Wir waren wieder mal begeistert von unserem schönen Zeltplatz und schliefen sehr gut. Morgens mussten wir ja wohl Melone frühstücken, denn wir wollten sie ungerne weit mit uns tragen. Weiter ging es an der Bahnstrecke entlang, vorbei an weiteren, meist schon gedroschenen Reisfeldern und immer mehr Hirse- und Zwiebelfeldern.
Wir sahen viele Menschen, die Zwiebeln von Hand ernteten und in Säcke packten. Und auf den Hirsefeldern wurden Büschel von Hirse von Hand abgeschnitten, in Bündel gepackt und später auf Transporter geladen.
Abends fuhren wir in einen Feldweg hinein und sahen einen Mann in seiner Apfelplantagen, der gerade Äpfel in Kisten verpackte, um sie auf seinen blauen Transporter zu laden. Wir fragten, ob wir in seiner Plantage unser Zelt für eine Nacht aufbauen dürften und er sagte, das sei kein Problem. Er schenkte uns noch ca. 15 Äpfel, lud noch einige Kisten auf den Transporter und verabschiedete sich. Hier können wir nun mitten in den Äpfeln zelten.

Am Donnerstag, den 5.10. ging es mit ganz leichter Steigung (Karins Fahrradcomputer zeigte fast konstant 0% „Steigung“ an, aber wir erklommen doch so nach und nach einige Höhenmeter) weiter nach Zanjan, wo wir aber nur Halt machten, um unsere Wasserflasschen zu füllen. Denn wir wollten heute nach Sultaniye fahren, wo uns ein schönes Ho(s)tel empfohlen wurde. Als wir dort anriefen, sagte der Beseitzer zwar, sie seien heute voll, aber wir sollen kommen, es werde sich schon etwas finden.


Als wir im Sati Guesthouse ankamen, erklärte uns das Besitzerehepaar, dass sie heute Abend, es ist ja Donnerstagabend, also Wochenende, ein Musikevent mit traditioneller iranischer Musik im Innenhof veranstalten. Dazu haben sie viele Freunde eingeladen, die im Hostel schlafen werden. Deshalb ist alles voll. Wir könnten aber gerne duschen, mit ihnen essen und vielleicht können die Freunde ja zusammenrücken, damit wir Platz finden. Wir wollten aber keine Umstände machen und waren schon glücklich über die Dusche, also stellten wir unser Zelt im Hof auf. So hatten wir unser gemütliches Zelt und trotzdem Anschluss zu den Menschen.
Wir hörten noch den Sound-Check, ruhten uns dann im Zelt aus und konnten dann einen unbeschreiblichen Abend genießen. Der Besitzer sagte uns, dass man so einen Abend als Tourist normalerweise nicht erlebt. Es sprach sich schnell herum, dass wir mit dem Fahrrad aus Deutschland angereist waren und viele begrüßten uns sehr herzlich. Es war auch ein Ehepaar da, das deutsch sprach und sich sehr um uns kümmerte. Sie versorgten uns mit Tee, Abendessen, Limonade, Keksen und Obst.
Nach dem Essen fing die Musikgruppe an zu spielen, die meisten Stücke bestanden aus einer iranischen Gitarre, einer Trommel und Gesang. Sie spielten viele Lieder, die von vielen Gästen aus vollem Herzen mitgesungen wurden und es war eine besondere Atmosphäre im Innenhof.

Nach dem Konzert wurde noch ein Gruppenbild gemacht, auf dem wir natürlich nicht fehlen durften und wir gingen glücklich im Zelt schlafen.
Wir sind wirklich sehr dankbar, dass uns ein Zufall diesen schönen Abend bereitet hat und wir so eine tolle Erfahrung im Iran machten durften!

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