(94) Hinauf nach Kathmandu

Die nächsten zwei Tage warteten einige Höhenmeter auf uns, es ging in die Berge! Hannah und Maik waren am Abend zuvor wieder zu uns gestoßen, sie hatten noch einige Nashörner, aber leider keinen Tiger auf ihrer Safari gesehen und waren nun bereit, mit uns nach Kathmandu zu fahren. Am Sonntag, den 8. April standen wir in Hetauda vor 6 Uhr auf, um schon kurz nach 7 Uhr auf den Fahrrädern zu sitzen und noch bei den kühlstmöglichsten Temperaturen so viele Höhenmeter wie möglich zu schaffen. Die ersten 10 Kilometer waren flach, dann ging es mit 3 bis 9 Prozent Steigung hinauf.

Erstmal an kleinen Ziegen vorbei, die wir gern mitgenommen hätten, weil sie so süß waren, aber dann doch nicht bergauf mittragen wollten 😉

Heute hatten wir zwei Berge mit einmal 800 und einmal 600 Höhenmetern zu erklimmen, mit einer Abfahrt von etwa 500 Metern dazwischen. Hannah und Maik mit ihren leichteren Fahrrädern fuhren voraus und wir radelten gemütlich den Berg zu zweit hinauf. Wir machten immer wieder Trink-, Snack- und Verschnaufpausen und genossen auch immer wieder die Aussicht, die nach oben immer schöner wurde. Leider war die Aussicht wegen kontrollierter Waldbrände, die größere Brände verhindern sollen, nicht wirklich klar, aber wir konnten trotzdem die terrassierten Felder sehen und bestaunen. Wie arbeitsintensiv der Reis- und Maisanbau hier sein muss!

Nepalesische Landschaften – zum Genießen!

Wir hatten uns extra die am wenigsten befahrene Straße in Richtung von Nepals Hauptstadt ausgesucht und es war wirklich wenig Verkehr. Der Straßenbelag war meistens Asphalt, nur manchmal ging es über Schotter, was bergauf echt anstrengend war.

Selten kamen wir durch Dörfer oder sahen auch nur einzelne Häuser

Nach dem ersten Berg konnten wir die Abfahrt genießen, den Schweiß trocknen, bevor wir unten einen Fluss überquerten und es direkt wieder hoch ging. Vor allem Karin musste zwischendrin immer wieder Datteln essen, da wir ja früh gefrühstückt hatten und schon bald Mittagessenszeit war. Aber wir fuhren den zweiten Anstieg auch noch hinauf und folgten dann Hannah und Maik zu einem kleinen Restaurant, wo wir richtig glücklich einen Teller vegetarisches Khana mit extra Nachschlag genossen! Die Aussicht vom Restaurant war so schön, dass wir noch einen Tee tranken und eigentlich nicht wieder runterfahren wollten. Also fragten wir, ob es in diesem Haus Zimmer zum Übernachten gebe. Und es gab wirklich ein süßes Zimmer mit zwei Doppelbetten im ersten Stock für uns. Diese Aussicht wollten wir noch etwas genießen, also setzten wir uns auf die Terrasse vors Zimmer und spielten eine Runde Karten.

Hier hatte Karin mal gewonnen!

Abends aßen wir noch chinesisch zubereitete Nudeln, die hier in der Gegend schon sehr beliebt sind und gingen früh schlafen für den zweiten Tag des Anstiegs.

Zähneputzen und dann ab ins Bett!



Am nächsten Tag waren wir dank Maik auch wieder früh wach, denn er kann nicht so lange schlafen, ist meist schon vor 5 Uhr wach und kümmert sich dann schon ums Frühstück. Wir konnten also den Sonnenaufgang beim Frühstück wirklich genießen. Kaum war die Sonne aufgegangen, hatte sie schon richtig Kraft und wir machten uns schnell daran, loszukommen.

So eine schöne Abfahrt am Morgen ist schon schön!

Zuerst wartete eine Abfahrt von etwa 400 Metern auf uns, und danach ein kontinuierlicher Anstieg von 1300 Metern (der zweitgrößte stetige Anstieg für uns beide auf der Reise). Die Abfahrt war sehr schön, schon bald waren Maik und Hannah davongedüst und wir genossen teilweise noch die Aussicht im Morgengrauen in den Bergen Nepals!
Unten war wieder ein Fluss, den wir über eine Brücke überquerten und dann ging es bergauf und bergauf und bergauf. Auch heute gab es kurze Strecken mit Schotterweg. An einer Stelle war ein großer Bagger dabei, den Felsen zu zertrümmern, um die Straße breiter zu machen. Während er arbeitete, mussten die Fahrzeuge warten und immer wieder fuhr er zur Seite, um den Verkehr durchzulassen. Als wir dort ankamen, wollte der Bagger gerade wieder zur Arbeit, als wir vom Einweiser bemerkt wurden und dieser uns anwies, schnell auf dem Schotter am Bagger vorbeizufahren. Naja, schnell war nicht so einfach, aber wir gaben unser Bestes, um die Arbeit nicht aufzuhalten.

Hannah und Maik mussten mit anderen warten…
Hier war mal wieder eine Strecke mit Schotter. Danke an Maik für diese beidenn Bilder!

Danach ging es weiter bergauf, bis zum Gipfel, also der Stelle, wo die Straße ihre höchste Stelle erreichte, auf 2020 Meter!
Auch hier oben gab es kein Restaurant, um endlich Mittagspause zu machen, also ging es direkt wieder runter in die nächste Kleinstadt, wo wir uns Momos und Tee gönnten.

Weißkohl am Hang. Simon würde hier nicht so gerne arbeiten 😉
Zwischen Bergen und der Großstadt…

Dann folgte die wohl schwierigste Etappe des Tages: in die Großstadt Kathmandu reinfahren. Wie immer ist es kein Spaß in volle, laute, mit Motoren vollgestopfte Städte zu fahren. Es war wohl auch eine Straße in der Nähe gesperrt, sodass die Straße, die wir zu einem Hotel in der belebten Gegend nahmen, heute richtig voll war und Polizisten versuchten, den Verkehr so gut wie möglich zu regeln, was keine leichte Aufgabe war. Irgendwie haben wir es dann doch durch das Gedränge geschafft und kamen in unserem Hotel an. Hier konnten wir erstmal eine Nacht buchen, was wir auch taten. Dann ruhten wir erstmal, bevor wir uns abends, als dann weniger auf den Straßen los war, noch zum Abendessen in die Gassen stürzten. Einschlafen konnten wir trotz etwas Verkehrslärm sehr gut, die Körper waren müde und wir auch.

So und jetzt sind wir für eine gute Woche in Kathmandu, um unsere Weiterreise auf der Straße zu organisieren. Wenn alles klappt, gibt es mehr Infos 🙂

Hinterlasse einen Kommentar