(102) Neue Pläne ?!

Nach zwei Nächten in Phong Nha, und dem Tag dazwischen, an dem wir vor allem das kühle Zimmer genossen und auf dem Markt waren, ging es am Montag, den 20.5. wieder auf die Räder.

Hier gingen wir Obst kaufen

Wir waren halbwegs früh losgekommen, aber um 7 Uhr morgens war es schon wieder unerträglich heiß, vor allem für Karin. Wir machten eine Pause in einem kleinen Waldstück im Schatten, eine Kuh graste um uns herum und wir versuchten, abzukühlen.

Ein schattiges Plätzchen

Für Karin war es in diesem Moment irgendwie klar, dass die Weiterfahrt durch dieses warme, feuchte Klima mit extremen Anstrengungen und wahrscheinlich wenig Spaß verbunden ist. In den letzten Tagen hatte sie schon oft von Nordeuropa, Schnee und Kälte geträumt. Simon sah Karin die Unzufriedenheit an und kurz danach beschlossen wir, dass wir nicht weiter in den Süden fahren werden. Radfahren dort, wo es kühl genug ist, mittags irgendwo im Grünen zu kochen und abends im Zelt zu schlafen, das muss doch auch möglich sein!
Also war das entschieden und es hieß nun, ein neues Abenteuer zu planen: Mit den Fahrrädern, aber auch mit Zügen und Bussen in Richtung Nordwesten reisen!
Wir radelten noch bis zur nächsten größeren Stadt, Dong Hoi und suchten uns dort erstmal eine Bleibe, um zu planen. Wir wollten noch ein paar Tage “Urlaub” machen.
Wir fanden auch ein wunderschönes Café, wo wir viel Zeit verbrachten und leckere Kaffeegetränke genossen.

Und leckeres Essen gab es da auch!

Abends suchten wir ein veganes Restaurant auf, wo es ein Buffet für nicht mal 3 Euro pro Person gab, da schlemmten wir ein bisschen.

Am 22.5. checkten wir aus und radelten zum Busbahnhof, um einen Nachtbus nach Ha Long zu buchen. Die Zeit bis zur Abfahrt um 16 Uhr verbrachten wir in unserem Café. Dort trafen wir eine andere Radreisende, die auf dem Weg von Singapur nach Indien ist, und versucht, so wenig wie möglich zu planen und in den Tag hinein lebt. Dann mussten wir schon los zum Busbahnhof, dort klappte es ziemlich gut, unsere Fahrräder, die Taschen und uns im Bus zu verstauen und es konnte losgehen.

Da liegen wir im Bus


Am Anfang war der Bus noch ziemlich leer, aber er wurde noch voll, sogar auf den Wegen lagen irgendwann Menschen

Bis etwa 22 Uhr wurden immer wieder kurze Stopps gemacht, aber immer nur am Straßenrand, wo Leute schnell zustiegen. Daher konnten wir nicht wirklich auf die Toilette gehen. Etwa um Mitternacht hielten wir endlich an einem Restaurant mit Toiletten. Bis dahin hatten wir also nicht geschlafen. Und auch danach fiel es uns schwer, einzuschlafen. Simon hatte immer wieder die Füße des Jungens, der neben ihm lag, auf sich, Karin wollte es trotz der bequemen Liegen nicht gelingen, einzuschlafen. Ab 3 Uhr stiegen dann wieder Leute aus, die Sonne ging langsam auf und um 5 Uhr waren auch wir in Ha Long angekommen. Dort packten wir wieder alles auf die Räder und radelten durch die noch kühle und leere Stadt, bzw. vorbei an Ferienparadiesen zum Fähranleger, wo um 7:30 Uhr die erste Fähre auf die Insel Cat Ba fuhr.

In Ha Long fuhren wir an einem verlassenen Freizeitpark vorbei, da grüßte uns King Kong ( ist er das?)

Nach müd kommt ja bekanntlich blöd, und Karin sang auf dem Fahrrad und auf der Fähre ein Kinderlied nach dem nächsten, das ihr so einfiel. Hier eine Auswahl:
– Wenn die Sonne morgens ihre Strahlen…
– Eine Insel mit zwei Bergen
– Ich schaukel auf dem Wasser
– Paule Puhmanns Paddelboot

Wir fuhren also auf die Fähre und konnten von dort aus schöne Blicke auf die grün bewachsenen, aus dem Meer ragenden Felsen genießen.

Zuerst halfen wir einem Mann noch, seinen Hinterreifen am Moped aufzupumpen
Es ist schon etwas beeindruckend, so nah an den Felsen vorbeizufahren

Nach etwa einer halben Stunde waren wir auf der Insel Cat Ba angekommen und mussten diese nun nur noch einmal von Norden nach Süden durchqueren bis zum Hauptort der Insel, was etwa 20 Kilometer waren. Eigentlich kein Problem, aber wir hatten ja nicht geschlafen, wenig gegessen und es war warm… Trotzdem begeisterten uns die Schmetterlinge, die um uns herumflatterten.

Überall flattert es im Grünen

Als uns die ersten internationalen Menschen auf Mopeds entgegen kamen, waren wir nicht mehr weit weg von der Stadt Cat Ba, die gefühlt vor allem aus Hotels, Restaurants, Reiseagenturen, Busunternehmen und (Karaoke-) Bars besteht. Hier hatten wir uns schon ein Hotel ausgesucht, das wir ansteuerten und wo wir erstmal Mittagsschlaf machten.
Obwohl es schwer war, wieder aufzustehen, gingen wir noch Abendessen und danach aber gleich wieder schlafen. Die nächsten Tage hatten wir Zeit, die Insel zu erkunden. Wir gingen baden im Pazifik!

Das Foto war vor dem Schwimmen gehn


Am Samstag wechselten wir von unserem Hotel in ein günstigeres Hostelzimmer, denn am Wochenende wird hier alles teurer und voller.
Dann probierten wir uns durch das lokale Essen, mit gefüllten Knödel, Frühlingsrollen, Bananenblüten-Salat, gebratenen Nudeln, Tofu, Gemüse, Reis, belegte Brötchen, Bubble Tea, Eiskaffee, Mangosmoothie und vielem mehr!

Guten Appetit!

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