Wir verlängerten unsere zwei Nächte auf drei Nächte im Hotel, weil es uns dort so gut gefiel, wir noch etwas Erholung brauchen konnten und uns noch etwas Zeit zum Erkunden von Kappadokien nahmen.


Am Mittwoch, dem 5.7.23 ging es dann aber wirklich nach dem Frühstück los. Wir wollten die Gegend noch ein bisschen mit dem Fahrrad erkunden und einen schönen Schlafplatz finden, um am nächsten Morgen die berühmten Heißluftballons über Kappadokien selbst zu sehen. Wir fuhren einige Sandpisten hin, her, runter und wieder rauf und fanden das viel anstrengender als einfach mit dem Rad viele Kilometer auf der Straße zu fahren.

Daher fuhren wir schon um die Mittagszeit zu einem Ort, der uns als guter Aussicht dort über das „Red valley“, wo die Heißluftballons fliegen, empfohlen wurde. Um über die Straße dorthin zu kommen, mussten Autos, Busse und Motorräder Eintritt bezahlen. Wir mit unseren Fahrrädern durften einfach durch fahren. Am Aussichtwort gab es Stände mit Souvenirs, frischen und getrockneten Früchten, kleine Restaurants/ Cafés/ Bars, aber auch Bänke mit Tischen. Wir beschlossen, uns erstmal an einen dieser Tische zu setzen und zu sehen, was so passieren würde.

Wir konnten erstmal vespern und den Menschen zusehen, die Bilder von sich vor der tollen Kulisse machten. Dann kam eine Österreicherin zu uns, die mit ihrem Wohnmobil aus Spanien unterwegs war und erzählte, dass sie schon seit vielen Jahren hierherkommt und die Gegend in den letzten Jahren immer touristischer geworden ist. Aber es sind viel weniger asiatische Touristen… Dann befragte uns eine deutsch-türkische Familie, ob es nicht total schwer ist, mit dem Fahrrad zu reisen. Aber wir sagen immer wieder, dass es uns nicht schwer fällt. Wir fahren jeden Tag einfach so lange, wie wir wollen und machen Pausen, wenn wir Lust darauf haben. Und nur so können wir die Menschen so kennen lernen. Diese Familie zog weiter, um noch Fotos zu machen, da setzte sich ein junger Mann (23) zu uns, der gerne deutsch mit uns sprechen wollte. Er hat sich deutsch selbst beigebracht und wird im September in Bad Wurzach ( Baden-Württemberg) eine Ausbildung zum Hotelfachmann beginnen. Er kann wirklich schön sehr gut deutsch, aber er wollte noch ein bisschen mit uns für sein Visumsgespräch üben. Ich habe ihn noch vorgewarnt, dass es sein kann, dass er in Bad Wurzach erstmal nicht alles versteht, weil man da schwäbisch schwätzt… Es wurde bald ein philosophisches Gespräch, denn er wollte für sich herausfinden, was sein Ziel in seinem Leben sein könnte. Dafür hatte er ein paar Fragen vorbereitet und wollte Menschen dazu befragen. „Was ist Erfolg für dich? Bist du zufrieden mit deinem Leben? Was braucht es, damit du glücklich bist?“ Wir redeten also eine Weile, inzwischen kamen immer mehr Menschen an, die den Sonnenuntergang von hier oben aus beobachten wollten und die ganze Straße war voll mit parkenden Autos.

Wir fanden den Sonnenuntergang nicht so besonders, vielleicht, weil wir die Sonne gerade fast jeden Tag neben dem Zelt untergehen sehen… So ging dieser Tag auch irgendwie schnell vorbei durch die Unterhaltung mit oder durch andere/n Menschen.

Nach dem Sonnenuntergang fuhren die meisten Besucher wieder weg. Wir wollten hier unsere Isomatten und unsere Schlafsäcke ausbreiten, um am nächsten Morgen ganz vorne dabei zu sein, wenn die Heißluftballons steigen werden. Also stellen wir unseren Wecker auf halb Vier und legten uns zwischen ein paar Bäume schlafen. Leider fanden andere Menschen diesen Platz auch schön, und so war gefühlt die ganze Nacht etwas um unseren Schlafplatz herum los. Immer wieder kamen Leute, um laut zu reden, an uns vorbei durch den Kies zu gehen oder es fuhren Autos auf der Straße bis ganz vorne, um wieder umzudrehen und wegzufahren. Also wir waren wohl selbst Schuld und hatten uns einen zu belebten Schlafplatz gesucht.
Um halb 4 standen wir also richtig motiviert 😉 auf, packten alles zusammen und schauten gespannt auf das noch dunkle Tal, aus dem sich die Heißluftballons bald erheben sollten. Wir hörten schon die Ventilatoren, die die Heißluftballons aufpustete. Und tatsächlich schien es im Halbdunkel so, als würden sich neue Berge zwischen den Bergen erheben.
Es kamen auch aus Autos, Taxis, Wohnmobilen und anderen Zelten Menschen, die dieses Spektakel heute erleben wollten. Die nächste Stunde wird hier mit Bildern dokumentiert…




Dann bekamen wir Hunger und frühstückten mit Blick auf die Ballons und waren ungefähr um 6 Uhr bereit, loszufahren. Da war es noch herrlich kühl bei ca. 17 Grad. Wir fuhren vielen Kleinbussen und Jeeps entgegen, die die Menschen, die Körbe und die Heißluftballons selbst wieder zurück fuhren.


Für uns ging es dann raus aus dieser touristischen Gegend weiter in Richtung Norden, wo die Landschaft immer mehr von Getreidefeldern geprägt war. In dieser landwirtschaftlichen Gegend fühlten wir uns gleich fast noch wohler.

Wir fuhren durch die Hügel und auf die Hügel und nahmen extra einen Hügel mit, um in einem Dorf Çay zu trinken. Am Ausgang dieses Dorfes war eine Tankstelle, wo ein Hund auf uns gewartet zu haben scheint, denn er lief von dort aus über 4 km mit uns mit. Immer wenn Autos kamen, lief er neben die Straße ins Gebüsch. Bergab waren wir schneller als er, aber bergauf holte er uns immer wieder ein.

An zwei Quellen machten wir extra eine Pause, damit er trinken konnte. Die Menschen füttern hier Straßenhunde, deshalb dachten wir, dass es schlau wäre, als Straßenhund an Quellen zu verweilen, wo es Wasser gibt und immer wieder Menschen vorbeikommen, die sie füttern. Und tatsächlich war der Hund nach dem zweiten Stopp an einer Quelle nicht mehr hinter uns, vielleicht hat er auch den Rückweg in sein Dorf angetreten… In einem Dorf, das ziemlich zersiedelt war und uns an die Stadt Löhne erinnert hat, fanden wir wieder mal Bänke mit Tischen in einem kleinen parkähnlichen Areal, wo wir zu Mittag gegessen haben und erstmal nen kleinen Mittagschlaf machten. Der Wecker war nicht sehr beliebt, trotzdem fuhren wir frisch und gestärkt weiter, denn es ging die nächsten Kilometer leicht bergab und dann vor allem flach weiter. In der Stadt Kozaklı machten wir noch eine Pause, bevor wir dann kurz dahinter einen Zeltplatz in einem Gedenkwald für einen Gouverneur fanden und früh schlafen gingen


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