Am Montag, den 15. Januar frühstückten wir kurz und dann hieß es für uns wieder Sachen packen und dann mussten wir uns von Mila und Tobi verabschieden…. Die beiden haben eine andere Route aus Delhi raus gewählt als wir, wollen nicht am Taj Mahal vorbei und da Tobis Schwester die beiden besuchen kommt, haben sie einen strafferen Zeitplan in Indien als wir. Also fuhren wir zu zweit durch das Gedränge von Delhi und bahnten uns nach und nach den Weg in Richtung Süden. Zum Glück mussten wir nur zweimal abbiegen und dann waren wir schon auf der Hauptstraße, der wir aus der Stadt heraus folgen wollten.

Auf der Straße angekommen, floss der Verkehr halbwegs flüssig, da es keine Ampeln gab und so konnten wir ganz entspannt die ersten 35 Kilometer aus der Stadt heraus fahren.

Als wir das geschafft hatten, machten wir eine Mittagspause im Schatten an einem aktuell geschlossenen Kiosk, wir hatten eine Holzbank und konnten in Ruhe eine Nudelsuppe kochen. Am Ende unserer Pause machten wir noch ein Bild mit einem jungen Mann, der gerade vorbeikam und dann ging es auch schon weiter in Richtung Palwal. Nach insgesamt 60 Kilometern kamen wir in Palwal an und fanden auch schnell wieder einen Tempel, in dem wir übernachten konnten.

Wir hatten einen Raum mit einem weiteren Menschen, der wohl aktuell hier im Tempel lebt. Wie immer, wenn man in einen Tempel der Singh kommt, bekommen wir auch Essen und Tee angeboten. Wir lehnten jedoch erstmal ab und machten es uns in unserem Zimmer gemütlich. Am Abend gingen wir dann wieder raus zu den anderen und bekamen bei einer Runde Tee erklärt, wer nun mit wem verheiratet und wer die Geschwister von wem sind. Es lebt eine Frau mit ihren zwei Kindern direkt neben dem Tempel, ihr Mann ist gerade auf Mission in Indonesien. Erst gingen wir noch zum musikalischen Gebet in den Tempel, zu dem noch mehr Menschen kamen. Danach bat eine ältere Frau an, für uns Abendessen zu kochen und weg war sie. Nach kurzer Zeit und einigen Selfies und Fragen, wo wir herkommen und hinfahren, kam sie mit dem Abendessen zurück. Wir durften/sollten das Abendessen im Schlafzimmer der hier wohnenden Frau essen. Es war mal wieder ziemlich scharf, Simon findet das gut, Karin die Schärfe unnötig… Da in zwei Tagen der Geburtstag des 10. Gurus des Sikhismus ist, wird hier gefeiert. Wir wurden eingeladen, nachts um 4 bei der Prozession vom Tempel durch das Dorf und wieder zurück mitzugehen. Wir sagten, dass wir mitmachen, wenn wir wach seien… Erstmal gingen wir schlafen.
Um 4 Uhr waren wir natürlich leider nicht wach, sondern schliefen schön weiter, wir haben Teile des Gesanges der Prozession gehört, wollten aber nicht aufstehen. Um kurz nach 8 standen wir dann auf und bekamen noch Kartoffelfladen und Tee zum Frühstück. Nach dem Aufpacken und noch drölf Selfies machten wir uns bei nebligen 9 Grad wieder auf.

Die Hoffnung, den zweiten Tag in Folge ohne Mütze zu fahren, zerschlug sich bald, denn es blieb so kalt und neblig. Wir fuhren sogar mit Licht, denn zeitweise konnten wir nur ca. 50 Meter weit durch den Nebel sehen.

Wir wollten heute aber gerne 90 Kilometer fahren, denn dort hatten wir den nächsten Tempel auf der Karte gesehen. Also Mütze an und los! Das beste bei diesem kalten Wetter ist, in Bewegung zu bleiben. Wieder sahen wir immer wieder kleine Feuerchen, um die sich die Menschen scharten. Als wir als Päuschen kurz Bananen aßen, kamen ein paar Affen dahergesprungen und nahmen sich die Bananenschalen, um sie auszulutschen. Wir fragten uns, ob sie uns auch ganze Bananen mopsen würden. Wir packten schnell zusammen und fuhren weiter. Zur Mittagspause nach 44 Kilometer fuhren wir an eine Tankstelle, wo wir zwei Stühle von den Mitarbeitern bekamen und uns kurz ausruhten. Aber nicht zu lange, denn es hatte nur 11 Grad, also weiter mit den Rädern. Unsere Körper machten die längere Strecke seit langem erstaunlich gut mit…

Wir kamen am Nachmittag in dem richtigen Tempel in Mathura an und waren ziemlich glücklich, es gut geschafft zu haben. Hier bekamen wir ein Zimmer mit Bad für uns, die drei Töchter des Verantwortlichen zeigten uns unser Zimmer, kopierten den Pass und dann durften wir uns vom Tag erholen.
Am Mittwochmorgen waren wir um halb 9 wach, Simon machte Porridge, wir frühstückten und packten zusammen. Von der Familie bekamen wir noch einen Frühstückstee und dann radelten wir mal wieder durch den 9 Grad kalten und nebligen Morgen. Heute hatten wir noch 60 Kilometer bis zu unserem Hostel in Agra zu radeln. Am nächsten Tag wollten wir das Taj Mahal, das Mausoleum von Mumtaz Mahal, der Lieblingsfrau des Shah Jahan, besichtigen. Aber wenn es so neblig wie heute sein sollte, könnte es schwierig werden, es zu sehen.

Wir fuhren weiter auf der Hauptstraße, die immer wieder über Querstraßen führte und ansonsten nicht viel Spannendes für uns zu bieten hatte.

Für die Mittagspause suchten wir uns einen ruhigen Platz vor ein paar leeren Häusern… Dachten wir, denn kaum hatten wir unseren Kocher ausgepackt, kamen ein paar Männer und schauten sich unseren Kocher uns unsere Fahrräder genau an. Wir konnten uns nicht so gut mit ihnen verständigen, aber der Besitzer des Hauses lud uns in seinen Hof ein und fragte, ob wir Tee wollten. Wir kochten uns aber selbst Tee und waren mit unseren Nudeln ganz glücklich. Als wir dann essen konnten, zerstreute sich die Menge wieder und wir konnten in Ruhe essen. Wir teilten dann noch Kuchen mit dem Mann und fuhren frisch gestärkt weiter.

Dann ging es in die doch ganz schön große Stadt Agra rein und der Verkehr wurde mehr. Karin war etwas genervt von den Kraftfahrzeugführenden, die entweder schlecht oder hupend oder gegen die Fahrtrichtung fuhren oder einfach anhielten oder einfach losfuhren, ohne zu schauen… Aber irgendwie funktioniert der Verkehr ja hier und man muss einfach mitmachen, denn ärgern hilft nichts. Unser Hostel liegt günstigerweise ganz in der Nähe des Taj Mahal, also schlängelten wir uns die letzten Kilometer durch Gassen und Straßen voller Touristen und dann waren wir endlich da. Wir bezogen unser Zimmer, duschten und gingen dann mal die Straßen nach Essen abchecken.


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