(48) Eine neue Straße!

Um halb 8 wurde es langsam zu warm im Zelt, also standen wir auf und machten uns auf den Weg, um Brot zum Frühstück zu suchen. Auf dem Weg fanden wir erstmal viele Stände, die vor allem Wein, Trauben, Nüsse und andere Früchte verkauften, aber kein Brot.
Eine Frau von einem Stand winkte uns zu sich und lud uns auf einen Kaffee ein. Sie konnte auch wenig russisch, so wie wir, aber wir waren alle drei glücklich, uns getroffen zu haben. Sie hat einen schönen Platz mit ihrem Stand und viel Arbeit mit dem Verkauf von Früchten, Nüssen, Wein, Vodka, eingelegten Paprika und dem „lokalen Snickers“, das sind Walnüsse an einer Schnur, die in eingedickten Traubensaft getunkt werden und so wird der Saft gummibärchenartig.

Vielen Dank für Kaffee und frische Pfirsiche!

Nach dem Kaffee fuhren wir weiter, fanden in einem Laden Brot und frühstückten im Dorf Areni, in dem vielleicht der Wein erfunden wurde, weil in einer Höhle eine 6000 jahre alte, verbuddelte Amphore mit Traubensaft gefunden wurde. Weiter ging es durch einen richtig schönen Canyon am Fluss, wo es auch Hotels und Restaurants gab.

Zwischen diesen schönen Steinformationen machte es richtig Spaß zu radeln!

Später kamen wir in Vayk an, machten Mittagspause und beschlossen, zu versuchen, mit einem LKW über den nächsten Pass (auf 2300 Metern) bis zur nächsten Stadt, Sisian, mitzufahren. Der zweite LKW-Fahrer, den wir fragten, nahm uns direkt mit, seine Ladefläche war komplett leer. Es war ein bisschen schade, nicht selbst gefahren zu sein, aber so hatten wir eine neue Erfahrung. Bei Sisian stiegen wir vom LKW aus und wieder auf unsere Fahrräder.

Hier ging es weiter mit dem Rad, erstmal ne Weile bergab bei starkem Wind

Hier waren wir nun auf 1650 Metern, der Wind blies uns entgegen, aber zum Glück ging es erstmal bergab, und wir fanden in einem verborgenen Tal wieder einen Platz fürs Zelt mit tollem Ausblick auf die Berge.

Der heutige Blick aus dem Zelt 🙂
Wir haben jetzt übrigens beide passende Sonnenbrillen zu unseren Fahrrädern 😎

Eine neue Straße, (fast) nur für uns

Los ging es schon früh, wir hatten uns Einiges vorgenommen für heute. Wir stellten den Wecker auf 6:30 Uhr und schafften es relativ gut raus aus den Schlafsäcken. Für uns ging es die ersten zehn Kilometer leicht bergab, einen großen Teil der Strecke jedoch durch eine Baustelle und über Schotter, da die Straße dort noch nicht fertig war.

Hier sind die Baurbeiten zum Abschluss der Straße noch in vollem Gange

Hin und wieder kam ein Mini-Hügel, die ignorieren wir aber mittlerweile relativ gekonnt. Dann gab es Frühstück an einer heißen Quelle, leider war der Platz etwas verkommen, wir fanden trotzdem die schönen Seiten an dem Ort und hielten dann noch kurz unsere Füße ins Wasser 🙂

Wie ein Whirlpool mitten im Nichts…

Danach ging es wieder zurück auf die Straße, die kurz darauf von Buckelpiste zu neuestem Asphalt wechselte. Durch die Baustelle am Beginn der Straße war aber nichts los – Yeah! Es ging etwas durch eine Schlucht, in der ein kleiner Bach fließt, am Bach immer Bäume und an den Seiten trockene, graue, manchmal einfach steinerne Hänge. Dann kamen wir an einem Stausee vorbei.
Dann wurde unsere Straße zu der Passstraße, die wir uns für heute vorgenommen hatten. Es ging durch die super schöne Landschaft, hin und wieder gab es sogar Bäume, immer weiter den Berg hoch.

Das sind wir schon alles hochgeradelt!

Zwischendurch hatten wir mal für 4 km eine konstante Steigung von 9%, was für uns echt ne ordentliche Herausforderung ist. Und trotzdem haben wir es super geschafft, hin und wieder mal eine kurze Pause zum Durchatmen und um etwas Obst zu essen, dann weiter und von uns selbst überrascht kamen wir relativ schnell oben an. Es half natürlich auch, dass quasi kein Verkehr war und wir viel nebeneinander fahren konnten.

Hier ging es schon wieder runter mit grandiosem Panorama

An den Serpetinen kann man ungefähr die Höhenunterschiede erahnen, die roten Stellen auf dem Höhenprofil bedeuten 10% Steigung oder mehr!

Oben angekommen gab es einen Mittagssnack und wir fuhren auf der anderen Seite – genauso steil – wieder hinunter bis nach Tatev, wo wir uns ein Zimmer in einer Herberge gegönnt haben. Dort saßen wir abends noch auf der Terrasse, kuschelten mit der Katze, schrieben am blog und suchten die Fotos dazu raus.

Eine Antwort zu „(48) Eine neue Straße!”.

  1. Ihr müsst noch Helme tauschen für den perfekten Style! 🙂
    Ansonsten: die paar Hügelchen da, ist doch kein Ding- mit nem Einhorn wärt ihr quasi drüber geflogen! 😉
    Meinen Respekt (und die Hochachtung aller Einhörner) habt ihr auf jeden Fall!

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