Gut erholt und halbwegs ausgeschlafen machten wir uns am Montag, den 4.3. entspannt und zufrieden wieder auf den Weg. Wir fuhren die ersten 10 Kilometer, bis wir ein kleines Restaurant fanden, in dem viele Einheimischen saßen und frühstückten. Also hielten wir an, suchten uns ein paar Teigwaren aus, bestellten Tee dazu und genossen unser Frühstück. Weiter ging es auf der Hauptstraße, die leider meistens eine Großbaustelle ist. “In 2 Jahren ist das bestimmt fertig”, sagen die Leute hier.

Da gab es die Möglichkeit, einen Abzweig in Richtung Küste zu nehmen. Damit waren zwar auch ca. 10 Kilometer Extraweg verbunden, aber egal, endlich mal wieder weg von der großen Straße. Auf der kleinen Straße war dann zwar auch relativ viel los, aber die Menschen fuhren umsichtiger und wir konnten den Blick in die Kokos- und Bananenpalmen genießen. Zwischendurch konnten wir auch mal das Meer und die hier einfach dazu gehörenden Sandstrände sehen. Und hin und wieder kam mal eine Brücke über eine Flussmündung, einen Kanal oder die Eisenbahn.


In den Dörfern gab es erstaunlich viele richtig schicke Villen, die waren dann etwas weiter hinten auf dem Grundstück errichtet und davor war ein dicht bewachsener Garten mit Kokos, Bananen, Mangos und Bambus. Bestimmt wuchsen dort noch viele andere Pflanzen, die wir aber im Vorbeifahren nicht erkannten.

Nach ca. 50 Kilometern Idylle entschieden wir uns dann mal zum Mittagessen. Obwohl es viele kleine Restaurants gab, fanden wir nicht so schnell eins, das uns passte, einige hatten geschlossen, andere sicherlich nur Fisch, Fleisch oder Frittiertes. Wir fanden dann ein Restaurant, das mit einem Schild, auf dem viele verschiedene Gerichte abgebildet sind, Werbung machte. Dort fragten wir, ob es eine Speisekarte gäbe, man antwortete uns “Heute gibt es Reis mit Geflügel”. Einer der Kunden, die dort gerade ihr Mittagessen kauften, fragte, was wir denn möchten und wir sagten “etwas Vegetarisches“. Er meinte, direkt um die Ecke sei eine Klinik und die Kantine dort hätte vegetarisches Mittagessen. Damit wir das 200 Meter entfernte Ziel auch finden, fuhr er mit seinem Moped voraus und zeigte uns netterweise den Weg. Die Kantine war relativ klein, aber egal, es gab vegetarisches Essen, das war sehr lecker, nicht sonderlich scharf, und Tee gab es auch noch.

Da hatten wir einen sehr guten Tipp bekommen. Irgendwann ging es dann weiter und zurück auf die Hauptstraße, und dann auch schon rein in die Stadt Kannur. Da fuhren wir noch 10 Kilometer, bis wir ein passendes Hotel gefunden hatten.
Nach dem Einchecken fuhren wir noch zu einer Autowaschanlage und dort ließen wir unsere Räder einmal etwas sauber machen, selbstverständlich nicht mit dem Hochdruckreiniger.

Zurück beim Hotel machten wir noch den Antriebsstrang gründlich sauber und ölten dann die Ketten neu. Das war richtig nötig und da wir ein neues Kettenöl haben, wollten wir vorher alles richtig sauber machen. Die letzte Fahrradwäsche lag auch schon etwa 11000 Kilometer zurück. Etwas kaputt aber sehr zufrieden ging es unter die Dusche und dann auch schon bald ins Bett.
Am Dienstag wachten wir schon nachts immer wieder auf, weil es unerträglich warm im Hotelzimmer trotz Ventilator war. Die Fenster hatten keine Mückengitter, weshalb wir uns nicht trauten, sie zu öffnen und zerstochen zu werden. Da muss wohl mal der (Achtung! Schwäbisch:) “Muggagiddrmo” kommen… Wir wachten also schon ziemlich gerädert mit dem Wecker auf, fuhren aber gut mit den frisch gewaschenen Fahrrädern los. Zum Glück gibt es Fahrtwind! Es ging wieder ne Weile über die Baustelle, die man kaum Highway nennen kann.


