(101) Amazing world bike tour


Am Morgen des 15.5. ging es wieder weiter in Richtung Süden, mehr oder weniger am Meer entlang, eigentlich haben wir es heute nicht gesehen, aber es ist nahe. Dafür fuhren wir wieder durch Reisfelder und sahen grüne Hügel in der Ferne, während wir flach durch die Gegend rollten. Es war weiterhin recht warm, um 8 Uhr zeigte das Thermometer schon 31 Grad, aber wir gewöhnen uns wohl oder übel daran. Nach einer Stunde machen wir mal wieder einen Stopp für Eiskaffee und Milchtee und dann ist es schon gar nicht mehr so weit zu unserem heutigen Ziel: Vinh.

Dieser Hund gehörte zu einem kleinen Restaurant in Vinh

Hier in Vinh hatten wir uns schon vor ein paar Tagen mit anderen Radreisenden verabredet, die uns entgegen fahren. In Vinh gab es erstmal noch Mittagessen und ein Eis, bevor wir eincheckten und die Klimaanlage genossen.

Eis beim glücklichen Schneekönig ist das Beste!

Den Rest des Tages unterhielten wir uns über das Fahrrad und die Welt mit Arev und Mathias, die auf ihrer “amazingworldbiketour” in die Welt reisen. Zuerst tranken wir einen Eiskaffee mit ihnen, und dann liefen wir etwa 20 Meter weiter zu einem kleinen Restaurant, wo wir Reisnudeln mit Sojasauce, roter leicht scharfer Sauce, Ei und Frühlingsrolle aßen. Wir kamen viel zu spät ins Bett, weil wir so viel zu bereden fanden, wir wollten aber alle vier am nächsten Morgen weiter fahren. Die anderen beiden nach Norden und wir nach Süden.



Beim Heruntertragen der Fahrradtaschen zum Fahrrad am Donnerstag knickte Karin heute morgen um und saß erstmal auf der Treppe. Aber sie wurde mit Ibu und Schmerzsalbe behandelt und dann ging es los.

Mathias und Arev fahren heute auch weiter auf ihre amazing world bike tour


Wir fuhren heute erstmal durch Reisfelder, die umgebrochen oder angezündet wurden, da war einiges los!

Einige Bauern hatten sich Sonnenschirme auf den Traktoren festgemacht

In einem Dorf fanden wir ein Café, wo uns eine lustige alte Dame mit basecap verkehrtherum Eiskaffee schüttelte, und uns dann um Hilfe beim Öffnen des Cocktailshakers bat. Zum Mittagessen fanden wir ein paar Kilometer weiter gebratenen Reis mit Tofu (und Sojasauce). Es sah schon nach Regen aus und tatsächlich ging nach einigen Minuten ein Schauer über uns los. Wir retteten uns unter ein Dach und warteten das Schlimmste ab, es blieb aber trotzdem warm und die Luft war dann besonders feucht dazu.

Alles nass, auch die Luft

Es ging noch ein paar kleine Hügel hoch und runter, durch Dörfer in eine Ebene, in der auch die Eisenbahn verläuft. An dieser fuhren wir etwas entlang und fanden dann in einer Kleinstadt ein Zimmer in einem Hotel direkt an den Schienen, na dann Gute Nacht!


Trotz der lauten Züge konnten wir gut schlafen und versuchten, heute am 17.5. mal wieder der Hitze und dem Regen zu entkommen, indem wir halbwegs früh, also um 7 Uhr auf den Rädern saßen. Am Anfang teilten wir uns noch mit LKWs die Straße, aber dann kamen wir an eine Abzweigung, wo die LKWs nach Laos abbogen, wir nicht. Hier fanden wir Mittagessen in einem Restaurant, wo auch Busse anhielten. Ab hier war die Straße für uns mega schön, ruhig und entspannt.

Wir fuhren durch Dörfer, wo wohl oft Radfahrer*innen durchfahren, denn gefühlt waren wir nichts Besonderes. Trotzdem wurden wir sehr oft sehr lieb gegrüßt und manchmal auf Englisch nach unserem Namen gefragt. Dazwischen sehen wir vor allem kegelförmige Berge, die meist vollkommen grün bewachsen sind oder noch der Kalkstein dazwischen hervorschaut.

