Am Dienstag, den 5.12. hatten wir uns den Wecker gestellt, um den Sonnenaufgang überm Meer zu sehen.

Naja, nicht ganz. Wir wollten heute den Bus um 8 Uhr nach Bandar Abbas nehmen, denn die Straße sollte nicht so radfahrfreundlich sein und in große iranische Städte reinradeln kennen wir ja schon. Also waren wir um 20 nach 7 am Busbahnhof, der nicht weit von unserem Schlafplatz war. Dort gab es erst Verwirrung, ob der Bus um 8 denn auch wirklich fährt. Wir fanden ihn dann zum Glück noch und dann ging es daran, unsere Fahrräder in den Bus zu laden. Das klappte mit zwei abgebauten Vorderrädern gut und der Bus konnte pünktlich um 8 mit 8 Passagieren, 4 Fahrrädern und einem Nymphensittich im Käfig abfahren. Auf der Fahrt versuchten wir, Orgakram zu erledigen, was nur so teilweise gelang, da es nur teilweise Internet gab (wir beide haben jetzt kein mobiles Internet mehr im Iran) und die Fahrt etwas zu schauklig war, um auf Bildschirme zu schauen. Zwei Stunden später waren wir auch schon knapp 200 Kilometer weiter in Bandar Abbas am Busbahnhof. Wir bauten die Fahrräder wieder zusammen, beluden sie und suchten erstmal nach möglichen Schlafmöglichkeiten mit Dusche.


Dann wollten wir aber erstmal Mittagessen, setzten uns zu einem Kebabladen, aßen Pommes und organisierten teilweise unser Visum für Pakistan. Dann entschieden wir uns für ein Hotel und dazu, dort erstmal zu duschen. Dann wurde der Basar noch besucht und dort Abendessen eingekauft. Abends kam Mathias wieder zu uns dazu und wir aßen alle zusammen.
Am nächsten Morgen machten wir einige Besorgungen, um mittags die Fähre zu nehmen und die nächsten 4 Tage auf der “magical island” Hormuz zu verbringen. Es wurde also alles gekauft, was man als Gruppe von fünf Menschen brauchen könnte. Mittags hatten wir alle Einkäufe erledigt und es ging auf zur Fähre.
Die Insel ist relativ nah am Festland und trotz der nur kurzen Fahrt wurden alle unsere Sachen einmal gescannt. Dann durften wir endlich Tickets kaufen und auf die Frage, wann die Fähre denn fahren würde, wurde uns verkündet, dass wir ca. 3 Stunden warten müssen. Wir machten es uns in der klimatisierten Wartehalle gemütlich und nach 10 Minuten kam dieselbe Person wieder zu uns und meinte, wir sollen zum Schiff, es würde gleich fahren. Also auf zum Schiff, alles etwas abenteuerlich verladen, eine extra Gebühr für den Transport der Fahrräder an die Crew zahlen und dann konnten wir endlich die Überfahrt genießen.

Auf der Insel angekommen suchten wir uns einen Platz im Schatten, um Mittagspause zu machen. Unterwegs trafen wir noch Mila und Tobias, zwei weitere Reiseradelnde, mit denen wir uns schon zwei Mal in Teheran getroffen hatten. Die beiden machten sich auf den Weg in Richtung Pakistan und hatten die letzte Woche auf Hormuz verbracht, wir holten uns kurz die aktuellen Infos zu guten Zeltplätzen und wünschten eine gute Weiterreise. Die Mittagspause fiel etwas ausgiebiger aus, da alle von uns nicht so motiviert waren, die Insel weiter zu erkunden und wir in der Zwischenzeit noch Sophie und Eduard getroffen hatten. Die beiden sind ebenfalls aus Deutschland und mit dem Fahrrad unterwegs. Während der Pause sollte also auch der Austausch bzgl. Reiserouten und Erlebnissen mit den Beiden nicht zu kurz kommen. Da wir uns gut verstanden und manche von uns den Pausenplatz nicht als Zeltplatz wollten, entschieden wir uns zu siebt nach einem guten Platz für diese oder sogar die nächsten Nächte zu suchen. Es gibt auf Hormuz eine Straße um die Insel (Umfang ca. 25 Kilometer), die fuhren wir weiter und als wir knapp 20 von den 25 Kilometern gemacht hatten, fanden wir endlich einen guten Platz. Es gab einige Bäume, direkt vor uns der meist sandige Strand mit dem türkisen Meer und genug ebenen Platz, um 4 Zelte aufzubauen.

Schnell wurde das Lager errichtet, Holz gesammelt und einiges an Müll vom Strand aufgesammelt und ersteinmal in etwas Abstand zum Camp aufgetürmt. Ein Platz wie im Bilderbuch!

Der einzige Nachteil: Fliegen, richtig viele, super nervige Fliegen, überall setzen sie sich hin, krabbeln in Nasenlöcher und Ohren und keiner kann zufrieden rumliegen, dem Meer lauschen und lesen. Da wir aber ein großes Mosquitonetz dabei haben, wurde auch dieses Problem zu einer kleinen Nebensache und der “Urlaub” konnte endlich beginnen. Sophie und Eduard verabschiedeten sich nach der zweiten Nacht, es war Zeit für sie, weiter nach Pakistan zu radeln. Wir sollten aber nicht zu fünft bleiben, wir hatten uns mit Dan, einem polnischen Reiseradler den wir aus einer WhatsApp Gruppe für Radelnde zwischen EU und Indien/China kennen, verabredet. Er kam auch wirklich dazu und so waren wir dann wieder 6 Leute.





In den vier Tagen auf der Insel schauten wir uns selbstverständlich auch die Attraktionen dort an und umrundeten die Insel zwei Mal mit dem Rad, ansonsten machten wir viel Lagerfeuer und genossen die Pause vom Radfahren.


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