Wir haben neue Mäntel
– für unsere Fahrräder, nicht für uns!
Die haben wir am 10.9.23 auf die Fahrräder gemacht, dann noch die Ketten getauscht (das machen wir ca. alle 3000 Kilometer, damit der Verschleiß an den jeweils zwei Ketten und den Ritzeln nicht so groß ist), das Kabel für das Rücklicht außen ans Schutzblech geklemmt, damit die nächste matschige Route kommen kann und die Bremsen überprüft und ein neues Paar Bremsklötze eingebaut. Dann haben wir noch Verpflegung für die nächsten Tage eingekauft, alles in die Radtaschen gepackt und uns dann einfach gefreut, dass es am nächsten Tag endlich wieder losgeht.
Am 11.9.23 ging es dann also los, wir versuchten, den Regen abzuwarten, aber er blieb länger, als wir bleiben wollten.



Raus aus Tiflis gab es nur eine ziemlich große Straße, aber uns machte das mal wieder nichts aus, wir sind einfach froh, wieder mit unseren Reiserädern unterwegs zu sein! Wir fliegen quasi dahin, vor allem natürlich, wenn es bergab geht 🙂


Es ist teilweise wieder ein neues Gefühl, auf dem Rad zu sitzen und teilweise, als hätten wir nie etwas Anderes gemacht. Aber wir müssen schon wieder in unsere Routine kommen. So haben wir zwar wie immer Tee in die Thermoskanne für die Mittagspause gemacht, den dann aber vergessen, auszupacken. Und wo war nochmal der Topf? Aber das wird am zweiten Tag schon wieder eingespielt sein…
Als es langsam Abend wurde, fanden wir eine schöne Apfelplantage hinter einem unbewohnten Haus und fanden das einen schönen Schlafplatz. Wir fragten einen Mann, der da gerade vorbeilief, ob es okay wäre, wenn wir unser Zelt hier aufbauten. Er meinte, dass es hier Schlangen gebe (er wusste nicht, wie gefährlich die seien) und er würde lieber in nem Hotel übernachten. Also fuhren wir halt weiter.
Etwas später kamen wir an einer Moschee vorbei und dachten: eine Moschee ist doch ein sicherer Ort, um zu übernachten, wenn man keine Herberge findet. Wir fragten einen Mann, der gerade vorbei lief, ob wir auf dem Gelände der Moschee zelten dürften. Er rief den Imam an und dieser stimmte zu. Wir kochten und aßen schonmal unser Abendessen. Um kurz vor 20 Uhr kam ein Mann, der uns erklärte, dass wir in der Moschee schlafen dürften, Simon auf der Seite, wo die Männer beten und Karin auf der Seite der Frauen (die beiden Teile waren nur durch einen Vorhang abgetrennt, die große runde Kuppel konnte von beiden Seiten gesehen werden).
Wir sollten nur noch warten, bis das Gebet vorbei ist. Kurz nach 20 Uhr kamen drei junge Männer mit dem Muhezzin-Ruf zum beten. Danach noch ein paar andere und dann war die Moschee leer. Wir packten unsere Sachen in den Vorraum der Moschee und gingen jede/r durch ihren/seinen Eingang in die Moschee und legten uns nahe an den Vorhang in unseren Schlafsack schlafen. Nachts kam noch ein Mann zum beten, aber wir hatten eine sehr ruhige und geborgene Nacht.
Morgens war es lustig zu erraten, wann der/die andere wach war. Einmal war es noch viel zu früh zum Aufstehen, als wir kurz beide wach waren. Dann drehten wir uns nochmal um und schliefen, bis Simon um halb 9 meinte, wir könnten jetzt mal aufstehen. Wir packten unsere Schlafsäcke ein und fuhren los.


Wir rollten fröhlich weiter auf den letzten Kilometern in Georgien, vorbei an Hügeln, Dörfern, Waschmittelständen…

Und dann kamen wir auch schon an die Grenze. Es war zum Glück wenig los und wir kamen schnell durch.

Am Eingang zu Armenien sollte jede/r von uns eine seiner Radtaschen aufmachen. Dann durften wir weiterfahren. In Armenien holten wir uns erstmal armenisches Geld (DRAM), dabei ist der 1000er der kleinste Schein, und eine SIMCard.
Wir fuhren einige Kilometer an einem Fluss entlang, an dem Obstplantagen wuchsen (vor allem Feigen und Kaki)


Nachmittags fing es an zu regnen und es wurde so ungemütlich, dass wir dann abends nass in ein bed & breakfast nahe der Straße am Fluss eincheckten und die Unterkunft im Trockenen genießen konnten!


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