So konnten wir heute schön durch die Gegend rollen

Außer in den kleinen Dörfern sahen wir wenige Menschen und zum Glück hatten wir eine Empfehlung für ein kleines Gästehaus direkt an der Straße. Der Hund machte auf uns aufmerksam und schon kam der Besitzer fröhlich strahlend aus dem Haus und lud uns erstmal zu einer Runde vietnamesischem Tee aus Kindergarten-Tässchen ein. Mit dem Übersetzer unterhielten wir uns beim Tee unterm Dach vorm Haus ein bisschen, während es draußen anfing zu schütten. Wir waren also genau zur richtigen Zeit angekommen! Wir schauten einem Mopedfahrer auf der Straße zu, wie er sich dunkelgrüne Regenklamotten anzog, die wie die aussahen, die wir in der Gärtnerei auch oft nutzten. Der Unterschied ist aber, dass es hier auch mit dem Regen über 28 Grad hat… Wir checkten ein, duschten und kümmerten uns noch um unsere Fahrräder. Bei Karins Hinterreifen wollte der Flicken nicht so richtig dicht halten und Simons Pedale knackten richtig nervig seit einigen Tagen. Spoiler: Karins Reifen hält, Simons Pedale haben nach 10 Minuten Stille wieder angefangen zu knacken…
Für ca. zwei Euro pro Person wurden wir abends zum Abendessen mit dem Besitzerehepaar “eingeladen”, es gab Reis, frittierten Tofu, gedünstetes grünes Gemüse (“pennywort”, das kann alles grüne Gedünstete sein) Ei, Erdnüsse und Sojasauce. Danach gab es noch eine Runde Tee, nach der wir uns aber schnell ins Bett verabschiedeten.


Am Samstag waren wir schon früh wach, denn schon um halb 7 hatte es mindestens 26 Grad und wir schwitzten, als wir nur unsere Taschen aus dem Erdgeschoss zu unseren Fahrrädern tragen mussten. Und wir wollten heute möglichst früh den Aufstieg von 260 Metern geschafft haben.

Um kurz nach halb sieben fuhren wir an einer Werkstatt vorbei, wo ein Mann schon lauthals die Kettensäge laufen ließ, um sie auszuprobieren und einige Kilometer weiter war schon das Grünzeug direkt neben der Straße gemäht. Hier scheint also viel Leben schon bei und kurz nach Sonnenaufgang zu passieren, was wir gut verstehen können.

Hier schaute die Sonne so schön zwischen den Bergen hervor

Zuerst ging es etwa 20 Kilometer durch schönste Berglandschaften in allen möglichen Grüntönen. Wir sahen fast keine Menschen und konnten einfach die Natur bestaunen.


Dann ging es die besagten 260 Höhenmeter rauf. Wir können wohl sagen, dass wir noch nie so viel geschwitzt haben, wie bei diesem Anstieg bei nicht mal 30 Grad, 4-8 Prozent Steigung und um die 70 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Oben angekommen, konnten wir uns glücklich in die Abfahrt stürzen, diese war mit w-w-wackeliger Straße leider etwas zu steil, aber endlich kühlte uns der Fahrtwind wieder etwas.

Und wir konnten die Aussicht genießen

Wir sahen hier viele Waldstücke, in denen Bäume gefällt oder neu gepflanzt werden. Hier in der Region werden an vielen Hängen schnellwachsende Akazien für Holzpellets angebaut.

Die Sonne wurde immer stärker und bald fuhren wir durch ein Dorf, wo wir unterm Ventilator Eisschokolade und Eismatchatee trinken konnten. Außerdem snackten wir noch ein mit Ei belegtes Brötchen. Während wir kurz im Schatten unser Brötchen aßen, zeigte der Tacho, der in der Sonne stand, seinen bisherigen Maximalwert: 53,3 Grad Celcius… Dann waren es nur noch 10 Kilometer bis Phong Nha, unserem heutigen Ziel. Auf den 10 Kilometern wurden wir noch ziemlich von der Sonne gebraten und der Schweiß lief uns weiter runter, bis wir im Zimmer ankamen und erstmal eine kalte Dusche genossen.

Phong Nha liegt am Son Fluss

Uns zog es nicht mehr wirklich nach draußen, wobei wir noch Wasser kaufen mussten, uns auf dem Weg noch einen Eiskaffee gönnten und abends noch etwas essen gingen, die Nudeln mit Tofu waren lecker!

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