(86) Fahrräder und Fähre


Der Nachtwächter wollte am Donnerstag, den 7. März morgens noch ein Selfie mit uns, bevor wir wieder halbwegs früh losfuhren und heute erstmal wieder auf die große Hauptstraße fuhren. Diese hatte heute auch einige Hügel für uns zu bieten, nicht nur, wenn es über Brücken ging. Wir hielten an einem “tea stall” an, um Frühstück und Tee zu uns zu nehmen. Es gab Porota mit scharfem Erdnusscurry. Bis auf die starke Schärfe echt lecker. Dann bot sich die Gelegenheit für eine kleine Straße, die wir direkt nutzten.

Hier im Süden wird die politische Meinung recht offen kommuniziert


Wir sahen einige Reisfelder in den nassen tieferen Gegenden und weiterhin Kokosplantagen in etwas höheren Gegenden.

Die Reisfelder haben so ein schönes Grün!
Die Palmen spenden Schatten für grasende Tiere

Und auch wieder viele Mangobäume mit immer noch grünen Mangos. Es kamen immer wieder Schulkinder auf Fahrrädern mit einem Gang vorbei, die uns fröhlich grüßten.
Dann ging es wieder auf die Hauptstraße, an dem an vielen Orten Häuser halb abgerissen oder neu gebaut werden. Manche standen wohl im Weg und in den neuen Häusern können ja neue Geschäfte oder Werkstätten direkt am neuen Highway aufgemacht werden. Wir machten eine Eispause an der Straße. Es kam eine Familie in einem Auto vorbei, ein Mann sprach uns an und meinte zu uns, dass es für uns echt hart sein muss, auf dem Highway zu fahren…

Dann fuhren wir wieder auf eine Parallelstraße durch Dörfer, diese hatte einige Schlaglöcher oder halt Stellen ohne Asphalt, sodass man hier ein bisschen Slalom fahren musste. Wir sahen viele kleine Läden und kleine Imbisse, es gibt viele frittierte Snacks und Menschen, die Lotterielose verkaufen, das ist hier im Bundestaat Kerala wohl ziemlich verbreitet. Wir sahen auch viele Mopeds und Fahrräder mit einer Vorrichtung für die Lose vorne drauf. Mitten in den Dörfern sahen wir oft eine prunkvolle Kirche, die aber vor allem eine große Fassade hat und dann doch nicht soo groß ist.

Manche Kirchen haben auch Lautsprecher und übertragen den Gottesdienst nach draußen

Schulen sind oft daneben. Mittags hatten die Schulkinder Schule aus und gehen oder fuhren mit dem Bus nach Hause und grüßten uns auf dem Weg mit “Hii, how are you?”.
An einem schönen Stand hielten wir, um Tee zu trinken und frittierte Bananen zu essen. Dann waren wir auch schon bei der “nice Villa“, unserer Unterkunft für heute Nacht. Es war ein schönes Zimmer mit geteilter Küche, Esszimmer und Balkon. Dort ruhten wir erstmal aus und gingen später noch raus, um Essen zu gehen. Aber das sollte nicht so einfach werden.
Es ist uns schon öfter passiert, dass wir nicht verstanden werden, aber heute war es extrem.
Im Restaurant fragten wir, ob es Thali gibt, aber uns wurde gesagt, dass es das heute nicht mehr gäbe. Wir bestellten gemischten Reis. Kurz nach uns kam eine Familie ins Restaurant, die alle Thali aßen. Wir fragten den Kellner, was die denn essen. “Thali, south indian meal.“ Ahja, mehr wollten wir nicht wissen. Dann fuhren wir noch zu einem Saftladen, wo es Säfte und Shakes gibt. Wir tranken unsere Shakes, das war alles richtig. Dann wollten wir gerne noch zwei “fried banana”, also frittierte Bananen mitnehmen. Kurz darauf bekamen wir zwei Getränke, also wahrscheinlich Bananenshakes. Wir sagten, dass wir “fried banana” gesagt hatten. Uns wurde gesagt, dass sie das gerade nicht hätten. Wir sahen auch wirklich keine, drehten uns also weg und gingen. Als wir uns aufs Fahrrad setzten, wurde gerade ein volles Tablett mit frittierten Bananen gebracht 🤦
Dann gingen wir einfach in unsere Villa, duschten und schliefen ein.

