(71) Pakistan

Heute am Mittwoch, den 20.12.23 war unser Ziel, so nah wie möglich an die Grenze zu radeln, um am nächsten Tag am Vormittag über die Grenze nach Pakistan zu fahren. Also hieß es, ca. 70 Kilometer zu radeln. Karin war zwar nicht fit, aber wie sagt man in Ostwestfalen so? „Muss ja.“

Die Straßen und die Landschaft waren nicht wirklich spannend. Nur für die etwas längere Mittagspause fanden wir einen sehr schönen Ort, an dem wir verschiedene Tiere beobachten konnten.

Wir wollten fast gar nicht mehr weiter, rafften uns dann aber doch auf und fuhren weiter durch platte Gegend mit hin und wieder Büschen, Ziegenherden und Kamelen. Nach genau 70 Kilometer suchten wir uns wieder mal einen tollen Schlafplatz (ebene Plätze gab es genug hier) und fanden sogar Dornenäste, um ein Lagerfeuer zu machen.

Sooo viel Nichts hier…



Am Donnerstagmorgen waren wir alle etwas aufgeregt, wie der Grenzübergang so ablaufen würde. Wir hatten alle unser bewilligtes E-Visum für Pakistan digital dabei und waren einfach zuversichtlich, dass alles gut klappen wird. Die letzten 30 Kilometer war die Straße richtig schlecht, immer wieder zerstückelt und nebendran wurde der Boden schon teilweise dafür vorbereitet, eine neue Straße zu bauen.

Es fuhren sehr viele hellbraune Transporter voll mit Dieselkanistern an uns vorbei. Im letzten Shop vor der Grenze gaben wir noch unsere letzte Million Rial für Kuchen, Kekse, Flips und Wasser aus (2 Euro). Wir stellten uns auf längere Wartezeiten an der Grenze und am Busbahnhof ein. Wir hatten uns nämlich alle vier dazu entschieden, erstmal mit einem Bus von der Grenze nach Karachi zu fahren. Viele anderen Radreisenden berichteten, dass die Polizei im größten Teil des Landes gut auf einen aufpasst. Daher fährt man entweder mit den Polizeiautos von deren Station zu Station mit, (was mit langen Wartezeiten dazwischen verbunden ist), oder man radelt und die Polizei fährt immer neben einem her und will natürlich, dass man schnell vorankommt, also gestresstes Radeln. Darauf hatten wir keine Lust, deshalb entschieden wir uns für das Busfahren.

Und dann hieß es: „Bye bye, Iran!“


Und dann ging es der pakistanischen Flagge entgegen. Es verlief alles ziemlich einfach. Nachdem wir unseren pakistanischen Stempel im Pass hatten, durften wir in einem Warteraum Platz nehmen, während unsere Pässe noch dreimal von verschiedenen Menschen gecheckt wurden. Damit waren sie dann fertig und wir durften ca. 100 Meter auf der LINKEN Straßenseite (!) hinter dem Polizeiauto herfahren bis zum Busbahnhof. Auf die Frage, wann der Bus führe, bekamen wir erst die Antwort „anytime“, dann „um 14 Uhr“. Es war ca. 13 Uhr pakistanischer Zeit, als wir es uns im Schatten bei den Bussen bequem machten. Für uns änderte sich die Zeit um 1,5 Stunden, wir sind jetzt also 4 Stunden vor der deutschen Zeit. Der Bus um 14 Uhr war dann irgendwie ohne uns voll geworden, aber der nächste fuhr um 17 Uhr. Das schien uns eh besser, denn bei 8-9 Stunden Fahrzeit kommen wir lieber früh morgens als mitten in der Nacht in Karachi an. Tobias jonglierte ein bisschen für alle, die zuschauen wollten, Karin lag vor allem weiter rum, die anderen beiden tauschten Fotos der letzten Tage aus.


Kurz vor 17 Uhr war es wirklich soweit, wir konnten unsere Fahrräder in den Bus einladen, was wieder mal spannend war, aber es passte alles rein. Dann verabschiedeten wir uns von unserem Aufpasser-Polizisten, stiegen ein und es konnte losgehen. Die Fahrt war schnell und holprig… Simon und Karin dösten die meiste Zeit, Tobias schlief gar nicht, Mila tat danach alles weh. Um kurz vor 5 ging das Licht im Bus an und wir waren in Karachi angekommen. Toll, doch noch mitten in der Nacht und die Sonne geht jetzt ja erst um halb 8 auf. Als wir aus dem Bus ausstiegen, stand erstmal eine Traube von Männern um uns herum, die uns dabei zuschauten, was wir so machen. Wir packten wieder alles an unsere Fahrräder und machten es uns auf Betonbänken gemütlich. Hier mitten am leeren Busbahnhof warteten wir, bis die Sonne aufgeht. Dabei kochten wir uns Tee und Nudelsuppe. Bei Tageslicht machten wir uns auf den Weg durch den pakistanischen Trubel in ein Hotel, wo wir erstmal ausruhen und duschen wollten.

Morgens früh bei Sonnenaufgang in Karachi…
Da ist schon einiges los in der Stadt!
Da ist schon einiges los in der Stadt!

Im Hotel haben wir gutes Internet und als Simon mit den anderen beiden nochmal loszog, kaufte er auch eine SIM-Karte, sodass wir jetzt erstmal wieder Internet haben!

Die nächsten Tage bleiben wir erstmal im Hotel, versuchen noch vier andere Reiseradler zu treffen und ggf. Einen Bus in Richtung Lahore oder Islamabad zu organisieren. Je nachdem wo der Bus dann hin fährt ergeben sich die weiteren Pläne.

Wir wünschen allen ein schönes Weihnachtsfest und ein paar erholsame Tage!

Eine Antwort zu „(71) Pakistan”.

  1. Ihr Lieben, wir wünschen Euch weiterhin eine gute Zeit und ein paar erholsame Tage. Ganz liebe Grüße Hotzi und Bettina

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