(91) Auf nach Nepal!

Nach den Frühstück ging es los, auf nach Nepal! Wir gaben unsere letzten indischen Rupien in einem Laden in der Stadt aus und fuhren dann die letzten sechs Kilometer in Indien bis zur Grenze. Diese sollte um 10 Uhr aufmachen, wir waren fünf vor 10 Uhr beim Ausreiseschalter, wo der Beamte gefühlt gerade erst aufgestanden war. Naja, unsere Namen wurden in ein dickes Buch eingetragen und wir bekamen einen Ausreisestempel. Zwischendrin hopsten ein paar Affen herum und wir mussten noch unsere Radtaschen scannen lassen. Auf der Straße war schon richtig viel los, vor allem Fahrradfahrende und Menschen zu Fuß, die wohl aus einem Bus in Nepal ausgestiegen waren. An dieser Grenze kann die Bevölkerung Indiens und Nepals quasi grenzenlos passieren. Alle anderen Bürger können nur von Indien nach Nepal reisen. Wir packten alles wieder auf und fuhren dann weiter, bis wir ein kleines unscheinbares Haus mit einem Schild “immigration office” sahen. Dort mussten wir erstmal pro Person 50 Dollar in wunderschönen Scheinen ohne Knicke und Risse bezahlen. Wir wussten davon und trotzdem war es schwierig, Scheine zu haben, die den Beamten gut genug waren. Wir hatten aber zum Glück genug gute Scheine dabei. Dann musste jede/r noch Daumenabdrücke geben und schon (2 Stunden später) hatten wir den nepalesischen Stempel und Kleber im Pass!
Dann organisierten wir noch eine SIM-Karte, wechselten etwas Geld und suchten hungrig nach Essen.
Während des Wartens auf die SIM-Karte konnten wir beobachten, wie zwei Hirtinnen versucht haben, eine Herde Kühe in eine Seitenstraße zu treiben. Diese hatten jedoch ihren eigenen Willen und drehten immer wieder um und liefen woanders hin. Irgendwann gaben es die Frauen, die aber ganz glücklich bei ihrer Arbeit aussahen, auf. Später sahen wir die Kühe friedlich auf einer Grünfläche neben der Hauptstraße und die Frauen ruhten sich auf einer Bank aus.

Die Kühe wollten immer wieder aus dem Spülwasser des Cafébesitzers trinken, dieser scheuchte sie immer wieder weg


Wir fanden ein leckeres Thali und stellten dann fest, dass wir heute noch gar nicht viele Kilometer gemacht hatten.

Also hieß es Volle Kanne am Nachmittag fahren! Es war endlich mal wieder angenehmes Radeln! Es wurde deutlich weniger gehupt, es waren richtig viele Fahrräder unterwegs, wir wurden nicht angestarrt, sondern nett gegrüßt oder uns wurde von weitem zugewunken und wir waren sehr glücklich, als die Fahrer zweier Busse, die am Straßenrand standen, schauten, bevor sie auf die Straße fuhren.

So schöne Hosen haben die Frauen hier an!

Die Siedlungen hier haben einen ganz neuen Charme, wir sahen viele Kühe, die an oder auf der Straße lagen und wir fuhren durch Wälder, wo wir den Vögeln zuhören konnten. Zur teatime machten wir eine Teepause in einem Dorf, wo wir gefragt wurden, wie wir das machen, wenn die Menschen kein Englisch sprechen. Wir sagten, wir finden immer wieder jemanden der/die Englisch spricht, und sonst zeigen wir auf das, was wir wollen. Dann standen die letzten Kilometer für heute an und wir kamen nach Attayia, wo wir ein Hotel mit Restaurant fanden. Hier gab es vor allem indische Gerichte, die wir hungrig und glücklich verspeisten. Der erste Tag in Nepal gefiel uns sehr gut!

Auch am 27.3.24 starteten wir nach dem Frühstück in Richtung Osten.

Schon nach zwei Kilometern mussten wir Pause machen und uns erstmal freuen:

Gibt es kein besseres Bild davon?

Es war morgens schon ziemlich warm und sollte über den Tag noch wärmer werden. Wir fuhren durch Wälder, Felder und Dörfer ohne große Vorkommnisse. Mittags kauften wir Gemüse und kochten Linsengemüse mit Kartoffeln.

Hier konnten wir Obst und Gemüse kaufen

Dafür setzten wir uns unter ein Vordach eines Wohnhauses. Kurz darauf kamen zwei Jungs mit einem jungen Hund auf dem Fahrrad nach Hause und begrüßten uns freundlich. Dann setzten sie sich zu uns, bestaunten unsere Fahrräder, fragten nach unserer Reise und erzählten uns vom Wechselkurs von Dollar zu nepalesischen Rupien. Also für Schuljungs waren die beiden wirklich super höflich und freundlicher als viele Menschen, die wir in letzter Zeit getroffen haben.

Die Straßen durch die Städte sind ziemlich weitläufig und es gibt einfach Platz!

Dann fuhren wir weiter und die Menschen grüßten uns freundlich von nah und fern, viele Kinder riefen uns auch von weitem zu. Eine Frau, die hinten auf einem Roller saß, schenkte uns Schokokekse, die wir bei einer Teepause danach gleich verspeisten.
Es war ziemlich warm, aber wir bissen uns durch, unser heutiges Ziel zu erreichen, was kilometermäßig nicht megaweit war, aber es fiel uns allen nicht so leicht, der Gegenwind half nicht wirklich. Abends fanden wir, weil hier viele Nationalparks mit Tigern sind, ein Hotel mit Restaurant, wo wir wieder aßen und dann bald schliefen.


Am Morgen des 28.3.24 ging es aus Kailali raus, zuerst auf einer wunderschönen Straße, gut asphaltiert, schöne Häuser zwischen Gärten und Feldern, viel herumlaufende Enten, Hühner und Ziegen und viele freundlich winkende und grüßende Menschen allen Alters.

Wir sehen hier oft Kürbisse auf den Dächern wachsen

Dann hatte es plötzlich ein Ende mit dem Asphalt und es ging auf Schotter weiter.

Etwas staubig ist es hier…

Wir wurden weiterhin gegrüßt, konnten aber nur bedingt zurück grüßen, da wir uns auf die Schotterpiste konzentrieren mussten. Zwischendrin war dann doch wieder besserer und schlechterer Asphalt.

Mittendrin flattert die Nepalflagge

Für die Mittagspause kauften wir wieder Gemüse und Reise und kochten im Grünen gemütlich ohne Störung unser Mittagessen, sehr schön!
Dann bestand die Straße fast nur noch aus Flusskieseln in Staub, was uns ganz schön durchschüttelte. Wir fuhren Slalom und suchten uns die schönste Strecke auf der Straße. Uns kamen einige Menschen auf Fahrrädern entgegen, denen die Straßenverhältnisse scheinbar nichts ausmachten. Zehn Kilometer vor dem Ziel machten wir noch eine Teepause und dann waren wir um halb fünf in einer Logde beim Bardiya Nationalpark. Hier wollten wir zwei Tage bleiben, um unsere schmerzenden Hintern vom Radfahren auszuruhen… Spontan beschlossen wir, dass wir uns ja im Nationalpark, wenn wir einmal hier sind, auch etwas anschauen können und das am besten in einer “Jungle Walking Tour” mit Guide. Wir aßen unser erstes Dal Bhat in Nepal, bestellten Müsli fürs Frühstück um 6:30 Uhr und gingen schlafen, um so früh auch wach sein zu können.

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