(75) Etwas Verkehr in Neu-Delhi

Wir schliefen sehr gut in Narwana, und bekamen am 10. Januar morgens Chai zum Frühstück gebracht. Nach ein paar Verabschiedungs-Selfies ging es für uns weiter. Heute schien endlich mal für einige Minuten die Sonne und das Thermometer zeigte 15 Grad, so „warm“ war es dieses Jahr für uns noch nicht gewesen, und das in Indien… Wir fuhren durch Weizenfeld- Landschaften, Dörfer und über Brücken über Querstraßen weiter. Hinter der Stadt Jind sahen wir ein paar Affen an der Straße hocken und freuten uns sehr darüber. In den nächsten 2 Kilometern konnten wir noch einige Affen beobachten, die am Straßenrand saßen, hüpften, in den Bäumen kletterten, von ihren Eltern getragen wurden oder ihre Kinder herumtrugen, ziemlich cool!

Die Ersten hüpften über diese Brücke hier
Und dann saßen sie einfach am Straßenrand
…und kamen auch von der anderen Seite
Tobi traute sich sogar, sie mit Bananen zu füttern.

Wir steuerten den Tempel in Lakhan Majra an, dort kletterten auch viele Affen am Tempel herum, da sie manchmal mit dem frisch gebackenen Chapati-Brot gefüttert werden. Oder von Mila und Tobi mit Toastbrot 🙂

Dieser saß im Baum direkt vor dem Tempel

Wir bekamen einen Chai zur Begrüßung, durften uns den Tempel ansehen und konnten unser Zimmer, sogar mit eigenem Badezimmer, beziehen. Abends gingen wir noch mit einem der Vorleser, der erst 24 ist, Momos an einem Straßenstand essen, richtig lecker!

Die Affen kletterten gefühlt die ganze Nacht immer wieder an den Gittern und über dem Wellblechdach herum, sodass wir sie immer wieder hörten, auch ganz lustig, aber nicht so sehr in der Nacht…

Am Morgen des 11. Januars mussten wir uns wieder von den lieben Menschen und den Affen im Tempel verabschieden und machten uns auf den Weg. Auch heute kam die Sonne teilweise durch die Wolken durch und wärmte uns ein wenig. Wir wussten schon gar nicht mehr, wie viel Kraft die Sonne haben kann und wie schön es ist, bei Sonnenschein Fahrrad zu fahren! Mittags kauften wir Obst und die nette Dame dort erlaubte uns, auf Stühlen hinter ihrem Stand Mittagspause zu machen, worüber wir uns sehr freuten.

Wir kochten hier warme Nudelsuppe und löffelten die leckere Papaya

Einige Kilometer weiter trafen wir an einem Restaurant, wo wir eine kurze Trinkpause machten, einen indischen Radfahrer auf einem Rennrad. Er machte heute eine Tagestour, fährt sonst aber auch längere Touren in Indien. Er lud uns zu sich zum Abendessen in die Stadt ein, in der wir heute abend sowieso schlafen wollten. Wir freuten uns auf spannende Gespräche und sagten zu. Zuerst suchten wir uns aber den Weg zum Tempel.

Durch die Straßen und zwischen den Tieren hindurch…
… und an einem Hindu-Tempel vorbei
Und dann rein in die Vorstadt

Dabei ging es schon durch kleine und volle Gassen. Der Tempel war etwas kleiner als die anderen Tempel, die wir bisher besucht hatten. Die Familie, die sich um den Tempel und die Besuchenden kümmert, hieß uns sehr herzlich willkommen und lud uns erstmal zu Tee in ihr Haus, das um die Ecke war, ein. Dazu gab es Nüsse und Kekse. Dann mussten wir der Familie erklären, dass wir leider nicht bei ihnen zu Abend essen können, da wir schon eine andere Einladung hatten. Das war für sie schwer zu akzeptieren, aber am Ende dann okay. Als sie mit Anil, dem Radler telefoniert hatten… UND wir sagten, dass wir zum Frühstück gerne zu ihnen kommen. Wir wurden also von Anil mit dem Auto abgeholt (nein, alles andere war nicht möglich) und dann machten wir ein kleines Lagerfeuer auf der Dachterrasse. Es gab leckeres Abendessen am Lagerfeuer.

Noch ein Gruppenselfie auf der Dachterrasse

Wir unterhielten uns übers Radfahren und Reisen, Anils Sohn studiert in Irland und ist gerade in den Ferien hier und seine Frau macht Keksbällchen, die wir dann auch zum Nachtisch probieren durften. Wir hatten der Familie im Tempel versprochen, nicht nach 22 Uhr nach „Hause“ zu kommen, damit sie den Tempel rechtzeitig schließen können. Daher brachte uns Anil pünktlich nach Hause und wir konnten wieder ruhig in dem nicht stark besuchten Tempel schlafen.

Am 12. Januar wurden wir schon beim Frühstück erwartet und es gab das typische Frühstück: Paratha, die Kartoffel-Mehlfladen mit Joghurt und „Pickles“.

Mmmmh, Paratha!
Noch ein Abschieds-Selfie mit den neuen Tüchern für Mila und Karin

Heute soll es nach Delhi gehen, wir hatten noch 40 Kilometer bis zu unserem warmshowers-host in Hauz Khas in Delhi. Wir versuchten, die einfachste Strecke durch die Stadt zu finden und los ging es.

Hier war mal wenig genug los, um die Kamera sicher aus der Lenkertasche zu holen und sie danach wieder zu verstauen
Auch ein Blick in Delhi
Hier machten wir eine kurze Mittagspause an der Straße und es war schon warm genug, um die Jacke und einen Schal auszuziehen!
Und so ist der Verkehr meistens um uns herum

Nach Delhi und in Delhi Fahrrad fahren ist… ungefähr wie wir uns das vorgestellt haben. Es ist voll mit Autos, Bussen, Rikshas, Mopeds, Kühen, Fußgänger*innen und Radfahrenden. Es wird viel gehupt und jede*r sucht sich ihren/seinen Weg durch den Verkehr. Und obendrüber und teilweise unterirdisch fährt noch die Metro. Wir kommen relativ gut durch und sind sogar 10 Minuten zu früh bei unseren Warmshowers-hosts an. Mila und Tobi probieren solange mal neues Streetfood aus, frittierte Kartoffelbällchen mit Saucen und Salat. Bei unserem Host-Ehepaar, das aus den USA stammt, treffen wir noch einen Radreisenden aus Belgien und unterhalten uns den Abend lang über Radreisen, denn unsere Hosts reisen immer wieder mit ihrem Tandem durch die Welt!

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