Weiter ging es mit den Iran Visa in der Tasche. Erstmal aus der Stadt raus, was wir ja am liebsten fahren 😉

In der Stadt ging es zum Glück vor allem bergab, aber kaum aus der Stadt raus, konnten wir schon die (Müll-)berge sehen, durch die wir hochfahren sollten. Mitten im Anstieg hatte ein Fahrer eines Transporters Mitleid mit uns und lud uns ein, uns und unsere Fahrräder über den nächsten Hügel mitzunehmen. Wir waren ganz froh, vor allem als wir an den gigantischen Müllbergen mit entsprechendem Geruch vorbeirasten. Er nahm uns mit bis zu sich nach Hause im nächsten Dorf und zeigte uns erstmal seine Tiere im Hinterhof: Katzen, Kaninchen, Hühner, Enten, Schweine (noch kleine) und die Schafe hörten wir nur. Er lud uns auf Tee, Kuchen und frische Pistazien ein, diese pflückte er einfach vom Baum im Garten! Leider ist unser Russisch nicht gut genug, also wurde die Schwester, die in München lebt, angerufen. Kurz danach gab es auch schon Mittagsvesper, was wir natürlich nicht verpassen durften. Es gab Brot, eingelegtes Gemüse, Bohnen mit Ei, zweierlei Käse und wahrscheinlich selbst gemachte Wurst. Danach noch einen Fruchtsaft und wir bekamen noch Walnüsse und Pistazien mit. Er fuhr noch vor uns her bis zur Schnellstraßenauffahrt und dann fuhren wir weiter… Die Schnellstraße verlief ziemlich flach den Rest des Tages.
Die Traubenlese ist hier im vollen Gange, wir fuhren an vielen Traktoren mit Anhängern voll mit Trauben vorbei. An der Kelterei standen die Transporter und Traktoren Schlange. Ein Fahrer schenkte uns auch Trauben!
Abends suchten und fanden wir einen schönen Platz zum Zelten hinter einer kleinen Aprikosenplantage. Und uns fand auch ein noch junger Hund, der wahrscheinlich Gesellschaft suchte und jemanden zum Spielen. Das merkten wir schnell. Er wollte nicht mehr von unserer Seite weichen. Zelt aufbauen war eine spannende Sache! Zum Glück fand er es während wir kochten, unter dem Zelt sehr gemütlich, sonst wäre das Kochen schwierig geworden. Gegessen haben wir dann im Stehen und er schaute uns lange zu, bis wir ihm einen kleinen Rest des Essens gaben. Auch nachts wollte er natürlich nicht von uns weichen und suchte sich einen Platz auf der Plane im Vorzelt. Wir waren froh, dass wir wieder mal im Zelt schlafen konnten.

Morgens klingelte der Wecker um 7, der Hund wollte wohl auch nicht aufstehen, denn er quengelte etwas und legte sich dann neben Karins Beine unters Zelt und wir schliefen alle drei noch etwas weiter, denn es war noch zu kalt, um aufzustehen. Eine Stunde später waren wir dann aber doch wach und hatten wieder Spaß, das Zelt abzubauen. Vor allem der kleine Hund hatte Spaß! Da wir nicht am Boden mit Hund frühstücken wollten, machten wir uns auf den Weg, um einen Tisch mit Bänken zu finden. Der Hund war natürlich morgens wieder quietschfidel, hüpte und rannte um uns und die Fahrräder herum, als wir dann losfuhren. Auf der Straße rannte er lange hinter uns her.
Dann kamen wir an eine Tankstelle am Eingang zu einem Dorf. Dort lag ein großer Hund ganz still und bei dem Anblick drehte unser kleiner Hund um und sucht sich bestimmt neue große Freunde. Für uns ging es also weiter durch das Dorf, wo wir erst am Ortsausgang auf einem Friedhof einen Platz zum Frühstücken fanden. Und ab dann ging es eigentlich nur noch bergauf. Wir sahen einen „Bus mit einem brennenden Anhänger“ von Weitem. Als er an uns vorbeifuhr, sahen wir, dass auf dem Anhänger wirklich ein Feuer war, dass das Bitumen heißhielt, um die Löcher in der Straße zu reparieren. Immer weiter ging es bergauf, wir starteten auf 900 Höhenmetern und kletterten ganz langsam mit einigen Verschnnaufpausen auf 2030!

Dort oben gab es ein Dorf mit einem Laden, wo wir uns erstmal ein Eis kauften! Danach ging es wieder etwa 300 Meter runter, um sie danach wieder zu erklimmen. Dann kam eine 11 Kilometer lange Abfahrt, wo wir beschlossen, uns einen Schlafplatz zu suchen. Wir nahmen einen Feldweg und fanden hinter einer Apfelplantage mit richtig lecker aussehenden Äpfeln mit wunderschönem Panorama einen schönen Platz für unser Zelt.

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