Schweren Herzens verabschiedeten wir uns am Samstag, dem 15.7. morgens von Nesrin, weil wir eine wunderschöne Zeit bei ihr in Samsun hatten. Aber wir wollen ja weiter die Welt erkunden, also fuhren wir los auf dem Fahrradweg am Strand in Samsun entlang nach Osten.


Dann hörte der Fahrradweg natürlich auf einmal auf…

… und wir durften wieder auf der großen Straße mit vielen LKWs, auch aus Kasachstan und Aserbaidschan fahren. Denn dies ist wohl DIE Hauptverkehrsstraßen in diese Richtung.

Zwischendrin konnten wir mal abbiegen und durch Dörfer und Felder fahren.

Hier ist die Agrarlandschaft wieder mal ganz anders: Wir sahen viele Haselnussplantagen, an einer erkannten wir ein „Ferrero“-Schild, einige Reisfelder und einige Kakibäume, aber die sind noch lange nicht reif.
Dann ging es wieder auf die zum Glück sehr flache Hauptstraße. In einer Stadt wollten wir Pause machen, da wurden wir von der Straße von drei Männern zu Tee, Köftebrot und Ayran eingeladen. Einer der Männer ist vor kurzem mit dem Motorrad bis nach Deutschland und wieder zurück über den Balkan gefahren und hat uns Fotos gezeigt. Wir waren uns einig, dass man beim Reisen seinen Horizont erweitert. So hatten wir also schon Pause gemacht, waren gestärkt und konnten weiter radeln bis zum erwähnten Campingplatz hinter der Stadt Terme. Wieder mal konnten wir die türkische Campingkultur erfahren. Wir sahen viele Camping-Çaykocher natürlich, viele Camper, noch mehr Autos, Hängematten, Planen unter und auch über den Zelten. Wir haben sogar Schränke und eine mobile Waschmaschine gesehen! Und dazwischen wir mit unserem kleinen Zelt und den zwei Fahrrädern daneben und vollkommen glücklich, weil wir auch alles dabei haben!

Es war ziemlich viel los, weil es ja Samstag war und viele gerne am Wochenende hierherkommen. Wir wurden abends noch zum Tee zu einer Familie eingeladen und tauschten uns noch ein bisschen übers Reisen und Leben in Deutschland und der Türkei aus.
Am Sonntag, den 16.7.23 wollten wir eigentlich auf dem Campingplatz frühstücken, merkten dann aber, dass unser Brot, das wir am Tag vorher im Supermarkt gekauft hatten, voller kleiner Ameisen war. Dann bauten wir doch schnell unser Zelt ab und fuhren weiter zum nächsten Bäcker, wo wir frisches, duftendes Brot bekamen.

Dieses aßen wir dann bei leichtem Regen in einem Park in einer der nächsten Städte, Fatsa. Nach dieser Stärkung entschieden wir uns, nicht die Hauptstraße durch den Tunnel zu nehmen, sondern eine kleinere Straße mit mehr Auf und Ab an der Küste mit schöneren Ausblicken zu nehmen.


Auf einer kleinen Halbinsel steht ein Leuchtturm und wir hatten gelesen, dass man dort einfach sein Zelt aufbauen kann. Also wollten wir ein bisschen warten, bis weniger Menschen da sind, die sich den Leuchtturm und die Kirche ansehen. Dann wollten wir doch mal fragen, wie das mit dem Zelten ist. Der Besitzer des Restaurants meinte, wir könnten für umgerechnet 17 Euro unser Zelt hinter dem Klowagen auf die Wiese stellen. Darauf verzichteten wir aber und fuhren 3 km weiter zu einem Campingplatz, wo wir für ca. 9 Euro einen schönen Platz im Schatten bekamen. Gleich als wir ankamen, wurden wir von unseren „Nachbarn“, die aber nur tagsüber für ein Picknick dort waren, angesprochen. Es war eine Männergruppe aus dem Irak, die heute mal ohne ihre Familie an den Strand gefahren ist. Aber sie vermissten ihre Familien schon. Die Familien waren in einer nahegelegenen Stadt. Wir durften unser Essen gar nicht anfangen zu kochen, da sie viel zu viel gegrillt hatten und uns zwei komplette Mahlzeiten gaben. Danach gab es noch irakischen Tee und dann wollten sie auch wieder nach Hause zu ihren Familien. Wir schliefen wieder mit dem Meeresrauschen ein.


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