In Tehran, Irans Hauptstadt gibt es viel zu sehen… Wir haben trotzdem viel Zeit drinnen mit Mohsen, einem iranischen Radler verbracht.

Er zeigte uns einen Markt am Tajrishkreisel, dort aßen wir Nudelsuppe bzw. Weizenkeimbrei zum Frühstück, und wir beantragten unsere Visa für Indien.
Aus Tehran raus konnten wir dann am Mittwoch, den 18.10.23 für ca. 35 Kilometer die gleiche Schnellstraße radeln und es ging zum Glück nur bergab!

Nach der Vorstadt von Tehran fuhren wir auf die old road, der wir den ganzen Tag durch die steinige Wüste folgten. Rechts und links war die Landschaft hin und wieder von Bäumen gesäumt und ab und zu fuhren wir auch an Dörfern vorbei.

Es lief ziemlich gut, die Straße verlief flach und wir hatten um die 27 Grad, die mit Fahrtwind sehr angenehm waren. Abends suchten wir nach einem Platz für unser Zelt und fanden einen sehr schönen Platz hinter aufgeschütteten Erdhügeln. Dort konnten wir mit tollem Panorama kochen und das Zelt aufbauen.

Als es um 18 Uhr dunkel wurde waren wir auch schon im Zelt müde genug, um bis Sonnenaufgang am nächsten Morgen um kurz nach 6 Uhr zu schlafen.
Naja, wir müssen ja nicht mit der Sonne aufstehen, also blieben wir noch liegen, bis wir zu viel Angst vor einem zu heißen Zelt hatten. Wir fanden noch einen kleinen Mitbewohner, der sich schattige, dunkle Plätze sucht.

Wir ließen ihn ein neues Versteck in einer Pflanze nebenan suchen, packten alles zusammen und fuhren weiter. Es gab neben der Straße, die wir gestern fuhren, noch eine komplett leere, gute Straße. Heute fuhren wir auf dieser Straße, denn wir sahen keinen Grund, es nicht zu tun. So war es sehr angenehm und so ruhig, dass wir iranisches Radio hören konnten. Heute ging es etwas hügeliger weiter, aber der Rückenwind half uns etwas.
Wir fuhren an einem Salzsee vorbei, den wir aus Angst vor Rost an unseren Fahrrädern nicht aus nächster Nähe besucht haben. Ab und zu sahen wir alte Caravansereien an der Straße, ansonsten ist nicht viel los auf der Straße.
Abends waren wir kurz vor der Stadt Qom, als wir entscheiden mussten, ob wir noch vor der Stadt einen Platz für unser Zelt suchen oder noch durch die Stadt durch fahren und dann schauen, wo wir schlafen. Irgendwann hatten wir quasi durchs Nichtentscheiden entschieden, dass wir noch durch die Stadt fahren. So konnten wir auch noch Vorräte einkaufen und Wasser auffüllen. Als wir dann endlich raus aus der Stadt waren, fanden wir ein Feld, auf dem wir unser Zelt aufbauen wollten.

Wir fragten eine Familie, die gerade mit dem Auto vorbeifuhr. Sie meinten, dass es hier nicht sicher sei wegen Tieren und Dieben und wir sollten doch zu ihnen mit nach Hause nach Qom kommen. Sie zeigten uns ihren Garten, wo gerade die Granatäpfel reif sind, und schenkten uns welche, die sie frisch pflückten. Wir hätten auch gerne in dem Garten gezeltet, aber sie wollten uns gerne zu sich nach Hause einladen. Das Auto war voll, also radelten wir wieder ca. 10 Kilometer hinter dem Auto in die Stadt rein zum Haus der Familie. Das war ganz schön anstrengend und spannend, nachts durch eine iranische Stadt zu radeln. Bei der Familie angekommen, gab es erstmal Tee und Nüsse. Später kamen noch die Brüder des Vaters mit ihren Kindern. Die Tochter mit ca. 14 Jahren konnte am besten Englisch und unterhielt sich mit uns. Eine Schwägerin hat ihre Kindheit in Japan verbracht und zeigte uns Bilder davon. Der Vater fragte uns, ob wir in ein Restaurant gehen wollen oder lieber zuhause essen. Zuhause fanden wir passender, also holte er Kebab mit Reis für die ganze Familie, was wir an einer dünnen Plastiktischdecke auf dem Boden aßen. Nach einer Dusche konnten wir wieder mal glücklich und dankbar über die iranische Gastfreundschaft einschlafen.

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