In der Küche konnten wir am Freitag Porridge kochen und dann direkt aufbrechen. Es ging auf einer mittelgroßen Straße voran, durch Dörfer, über Brücken und an richtig vielen Radfahrenden vorbei.

Hier fährt wohl das Fahrradtaxi
Dieser Junge fuhr etwa einen Kilometer mit uns mit
Die Straße war nicht immer die Beste. So wie hier war sie aber wirklich nur ganz kurz…
Sternfrüchte wachsen übrigens so

Wir hörten von Weitem Trommeln und dann auch Musik, als wir näher kamen und wir sahen eine Feier mit vielen Menschen, Instrumenten, viel Konfetti, tanzende Menschen und Männer, die sich mit hohen Holzpyramiden auf dem Kopf drehten.

Hier war einiges los!

An einer Ecke machten wir eine Snackpause mit Tee, Blätterteigschnecken und süßen Teilen. Wir hatten für heute nicht so viel Strecke vor uns. Wir sind nämlich schon kurz vor Kochi, der Stadt, wo am 15.3.24 ein Zug mit uns und unseren Fahrrädern nach Neu-Delhi fährt. Mittags ging es mit einer Fähre über einen Fluss.

Alles auf der Fähre verstaut

Dieses Mal war es nur eine kleine Personenfähre, für die wir unsere Fahrräder abpackten und dann alles einzeln auf die Fähre trugen. Das Ganze wollten wir bei Ankunft auch wieder ausladen, aber schlimmer als in U-Bahnhöfen drängelten die Inder*innen auf die Fähre, die ja bestimmt noch ablegen würde, solange wir da noch mit Sack und Pack drauf waren. Naja, wir setzten uns durch und die anderen mussten bestimmt ganze 30 Sekunden warten. Dann luden wir die Fahrräder in Ruhe draußen wieder auf, die Fähre war noch nicht losgefahren…
Dann fuhren wir das letzte Stück auf einen schmalen Landstreifen zwischen Meer und einem See, wo Resort an Lodge, an Inn, an Restaurant, an Hotel, an Strandbar, an convention centre, an Saftladen, an Kiosk, an Café gereiht ist. Wir suchten uns ein Inn mit günstigem Preis und Meerblick aus. Hier genossen wir nochmal den Meerblick, bevor es bald wieder weit weg vom Meer geht…

Wir blieben noch eine Nacht am Meer, so konnten wir den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, blog schreiben und nebenher aufs Meer schauen, richtig schön! Am Sonntag machten wir uns dann auf den kurzen Weg nach Kochi, in die Nähe des Bahnhofs. Der Weg führte uns heute durch eine Perlenkette von Dörfern. Wir konnten keine Ortsenden und -anfänge ausmachen, es war gefühlt alles ein großes Dorf. Dementsprechend war auch überall etwas los, wir fuhren an vielen Läden, Teeläden, Saftläden und Restaurants vorbei. Und die Straße war auch voll mit Mopeds, Bussen, Autos, Rikschas, Fahrradfahrenden und Fußgänger*innen.

Wer fährt hier in die falsche Richtung? Niemand, wir sind in Indien…
Nein, das Auto hätte nicht noch zwei Sekunden warten können!
Ein praktischer Abstandhalter, so eine Motorsäge

Kurz vor Kochi ging es noch über eine Aneinanderreihung von Brücken, die etwa 3 Kilometer lang war und dann waren wir in Kochi.

Obwohl es hier so aussieht, als könnte man den Fahrradweg nutzen, täuscht das. Eigentlich ist das ein Parkstreifen für Busse, Mopeds und Rikschas

Das ist für uns die südlichste Stadt in Indien, denn von hier geht es am 15.3.24 mit dem Zug wieder nach Neu-Delhi. Das erste Hotel, das wir aus ausgeguckt hatten, gefiel uns und so konnten wir hier einchecken, etwas ruhen und die Zugfahrt organisieren.

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