Der Sonntag, der 10.12.23 begann für alle sechs von uns etwas früher, denn wir hatten uns einen Wecker gestellt. Maik machte wie meistens Frühstück und alle anderen packten ihre Sachen zusammen. Wir wollten eine frühe Fähre nehmen, um die Insel pünktlich zu verlassen und am Nachmittag noch genug Zeit zum Einkaufen in Bandar Abbas zu haben. Hannah, Maik und Matthias hatten sich bereits Tickets für die Fähre nach Dubai für den 11.12. gekauft und mussten am nächsten Tag, morgens vor 8 Uhr am Hafen sein. Wir radelten wieder zum Hafen auf Hormuz und hatten Glück, dass die nächste Fähre direkt fuhr, als wir unsere Räder aufgeladen und alles verstaut hatten. In Bandar Abbas angekommen, gingen wir erstmal Falafel zu Mittag essen und dann gingen alle (außer Karin, die auf die Fahrräder aufpasste) zum Basar und kauften Dinge, von denen wir erwarten, dass sie in den Arabischen Emiraten teurer als im Iran sein werden. Für Simon stand nur etwas Obst, Datteln und alles für das letzte gemeinsame Abendessen auf der Einkaufsliste, sehr angenehm!
Als wir alles zusammen hatten, wurde noch Brot gekauft – es muss erwähnt werden, da der Brotkauf bei den besseren Bäckern nicht selten mit 30 Minuten Anstehen verbunden ist. Und dann ging es los in die Nähe des Fährhafens, um unterwegs nach einem geeigneten Ort zum Zelten zu suchen. Wir fanden kurz vor dem Hafen einen vergleichsweise ruhigen Park (Ende einer Sackgasse, wenig Licht und relativ wenige Jungs mit lauten Mopeds). Dort kochten und aßen wir erstmal, um nach Einbruch der Dunkelheit unsere Zelte aufzubauen. Wir hatten einen sehr schönen letzten Abend gemeinsam, wobei der letzte Abend auf Hormuz eigentlich schon der Abschiedsabend war. Es gab Lagerfeuer, Musik und viel Zeit, die gemeinsamen 1900 Kilometer Revue passieren zu lassen.
Hier noch ein paar Bilder aus der Zeit zwischen Bushehr und Bandar Abbas




Die Wecker am Montag klingelten früh, um ca. halb 6 standen wir alle auf, um pünktlich unsere Sachen zu packen. Die anderen drei wollten schließlich ihre Fähre nicht verpassen. Da alle schnell eingepackt hatten, konnten Hannah und Maik doch noch einen Kaffee kochen und wir kamen in den Genuss eines Abschiedsfrühstücks. Dann hieß es endgültig good-bye zu sagen. Die drei schwangen sich auf ihre Fahrräder und düsten los zum Hafen. Wir fuhren nur einmal durch den Park zu den Wasserstellen und dort wuschen wir noch unsere Fahrräder, die Zeit auf der Insel und die Überfahrt mit der Fähre hatte alles mit einer dünnen Salzschicht überzogen. Nachdem alles sauberer war, mussten wir die Stadt noch einmal durchqueren, da der Park leider im Westen lag und wir fahren ja bekanntlich nach Osten. Unterwegs tauschten wir mal wieder etwas Geld, kauften noch ein paar Kleinigkeiten ein und dann durften wir endlich wieder einfach Fahrradfahren. Über den Rest des Tages können wir nicht viel berichten, es ging immer “geradeaus” auf einer größeren Straße. Die Landschaft war relativ eintönig mit einigen Sträuchern und hin und wieder standen da auch mal ein paar Bäume. Es gab nur wenige Hügel und nach ca. 3 Stunden sagten wir zueinander “Es ist echt langweilig heute”.

Solche Tage gibt es eben auch, man fährt einfach durch eine gleichbleibende Landschaft und freut sich auf das was da noch kommen wird. Nachmittags machten wir mal eine kleine Pause um uns ein Stück Kuchen zu teilen, Kuchen ist immer gut! Und um ca. 15.30 Uhr fanden wir in etwas Entfernung zu Hauptstraße und Dörfern einen guten Platz für die Nacht. Bei Sonnenuntergang kam noch eine Herde Ziegen vorbei.

Am Dienstag, den 12.12. wollten wir wieder so früh aufstehen, und da wir früh schlafen gegangen waren, konnten wir um 6 Uhr, als der Wecker klingelte, auch gut aufstehen. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter, wo wir eine schöne Hütte mit Bank zum Frühstücken fanden. Wir hatten Blick auf die Auberginenfelder, aus denen hier wahrscheinlich “eggplant dish” in der Dose gemacht wird.
Nach dem Frühstück fuhren wir weiter an Auberginen- und einem Sonnenblumenfeld und immer wieder Palmen vorbei. Wir entschieden uns, eine kleinere Straße zu nehmen, wussten aber noch nicht, wie klein sie werden würde… Schon die erste zu nehmende Abzweigung war ziemlich klein und wir fuhren durch ein Dorf, das aus wenig Häusern und vielen gemauerten Wänden bestand. An einer Bushaltestelle fingen wir an, Mittagspause zu machen, bis einige frei herumlaufende Ziegen uns nicht nur die Butter vom Brot, sondern das ganze Brot klauen wollten. Da sie uns und das Essen nicht in Ruhe ließen, beschlossen wir, das Mittagessen zu unterbrechen und zum nächsten schönen Ort zu fahren. Im nächsten Dorf haben wir eine Abzweigung verpasst, aber die Bewohner wiesen uns freundlich wieder auf den richtigen Weg. Dieser Weg wurde irgendwann zur einspurigen Sandpiste, wo uns immer wieder Transporter oder LKWs entgegenkamen und wir freundlich Platz machten.
Ein Fahrer schenkte uns einen wunderschönen Granatapfel. Zum Glück waren es nur wenige Kilometer Huckelpiste, bis wir wieder zur großen Straße kamen. Dort an einer ziemlich leeren Tankstelle genossen wir den zweiten Teil unserer Mittagspause im Schatten ohne Ziegen. Später liefen noch zweimal Kamele vor uns über die Straße, die von den Autos angehupt wurden. Gegen 15:30 waren wir wieder fast am Meer. Wir bogen in ein trockenes Flussbett, das auch teilweise als Weg genutzt wird, ein und bahnten uns einen Weg eine Düne hoch, wo wir den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Meer beobachten konnten und uns dachten: Mensch, haben wir es gut!



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