(40) Campingplätze am Schwarzen Meer 2

Auf diesem Campingplatz konnten wir im Schatten ausschlafen – das erste Mal seit Langem! Das genossen wir sehr und frühstüchten dann auch erstmal noch gemütlich mit Meerblick. Als wir ein Stück gefahren waren und eine kurze Pause an einer Tankstelle machten, wurden wir von einer Familie auf einem Balkon nebenan auf deutsch angesprochen und zu einem Tee in die Wohnung eingeladen. Da war ein wahrscheinlich 6-jähriges Mädchen, das uns sehr interessiert Fragen zu unserer Reise stellte: „Sind die Fahrräder nicht schwer? Fahrt ihr um die ganze Welt? Und was esst ihr dann in China? Schmeckt euch das Essen hier? Vermisst ihr Deutschland? Wenn ich groß bin, mach ich das auch, ganz alleine!“ Wir bekamen auch noch ein Frühstück serviert, weil wir ja Kraft für die Fahrt brauchen, das war total lieb! Zwei Stunden später fuhren wir weiter.

Das war noch auf der kleinen Küstenstraße

Bald kamen wir in die Stadt Ordu, wo die Straße wieder auf die große Straße führte. Dort wollten wir auch mal noch türkischen Kuchen probieren, bevor wir bald das Land verlassen werden. Die Stadt war uns viel zu voll, also fuhren wir ziemlich schnell wieder raus. Kurz hinter der Stadt gibt es einen ziemlich neuen Park – der Schokoladenpark, wo campen mit dem Zelt 3 Euro kostet, das ist doch gut – auch wenn die Bäume, die mal Schatten spenden werden, noch nicht so groß sind…

Unten Kiwis und am Hang Haselnüsse, wovon es hier in der Gegend viele gibt

Am 18.7.23 ging es morgens früh los, da wir von der Sonne geweckt wurden, und es im Zelt wie erwartet schnell zu warm wurde. Um halb sieben Sieben war es soweit, wir packten so schnell wir konnten unsere Sachen zusammen und gingen in den Schatten einer Tribüne, um dort zu frühstücken. Dann ging es immer weiter die Küste entlang. Auf einer Seite die Hänge der Berge, mit saftig grünen Haselnusssträuchern bepflanzt und auf der anderen Seite das Meer.

Immer wieder kamen wir durch kleinere und mittlere Ortschaften, dort machten wir dann immer wieder kleine Pausen. Am frühen Abend, als wir uns gerade vorgenommen hatten, noch Wasser zu holen und dann nach ein Schlafplatz zu schauen, trafen wir am Dorfladen jemanden deutschsprachigen und uns wurde erklärt, dass der Strand dort nebenan super zum Campen ist. Wir gingen also zum Strand, dort waren viele Menschen, einige picknickten unter den nachgelagerten Bäumen, der Rest vorne am Wasser.

Çay und Sonnenblumenkerne – das typisch türkische Abendprogramm am Meer

Neben einem Platz, der uns gut gefiel, standen schon zwei Zelte, wir fragten eine Frau dort, ob wir an diesem Strand einfach unser Zelt aufschlagen können. Sie sagte, das sei kein Problem, und zeigte uns nochmal den Platz, den wir uns auch schon „ausgesucht“ hatten. Perfekt, wir machten es uns im Schatten gemütlich und warteten, dass die anderen Menschen nach Hause gehen, um weniger Aufsehen mit unserem Zelt zu erwecken. Ein Nachbar kam vorbei, brachte uns eine Gurke und bestand darauf, Simon seinen Garten zu zeigen. Ein schöner kleiner Obst- und Gemüsegarten, Simon kam mit Erdbeeren, Äpfeln und Haselnüssen zurück. In der Zwischenzeit kamen noch zwei Reiseradelnde aus Russland, die von jemandem den Tipp bekommen hatten, dort zu zelten. Wir unterhielten uns und dann kam auch noch der unbekannte Tipp-Geber dazu, er war mit dem Motorrad schon auf mindestens drei Kontinenten unterwegs. Am Abend wurde das Zelt schnell aufgebaut und wir kochten unser Abendessen. Bei den anderen gab es Tomaten mit Mayonnaise. Danach saßen wir noch lange zusammen und sprachen über das Reisen und die Länder, aus denen wir kommen.

Der Blick am Morgen aus dem Zelt

Der Morgen des 19.7. verlief, was die Temperaturen und die Sonne betrifft, genau wie der vorherige. Alles schnell einpacken, im Schatten frühstücken und los, weiter in Richtung Osten. Wir hatten mal wieder so etwas wie ein Tagesziel, da wir uns für den 20.7. eine Übernachtung in Rize organisiert hatten und am 19. mindestens bis nach Trabzon kommen wollten. Die Straße nach Trabzon war weiterhin sehr gut, das Panorama weiterhin bestimmt durch die grünen Berge zu unserer rechten und das blaue Meer zu unserer Linken. Hinzufügen muss man noch die Straße zwischen uns und dem Meer. Diese „unsere“ Straße wurde auf dem Weg in Richtung Stadt etwas größer und umfasste dann bald drei Fahrspuren pro Richtung.

Wir schlängeln uns durch…
Was für eine prachtvolle Moschee!

In der Mitte gab es zusätzlich zu der obligatorischen Leitplanke oft noch einen Zaun, der vermutlich Menschen davon abhalten soll, die Straße abseits der dafür vorgesehenen Brücken und Unterführungen zu queren. Wir hatten Glück und außerorts meistens einen Seitenstreifen, innerorts wurde die rechte Spur dann zum Parkplatz bzw. zum Parkplatz in zweiter Reihe umfunktioniert, wir fanden aber gut durch die Orte. Wenn die Berge mal bis zum Meer gingen, wurden konsequent Tunnel hindurch gebaut (meistens unter einem Kilometer Länge) und wir konnten mit wenig Aufwand vorwärts kommen.

Nachmittags machten wir eine Pause an der neu angelegten Promenade von Trabzon und am Ortsausgang fanden wir einen schönen Campingplatz zwischen all den großen Hotels. Dort konnten wir unser Zelt unter den Haselnusssträuchern aufschlagen im Gemeinschaftsbereich mit Blick auf das Schwarze Meer kochen und Abendessen.

Auf dem Campingplatz kann man auch in einem Caravan schlafen, oder halt im eigenen Zelt

Zwischendurch kam auch mal ein startendes Flugzeug vorbei, da der Platz keine 500 Meter hinter dem Zaun der Startbahn liegt. Nachts fliegen aber keine Flugzeuge und wir konnten uns super erholen.

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