Am Dienstag, den 7.11.23 ging es endlich, nach viel zu vielen Tagen wieder auf unsere Fahrräder! Wir genossen nochmal das Frühstück im Hostel mit den anderen Radreisenden, packten alles auf die Räder, verabschiedeten uns dann von den anderen Radreisenden, und wollten schon losfahren in Richtung Süden nach Shiraz… Da kamen Maik und Simon auf das Thema „Lagerfeuer“ und dass sie das beide so gerne machen und auf Radtour noch zu wenig gemacht haben und doch super zusammen machen könnten. Maik und Hannah wollten am gleichen Tag starten, allerdings in Richtung Südosten, nach Yazd und dann erst nach Shiraz. Also beschlossen wir kurzerhand, mit den beiden mitzufahren. Wir trafen uns an einer Brücke, die wenige Kilometer entfernt war, da die beiden noch aufpacken und wir noch einkaufen wollten.

Wir freuten uns, mal mit anderen Reisenden zusammenzufahren und uns noch weiter über das Radreiseleben auszutauschen, denn gefühlt hatten wir noch lange nicht alles mit den beiden besprochen 🙂
Wir fuhren aus Isfahan raus und ließen uns von Maik und Hannah führen, denn wir hatten uns ja auf eine andere Strecke vorbereitet. Zu viert wird man gefühlt noch lieber von Auto- und LKW- Fahrenden gegrüßt (vor allem angehupt) und man kann gemeinsam zurückgrüßen (winken). Uns erwartete eine flache Strecke mit nur teilweise landwirtschaftlicher Fläche am Straßenrand, es gab vor allem viel „Nichts“ in der Landschaft zu sehen…

Als wir von weitem ein paar Bäume am Straßenrand sagen, beschlossen wir, dort Mittagspause zu machen und unser Essen gegen die Fliegen zu verteidigen… Weiter ging es durch plattes trockenes Land. Wir tauschten immer wieder die Fahrformation, je nachdem, wer vorne oder weiter hinter fahren wollte. Abends waren wir uns schnell einig, wie wir bei der Schlafplatzsuche vorgehen und wie wir uns einen guten Schlafplatz vorstellen. Und nach kurzer Zeit fanden wir einen Platz, der allen Ansprüchen mehr als gerecht war. Ruhig, uneinsehbar, mit flachem Boden UND sogar Stöcker ringsherum für das geplante Lagerfeuer. Wir bauten schnell unsere Zelte auf und kochten dann unser Dinner. Dann konnten wir es uns noch am kleinen Lagerfeuer gemütlich machen.

Ohne Feuer wäre es uns auch echt zu kalt geworden. Dort saßen wir noch etwas und quatschten, bis das Holz verbraucht war und konnten sehr gut schlafen.
Wir starteten den nächsten Tag mit leckerem Frühstück am Zeltplatz, packten alles zusammen und fuhren wieder auf unsere schwach befahrene Straße. Es ging noch ca. 50 Kilometer mit Rüchenwind flach in Richtung Varzaneh. So hatten wir Zeit, Platz und Puste, um uns während des Radelns mit Hannah und Maik zu unterhalten.

Bei einem Granatapfelverkaufsstand kauften wir Granatäpfel und aßen sie direkt auf. Dann ging es nach Varzaneh hinein, wo wir uns Brot, Käse, Tomaten und Gurken für die Mittagspausen kauften, die wir dann direkt im Park daneben machten. Hinter Varzaneh fing eine leichte Steigung an, der Gegenwind half uns nicht wirklich beim Erklimmen. Irgendwann wurde der Gegenwind so stark, dass wir alle vier keine Lust mehr hatten, dagegen anzufahren, also hielten wir nach einem Schlafplatz Ausschau. Zum Glück war ca. 150 Meter neben der Straße ein trockenes Flussbett und dort konnten wir ungesehen von der Straße und an einem ruhigen Ort kochen und unser Zelt aufbauen.

Wir hatten noch Reis vom Vortag und konnten so im großen Topf von Hannah und Maik eine bunte Gemüsesauce zum Reis machen. Nachdem es dunkel war, wurde uns auch schnell kalt, also gingen wir um ca. halb sieben schlafen.
Zum Glück war der Gegenwind am Morgen des 9.11. weg, also machten wir uns nach dem Frühstück auf, die nächsten 600 Höhenmeter bis auf 2400 m zu erklimmen.
Kurz vor dem höchsten Punkt machten wir Mittagspause und konnten den Ananassaft, den wir kurz zuvor in einem Dorf auf der Suche nach Wasser geschenkt bekommen hatten, direkt genießen. Die nächsten 25 Kilometer ging es entspannt hinab nach Naein. Leider war die Straße in schlechtem Zustand, sodass man den Löchern ausweichen und bremsen musste.
In Naein deckten wir uns mit Essen für den Abend und den nächsten Tag ein, machten ein Bild mit irgendwem, der auf Simon zukam und mal wieder ein Bild machen wollte und fuhren weiter nach Südosten. Es ging noch 20 Kilometer durch die Wüste und dann fanden wir einen Schlafplatz, leider mit ein wenig Straßenlärm, dafür nicht einsehbar und eben. Zum Abendessen machten wir Nudeln mit Erbsen, Mais und Bohnen und gingen dann wieder schlafen, als es dunkel war.
Am Freitag gab es wieder leckeres Porridge von Maik zum Frühstück und nach dem Einpacken ging es weiter. Beim Frühstück dachten wir noch, wir hätten Rückenwind, was auch für die ersten 5 Kilometer so war und wir richtig genießen konnten. Danach jedoch drehte der Wind und wehte erst von der Seite und dann von vorne. Wir wechselten immer wieder, wer vorne fuhr und fuhren trotzdem mit flottem Tempo der ersten Rast entgegen. 33 Kilometer nach unserem Schlafplatz war nämlich eine Tankstelle mit Laden, wo die anderen beiden tankten (für ihrem Kocher) und wir gemeinsam Vorräte kauften. Dann sahen wir, dass in weiteren 17 Kilometern ein Dorf ist, wo wir beschlossen, Mittagspause zu machen. In dem Dorf war ein kleiner Park und wir picknickten darin gemütlich. Ein Mann lief an uns vorbei, wir konnten uns nicht wirklich mit ihm verständigen. Nach weiner Weile kam er zurück mit einer Tasche voll mit Granatäpfel ( ca. 12 Stück). Wir bedankten uns und machten noch ein Selfie mit ihm. Nach weiteren wenigen Minuten kam er nochmal und brachte uns ein Glas Traubensirup, den man hier zu Brot und mildem Käse isst, mmmh. Vollbepackt fuhren wir weiter zum Laden, um Abendessen einzukaufen. Gerade, als wir alles verstaut hatten, fuhr Hossein, ein iranischer Reiseradler zu uns her. Er wohnt in Istanbul und ist dort auf seine Reise aufgebrochen. Er fuhr ein bisschen mit uns mit, mal neben, mal hinter und mal vor uns.

Der Wind drehte noch einige Male. Dann wurden wir noch zweimal angehalten.


Nach knapp 80 Kilometern für heute beschlossen wir, einen Schlafplatz zu suchen und das eingekaufte Abendessen zu kochen. Wir wurden schnell in einer Grube fündig und kochten Reis mit Bohnen und Tomaten und dazu Falafel. Dann war noch etwas Zeit, um Blogeinträge und Polarsteps zu schreiben, bevor wir müde vom Wind schlafen gingen…

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