Dann ging es mal wieder durch eine Stadt, denn hier ist gefühlt alles besiedelt. Da war eine Durchgangsstraße gesperrt, weswegen der ganze Verkehr durch die Einkaufsmeile geleitet wurde und wir an vielen Kleidungsgeschäften vorbeifuhren.

Danach ging es wieder auf den Highway mit einigen „diversions“, also quasi Umleitungen, wo die Straßen um die Baustelle geleitet wurde. Es fuhren heute 5 Krankenwägen an uns vorbei. Irgendwann mittags war uns beiden ziemlich heiß, sodass wir an einem Obststand/Supermarkt/Saftladen/Imbiss hielten, uns in den Schatten setzten und kalte Limo und kaltes Wasser tranken. Die beste Strecke heute kam dann: Die Straße war einspurig und die Fahrzeuge mussten einfach alle hintereinander fahren und konnten sich nicht überholen. So entspannt konnten wir schon lange nicht mehr fahren… Leider war das nach höchstens fünf Kilometern auch wieder vorbei und es fingen wieder viele an zu hupen und zu drängeln. Naja, Straßenverkehr in Indien halt.

An einem kleinen See, um den viele Tempel gebaut waren, hielten wir an, um je eine Kokosnuss zu genießen. Erst wird einem die Kokosnuss so weit geöffnet, dass man das Kokoswasser trinken kann. Dann wird die Kokosnuss halbiert und das Fruchtfleisch von der Schale getrennt, sodass man das zarte Fruchtfleisch essen kann. Es roch immer wieder nach Kokosöl, das hier gepresst wird, das riecht richtig gut! Abends kamen wir in Kozhikode an, wo wir die Klimaanlage richtig genossen!
Für Mittwoch, den 6.März hatten wir gesehen, dass es kleine Straßen gibt, die wir nutzen können und nicht auf den Highway müssen. Da war das Fahren heute richtig schön und wir erlebten einige Highlights:
- Wir sitzen schon um 7:10 Uhr auf den Rädern, es ist noch ruhig und kühl
- Die kleinere Straße mit wenig Verkehr
- Viele Palmen und Bäume, die das Klima angenehm machen
- Im Morgengrauen fahren wir am Meer entlang
- Dort sitzen Männer im Schatten der Palmen und flicken Fischernetze
- Wir radeln unter einer Kokospalme durch, von der gerade geerntet wird
- Ein kleiner Junge kann gerade so winken und winkt uns freudig zu
- In den kleinen Dörfern grüßen uns immer wieder Kinder
- Immer wieder Katzen
- Ein etwa fünf Meter großer Lionel Messi mit Blumenkette unter Palmen
- Chai, immer wieder
- In einem kleinen Restaurant knallt es, niemand wundert sich, ach, es ist ne Kokosnuss aufs Blechdach gefallen
- Mango- und Jackfruitbäume, Bananen- und Kokospalmen, auch Cherimoya, und wir fahren immer drunter durch
- Zwei Jungs fahren auf ihren Fahrrädern ohne Gänge und Bremsen im Kreis auf ner kleinen Straße und dann einige Meter mit uns mit
- Bananen, die in Teig frittiert werden und an vielen Ecken angeboten werden
- Natürlich immer wieder Brücken
- Auf etwa 500 Meter fahren wir an mindestens 5 Moscheen vorbei, deren Gebete gerade alle erklingen
- Es wird Müll zusammengefegt, in Säcke gepackt und in Gitterkästen gesammelt
- Wassermelonen, die in großen Mengen verkauft werden
- Zwei Ziegen meckern am Straßenrand in einem Dorf
- Ein Transporter mit Lautsprechern fährt vorbei, der laute Musik spielt






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