Es geht endlich weiter!
Den Sonntag, 26.11.23 verbrachten wir mit Hannah, Maik und Mathias in Bushehr, vor allem im Hotel und erledigten verschiedenste Dinge.
Am Montag frühstückten wir nochmal im Hotel, und dann packten wir fünf alles zusammen und fuhren los. Erstmal fuhren wir nochmal an der Strandpromenade am Meer vorbei.


Dann ging es aus der Stadt raus und weiter durch plattes Land fast am Meer entlang in Richtung Bandar Abbas. Leider hatten wir etwas Seiten- oder Gegenwind, sodass wir nicht so schnell vorankamen. Aber wir konnten uns immer wieder gegenseitig Windschatten machen, so ging es ganz gut. In unserer Mittagspause an einer Moschee bekamen wir eine Tüte Granatäpfel geschenkt und wurden wieder gebeten, Fotos mit den Menschen dort zu machen. In einem weiteren Dorf fanden wir noch Haferflocken, also waren wir bereit, für heute Feierabend zu machen. Wir bogen direkt zum Meer ab und fanden einen verlassenen Platz mit Eukalyptusbäumen, wo wir erstmal alle beschlossen, im Meer baden zu gehen.

Da waren die Anstrengungen des Gegenwinds vergessen und wir waren glücklich im Meer! Kurz danach bauten wir die Zelte auf und tranken noch Limo bzw. Malzbier auf den Dünen bei Sonnenuntergang.

Dann kochten wir Reis mit Gemüse und saßen noch eine Weile zu fünft am Lagerfeuer. Nachts war es sehr angenehm, Meeresrauschen statt Autolärm zu hören!
Morgens fand Hannah heraus, dass ihr Vorderreifen platt war, aber sie hatte ihn schnell während des Frühstückzubereitens wieder geflickt. Es gab Porridge für alle unter den Eukalyptusbäumen.

Dann fuhren wir beide schon los, so konnten wir schon mal einkaufen gehen und die anderen konnten alle ihre sachen entspannt zusammenpacken. Wir checkten alle Läden, die wir in den nächsten Dörfern fanden, nach Haferflocken und Bananen fürs Frühstück; Brot, Käse und Tomaten fürs Mittagessen und Tomatenmark fürs Abendessen. Außerdem wollten wir noch unsere Wasserflaschen auffüllen und auch mal wieder Benzin für den Kocher tanken. Benzin zu finden war am einfachsten, der Tankwart schenkte uns unseren halben Liter sogar und dort gab es auch Wasser für uns. Für die anderen Sachen klapperten wir mehrere Läden ab und da holten uns die anderen auch schon ein. Zusammen fuhren wir dann mit Rückenwind durch die wirklich wunderschöne Landschaft mit Bergen links und dem Meer rechts.


Simon musste immer wieder laut rufen: „So schön!“. So kann man Fahrradfahren wirklich genießen und nochmal klar sagen: Fahrradfahren fetzt!
An einem Dorf saßen fünf Jungs an einer Bushaltestelle, die ein Lied sangen, dazu klatschten und uns anfeuerten, das war ein Fest!
Später folgte dann ein weiteres Highlight für uns beide: Wir machen die 10000 Kilometer voll! In atemberaubenden Panorama, wir sind richtig glücklich und können jetzt sagen, dass wir wirklich eine lange Fahrradreise machen!


Wir radelten fröhlich weiter mit Rückenwind, bis es kurz vor Vier Uhr war und es Zeit war, einen Schlafplatz zu suchen. Heute waren wir einige Kilometer entfernt vom Meer, daher fuhren wir in die savannenähnliche Fläche und stellten unsere Zelte auf. Nach leckerem Abendessen ging es heute früh schlafen.

Der nächste Tag begann etwas kühler als die vorherigen, der Wind pustete schon etwas und Simon zog sogar sein Fleece an. Nun, es waren trotzdem knapp 20 Grad und da die Sonne hier nur selten durch eine Wolke verdeckt wird, wurde es schnell warm. Nach dem Frühstück musste Hannah leider ihren Reifen schon wieder flicken 😦 Wir machten uns daher schonmal auf den Weg zum nächsten Ort, um Vorräte für den Tag zu kaufen. Im Ort fanden wir alles, nur keinen Bäcker, also fragte Simon bei einem Motorradmechaniker, wo es einen Bäcker gibt. Da die Leute hier sehr hilfsbereit sind, fuhr dieser gleich aufm Motorrad vor Simon her, um ihm den Weg zu zeigen, was auch sehr gut war, da der Bäcker recht versteckt in einer kleinen Seitenstraße war. Nach einer knappen halben Stunde hatten wir alles zusammen, Mathias hatte in der Zwischenzeit noch Obst besorgt und Hannah und Maik waren auch dazu gekommen. Perfekt!

Weiter ging es zu fünft entlang von Tomatenfeldern, manche gerade erst gepflanzt, andere schon sehr grün und mit kleinen grünen Tomaten.

Nach einiger Zeit hörten die Felder auf und es kamen nur hin und wieder mal ein paar Dattelpalmen. Der Rückenwind schob uns ordentlich vorwärts und wir machten um viertel nach elf, nach ca. 40 Kilometern (Mittags-) Pause. Nach der Pause kamen wir an einer Herde Kamele vorbei – die erste Kamelherde für uns! Alle blieben also erstmal stehen und es wurden Fotos gemacht.

Wir haben wirklich großes Glück, nachdem wir gestern schon einen Tag lang eine beeindruckende Landschaft durchradeln durften, hatten wir heute wieder einen sehr abwechslungsreichen Tag. Nach gut 60 Kilometern machten wir nochmal eine kurze Eis – Wasser auffüll – Abwasch Pause in einem kleinen Ort. Leider bemerkten wir, als es weiter gehen sollte, dass Hannah wieder einen Platten hatte, wir flickten also noch einen Reifen und genossen die etwas verlängerte Pause, da es uns allen ziemlich warm war. Eine Frau, die neben dem Laden, an dem sich alles abspielte, wohnt, brachte uns noch selbstgemachte Limonade, welch ein Glück bei ca. 30 Grad! Während der Pause hatten Mathias und Maik die Route gecheckt und herausgefunden, dass wir erst in ca. 30 Kilometern wieder näher beim Meer sein werden und wir vorher noch durch eine größere Stadt müssen. Da wir unbedingt wieder nah am Meer sein wollten, war es also quasi alternativlos, dass wir die Strecke in den nächsten 2,5 Stunden, bevor es dunkel wird, noch fahren müssen.
Mathias war zum Glück etwas schneller unterwegs und fuhr voraus, um schonmal nach einem guten Zeltplatz zu suchen. Er fand auch einen kurz hinter der erwähnten Stadt, mit Blick aufs Meer! Der Tacho zeigte am Ende dann genau 100 Kilometer als Tagesstrecke an und wir alle freuten uns aufs Essen. Um 19 Uhr ging es dann für uns ins Bett.


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