In dem Hostel, in dem wir in Tabriz waren, gab es sogar ein Baumhaus im Innenhof!


Am 1.10. ging es nach einem umfangreichen Frühstück ging es wieder los, endlich wieder aufs Fahrrad. Erstmal mussten wir einen großen Teil von Tabriz durchqueren, die Stadt hat immerhin 1,7 Millionen Einwohnende. Dabei ging es stetig bergauf und was das Ganze noch anstrengender machte, waren die Abgase, die in der Luft lagen. Trotzdem arbeiteten wir uns langsam vorwärts, bis wir nach ca. 20 Kilometern in einer noch nicht richtig fertigen Hochhaus-/Vorstadt-/Neubausiedlung einen Fahrradweg fanden. Den nahmen wir für den nächsten Kilometer und dann gab es neben unserem Weg tatsächlich richtig ordentliches Grün inkl. Bäume.

Diesen grünen Ort konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und machten erstmal Mittagspause im Grünen.
Nach der Pause ging es weiter, immer den Hügel hoch, die Sonne schien ordentlich und dann fing noch der Wind an, von vorne zu pusten. Es hört sich jetzt sicherlich schlimmer an als es war, wir hatten uns nur noch nicht richtig von unserem anstrengenden Weg nach Tabriz rein erholt und es fiel uns beiden richtig schwer, die Strecke zu absolvieren. Wir machten aber einige Pausen, um uns zu regenerieren uns so schafften wir es am Ende des Tages, ca. 42 Kilometer und 800 Höhenmeter überwunden zu haben. Ein richtiger Erfolg!
Und als wir am Ende von der Straße abgebogen waren und uns einen Schlafplatz suchten, fanden wir schnell einen. Da es hier sehr früh dunkel wird, hätten wir noch die ein oder andere Seite lesen können oder dem Hörbuch ein paar Kapitel lauschen können, wir waren aber einfach viel zu müde und so fielen uns die Augen um 20 Uhr zu.
Guts Nächtle
Zum Glück waren wir am vorigen Tag bis fast auf den höchsten Punkt der Strecke gefahren, so konnten wir heute, am 2.10.23 nach dem Frühstück, Abbau und noch 20 Höhenmetern erstmal eine längere Abfahrt genießen. Laut Komoot sollte die Abfahrt so lang sein, dass wir sie den ganzen Tag genießen können. Was Simon aber nicht richtig gesehen hatte war, dass erstmal nur eine kleine Abfahrt und dann das klassische Auf und Ab kommt. Wir fuhren fröhlich immer weiter bis nach ca. einer Stunde der Gegenwind anfing. Leider wesentlich stärker als gestern und so mühten wir uns die ersten 35 Kilometer bis in die nächste Stadt, wo wir Vorräte kauften und Pause machten.
Die Leute in einem Laden meinten, dass wir für die Übernachtung am besten noch die 80 Kilometer bis zum nächsten größeren Ort fahren sollten. Dort könne man zelten oder in ein Gästehaus gehen. Für uns schien es unmöglich, nach diesen anstrengenden 40 Kilometern noch 80 weitere zu fahren. Wir bedankten uns für die guten Ratschläge und fuhren weiter. Obwohl es erst Mittag war, meinte Simon, dass er bereit wäre, für heute Feierabend zu machen. Karin deutete aber auf die leichte Abfahrt, die genau vor uns lag und meinte, dass wir doch noch ein Stückchen fahren sollten.

Alles klar, weiter geht’s! Und oh Wunder, zusätzlich zu der Abfahrt kam jetzt noch Rückenwind und so fuhren wir mit häufig, ganz entspannten, 30 km/h entlang von kleinen Apfelplantagen, Melonenfeldern und Luzerne-Wiesen noch weitere 50 Kilometer.

Als ein Weg in einem ausgetrockneten Bachbett von der Straße abzweigte und auf der Karte kein Dorf zu erkennen war, in das der Weg führen könnte, bogen wir ab und schauten nach einem Platz für unser Zelt. Den fanden wir dann auch auf einer kleinen Anhöhe, hier machten wohl häufiger Leute ein Lagerfeuer, da gerade aber nicht Wochenende (Donnerstag und Freitag im Iran) ist, hofften wir auf eine ruhige Nacht.

Die Nacht verlief sehr ruhig, wir hörten nur das Plätschern der etwa 50 Meter vom Zelt entfernten kleinen Quelle. Dort frühstückten wir noch und nutzten die Gelegenheit, gleich abzuspülen und fuhren los. Es ging durch viel Landschaft, mal mit Landwirtschaft, mal mit Schaf-, Ziegen- oder Kuhherden, mal mit Bergen links und rechts.
Mittags kamen wir nach Miyaneh, auf dem Weg hinein wurden uns Sonnenblumenkerne (noch in der Blüte), Walnüsse, Bonbons und Maisflips geschenkt.
In der Stadt fuhren wir zum Park, um dort Mittagspause zu machen. Dann kauften wir noch Vorräte ein.
Es gibt hier im Iran verschiedene Brote, ziemlich dünnes, großes, mit Noppen versehenes Brot, etwas dickeres, langezogenes Brot, noch dickeres mit Linien versehenes „Fladen-„Brot, kleines „Toast-„Brot und rundes Backpulverbrot mit Safran, das wohl eher Kuchen sein könnte.
Außerdem gibt es hier fertige Pastasauce mit Sojaschnetzel und Champignons und Auberginensauce aus der Dose. Beides finden wir ziemlich lecker!
Während Simon einkaufen war, wurde Karin von einem Mann auf Englisch angesprochen. Er sagte, dass er Landwirtschaft studiert hat, aber jetzt als Lehrer arbeitet. Er erzählte uns, dass es hier um Miyaneh viel Grundwasser gibt und daher hier viel Reis angebaut wird.

Die Straße verlief ziemlich flach und fast den ganzen Nachmittag ging es an der Bahnstrecke entlang.

Abends, als wir gerade dachten, bald einen Zeltplatz suchen zu müssen, ging eine Unterführung unter der Bahn durch und der Weg in ein abgelegenes Tal, dort fanden wir neben einem Melonenfeld einen schönen Platz. Abends fuhr noch ein Mann in einem Transporter vorbei und schenkte uns eine kleine von den großen Melonen. Die gibt es hier gerade überall in Hülle und Fülle.

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