Den 23.7.23 verbrachten wir in Batumi, vor allem mit ausruhen, da wir uns schon am Samstagabend die Stadt etwas angeschaut hatten, inklusive Händler und Diabolo-Show.
Am 24.07. frühstücken wir also noch gemütlich in unserem Hotelzimmer, danach packten wir alles zusammen und machten uns auf den Weg raus aus Batumi, etwas am Meer entlang und dann rein ins Landesinnere von Georgien. Der Weg aus der Stadt heraus war einfach, es gab nur eine Straße und die haben wir für die nächsten 30 Kilometer genommen. Dann kam die Stadt Kobuleti, dort haben wir uns an die Promenade gesetzt und noch ein letztes Mal am Schwarzen Meer Pause gemacht.

Ein bisschen wehmütig ging es dann weiter in Richtung Nordost. Nach nur 10 Minuten fing es dann an, richtig ordentlich zu regnen. Das hatten wir schon länger nicht mehr. Wir zogen also unsere Regenjacken an und fuhren weiter. Die Regenhosen wären uns zu warm gewesen, die haben wir in der Tasche gelassen. Zwischendurch wurde der Regen stärker, wir hatten aber Glück und konnten in einem Unterstand mit einer Bank verweilen, bis der Regen aufhörte. Weiter ging es immer wieder hoch und runter durch eine unglaublich grüne Landschaft.

An den Hängen waren meist Haselnussplantagen, am Straßenrand häufig Kakibäume oder Eukalyptus, und in den Gärten eigentlich immer Wein und Mais. Die Luftfeuchtigkeit muss hier häufig sehr hoch sein, denn annähernd alle Bäume waren mit Moos bewachsen und viele Feigen hatten mit Pilzbefall zu kämpfen. Die älteren Bäume am Straßenrand waren zudem mit Efeu und anderen Rankpflanzen bewuchert. Überall war es grün, feucht und zwischendrin liefen meist Kühe. Aber auch die obligatorischen Hühner, Hunde und Katzen waren häufig mit dabei.

Kurz bevor wir einen Schlafplatz hinter einer hohen Brombeerhecke fanden, trafen wir zusätzlich noch ein Schwein (nicht Wildschwein), das am Straßenrand auf Futtersuche war.

Am erwähnten Schlafplatz bauten wir schnell das Zelt auf und aßen auch schon früh, damit wir den Mücken hier entfliehen können, die sind bekanntlich in der Dämmerung am aktivsten.
Am 25.07. wurden wir endlich mal wieder von der Sonne geweckt, wir bauten unser Zelt ab und starteten, um beim nächsten Laden ein Brot für das Frühstück zu kaufen. Mitten im Nichts fanden wir einen kleinen Laden, im Nachbarraum wohnte vermutlich die Besitzerin. Als wir unser Brot dann hatten, konnten wir direkt gegenüber an einer Bushaltestelle Schatten finden und frühstücken. Weiter ging es landeinwärts, meist an einem kleinen Fluss entlang. Irgendwann kamen wir leider wieder auf die Hauptstraße, dort war richtig viel Verkehr. Die gute Seite der Hauptstraße ist, dass es so etwas wie Raststätten gibt. Eigentlich waren es ein kleiner Kiosk und ein „Fast Food“ Laden. Fastfood ist hier jedoch eine ganz eigene Sache und die Teiglinge, in denen meist Käse oder Bohnen eingebacken sind, gehören fest zu der georgischen Kultur. Wir holten uns auch einen mit Käse und einen mit Bohnen und machten Mittagspause. Kurz nach der Raststätte ging es weg von der großen Straße und weiter durch kleine Dörfer, wir konnten sogar häufig nebeneinander fahren, richtig gut! Kurz vor den nächsten Hügeln gab es eine heiße Quelle mit schwefeligem Wasser, die haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Dort trafen wir noch zwei junge Pärchen aus Polen, die sich, so wie wir auch überlegt hatten, dort zu zelten. Wir fanden einen guten Platz, um drei Zelte aufzubauen und noch ein kleines Lagerfeuer zu machen. Dort ließen wir den Abend gemütlich mit unseren neuen Bekannten ausklingen.


Am nächsten Morgen wachten wir gemütlich in unserem kleinen Zeltdorf auf, die anderen regten sich auch so langsam. Wir frühstückten, verabschiedeten uns von den anderen und fuhren weiter in Richtung Tbilisi/Tiflis, der Hauptstadt Georgiens.
Zuerst verlief unsere Straße flach und ruhig. Dann ging es mehrere Hügel mit teilweise bis zu 12% Steigung hinauf und auch ähnlich steil wieder hinab.

Dann kamen wir nach Zestaponi, wo wir wieder auf die große Straße fuhren. Ab da hatten wir viele Gelegenheiten, uns die georgischen Nummernschilder anzuschauen. Die haben nämlich nicht georgische, sondern lateinische Schriftzeichen, die folgendermaßen angeordnet sind: zwei Buchstaben – drei Zahlen – zwei Buchstaben. Und man darf sich alle Zeichen komplett frei aussuchen. Viele Autobesitzer*innen versuchen anscheinend, viele gleiche oder ähnliche Buchstaben auf ihren Schildern zu haben, aber ich glaube, 4 gleiche Buchstaben sind nicht erlaubt, daher XX – XK oder Ähnliches. Wir sahen auch ein Auto mit MA-RI fahren.

Diese volle Straße führte uns in ein langes Tal, durch das gerade eine größere Straße gebaut wird. Die neue Straße wird durch viele Tunnel und über viele Brücken führen. Wir fuhren an vielen Teilbaustellen vorbei.


Immer wieder gab es am Straßenrand Stände, an denen Pilze und Terracottagefäße verkauft wurden. Einer dieser Händler zeigte uns abends, dass wir in seinem Stand schlafen können. Das Angebot nahmen wir an. Leider kommen ja bekanntlich Abends die Mücken raus, daher bauten wir uns erstmal unser Moskitonetz auf und kochten Abendessen darunter. Später legten wir unsere Isomatten aus, verstauten unsere Fahrräder und die Taschen und legten uns schlafen. Kaum war es dunkel geworden, wurde die Straße, die gerade noch teilweise ruhig war, zur Haupt-LKW-Verkehrsstraße und es rollte ein LKW nach dem anderen an unserem Schlafplatz vorbei. Natürlich war direkt neben uns auch noch ein Loch oder ein Buckel in der Straße, sodass viele LKWs nochmal extra laut darüber polterten. Wir haben schon mal besser geschlafen…

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