Antalya hinein ging es mit den Fahrrädern erstaunlich gut, wir hatten leichten Rückenwind, unseren Seitenstreifen auf der Straße und nun auch einen Plan, wo wir hinwollten. Wir hatten uns ein kleines Zimmer in einem kleinen Hotel mitten im Basar ausgesucht, was richtig schön war, weil uns die Händler wieder bestaunten, wie wir mit unseren voll-gepackten Rädern durch die Gassen liefen.

Die Fahrräder und wir im Basar

Dann blieb noch etwas Zeit, die Innenstadt anzuschauen und wir konnten auf der Terrasse im Hinterhof kochen :-). Abends hatten wir Musik von der Bar in der Nähe bis wir einschliefen.

Am 20.6.2023 ging es in der Innenstadt von Antalya los, es ist ein schönes Gefühl morgens die gepackten Fahrräder durch den leeren Touribasar zu schieben. Als wir den Basar verlassen hatten, kamen wir auf einen gut ausgebauten Fahrradweg, dem wir entlang der Küste Parks und Hotels folgten.

Der Fahrradweg am Meer entlang gefiel uns gut
Unterwegs schauten wir uns noch diesen Wasserfall an

Nach einigen Kilometern ging es auf eine größere Straße mit richtig gutem Asphalt, immer weiter entlang von Hotels, die immer größer wurden. Wir waren im Himmel des schimmernden All-inclusive Tourismus angekommen.

Nur eins der Hotels hier

Die Hotelburgen befanden sich meist abseits der Stadt, dann nur noch auf einer Seite der Straße, auf der anderen gab es Läden mal mit Gürteln und Taschen, mal Strandspielzeug und Klamotten und dann immer wieder ein Imbiss. Richtig weit draußen gab es dann irgendwann wieder Landwirtschaft und „normale“ Dörfer. Dort machten wir dann eine kleine Pause, um uns im Schatten von den 35 Grad, die es mittlerweile hatte, bei kühlen Getränken und einem Mittagssnack zu erholen.

Und immer wieder Bananen…

Weiter ging es mal auf der Hauptstraße, mal auf einer Schotterpiste immer weiter Richtung Osten bis wir nach einem relativ entspannten Tag den Ort Side – wieder ein Touristenzentrum – erreichten. Hier machen wir jetzt 3 Nächte Pause, um uns etwas asuzuruhen und für den Weg auf die Hochebene zu stärken.

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