Wir genossen noch zwei erholsame und entspannte Tage auf der Insel, bevor wir am 28.5. morgens die Fahrräder wieder bepackten, schnell frühstückten und dann die Insel wieder nach Norden mit den Fahrrädern durchquerten, um die erste Fähre um 9 Uhr zu erreichen. Um 10 vor 9 waren wir also pünktlich am Anleger. Auf der Fähre trafen wir ein deutsches Paar, das mit dem Rucksack Vietnam erkundet. Wir quatschten mit ihnen und so verging die Fährfahrt durch die schöne Bucht viel zu schnell und schon waren wir wieder auf dem Festland in Ha Long. Hier galt es nun, einen Bus zur Grenzstadt nach China, Mong Cai, zu finden. Wir radelten zum Busbahnhof und am Schalter sagte eine nette Dame, dass in 40 Minuten ein Bus kommt, der uns mitnimmt. Juhu, das klappt ja gut!

Nach 45 Minuten kam dann unser Minibus, in den wir erstmal unsere Fahrräder und Taschen verstauen mussten. Mit abgebauten Vorderrädern ging alles rein und los ging es. Wir waren Passagiere 9 und 10 im 10-Sitzer, also war eigentlich mit uns voll. Später stiegen noch 4 Personen ein, kein Problem! So saßen wir auf der Rückbank eben zu viert und es gab noch Hocker zwischen den Sitzen. Der “Busbegleiter” saß zwischendrin auch auf dem Boden. Aber die Fahrt ging nur 1,5 Stunden und manche stiegen schon früher aus.

Und dann waren wir schon in Mong Cai, kurz vor China! Hier tranken wir unseren letzten vietnamesischen Eismilchtee und checkten in einem Hotel auf der anderen Straßenseite der Grenze ein. Als wir dort ankamen, sah uns ein junger vietnamesischer Radfahrer, Duc, der uns zum Abendessen in sein Restaurant um die Ecke einlud. Wir tätigten noch den letzten Einkauf in Vietnam und gingen dann abends zum Restaurant “Hana”, wo Duc gerade mit seiner Familie beim Abendessen saß und wir mitessen durften. Der Tisch war voll mit verschiedenem Fleisch, Meeresfrüchten, Muscheln, Hühnerfüßen, Salat, Bambusherzen und wir wurden freundlich eingeladen, von allem zu probieren. Und dann kamen noch weitere Teller mit gemischtem Reis, Nudeln und ein großer Topf, in dem Fisch gemischt mit Gemüse und Ananas war. Die Familie aß gar nicht so viel und wir konnten auch nicht so viel essen, es war auf jeden Fall genug da… Wir durften nichts bezahlen, sondern sollten eine gute Online-Bewertung für das noch neue Restaurant abgeben.


Nebenan feierten ein paar Mädels den Geburtstag von einem Mädel mit kleinem Feuerwerk und es wurde ein vietnamesisches Geburtstagslied gespielt.
Später verabschiedeten wir uns und gingen das letzte Mal in Vietnam und am Pazifik schlafen.
Am 29.5. wollten wir morgens um 7 Uhr an der Grenze sein, wenn sie aufmacht – wie hunderte Chines*innen auch… Also warteten wir lieber ne halbe Stunde draußen, als uns in die drängelnden Schlangen von Chines*innen zu begeben. Nach ner halben Stunde wurden wir von Grenzbeamten begrüßt und dann an der Schlange vorbei durch die *Priority*-Tür gelassen, yes! Einmal alle Taschen durch den Scanner und da waren wir auch schon raus aus Vietnam. Wir schoben unsere Fahrräder über die Brücke über den Grenzfluss. Auf der chinesischen Seite gab es auch eine extra Reihe für Nicht-Chines*innen, in der nur 3 Menschen standen, im Vergleich zu etwa 300 Chines*innen an den anderen 8 Schaltern… Unsere Pässe wurden für etwa 20 Minuten von uns genommen und geprüft. Dann wurde am Schalter vergeblich der China-Stempel unseres letzten China-Aufenthaltes in unseren Pässen gesucht. Das Gruppenvisum hatten wir nur auf einem Blatt Papier gehabt, das uns bei der Ausreise aus China wieder abgenommen wurde und so hatten wir keinen Stempel im Reisepass. Aber wir zeigten den Beamten ein Foto des Gruppenvisums und sie schienen zu verstehen und ließen uns einreisen. Da sind wir nun das zweite Mal im Mai 2024 in China, wer hätte das gedacht?
Dieses Mal sind wir ohne Visum nach China eingereist, denn von Dezember 2023 bis Dezember 2025 dürfen Menschen aus 12 Ländern, unter anderen Deutschland, ohne Visum für 15 Tage nach China einreisen. Dann ein zweites Mal alle Taschen durch den Scanner, aber keine Befragung, keine Taschendurchsuchung und wir waren wieder in China. Das erste Land auf unserer Reise, das wir ein zweites Mal besuchen, wenn auch beide Male vor allem mit dem Zug. Und schon war es vertraut, wenn man manches “schon kennt”, wie das Geräusch bzw. der Lautsprecher, wenn manche Fahrzeuge rückwärts fahren, um andere zu warnen…
Wir hatten noch einiges auf der hopefully-to-do-Liste für heute, also fuhren wir erstmal zu einem Telefonanbieterladen, um unsere SIM-Karte wieder zu aktivieren, auf dem Weg hoben wir Geld ab und fanden eine Bäckerei, wo wir süße Brötchen kauften. Und dann machten wir uns auf die Suche nach einem Busbahnhof, um im besten Fall einen Bus nach Nanning zu finden, etwa 300 Kilometer nördlich. Der Busbahnhof, den wir gleich fanden, wurde wohl nicht mehr genutzt, an der Tür hing ein Vorhängeschloss. Also ging die Suche weiter und als wir noch vor dem zweiten Busbahnhof anhielten und ein paar Frauen, die uns helfen wollten, “Nanning” zuriefen, zeigten sie auf einen Bus, der schon an der Straße stand. Wir bedankten uns bei den Frauen und fuhren schnell zu dem Reisebus, dessen Fahrer uns für 23 Euro mit unseren Fahrrädern mitnahm. Schnell eingeladen und los ging es mit dem klimatisierten Bus für etwa 3 Stunden nach Nanning!

Dort angekommen, standen noch mehr to-dos an. Wir radelten 10 Kilometer zu einem Hotel in der Nähe des Bahnhofs. Als wir fast dort angekommen waren, sprach uns ein deutsches Paar auf unsere Fahrräder an. Es stellte sich heraus, dass wir mit den beiden schon in Kontakt waren, um uns über die Reise durch China auszutauschen. Wir quatschten ein bisschen und sagten: “Bis hoffentlich bald im Westen Chinas”… Wir checkten also im Hotel ein und dann hieß es: Taschen umpacken, denn wir mussten die Räder ja wieder verschicken, und dieses Mal wollten wir ein paar Taschen mitschicken. Nach dem Umpacken fuhren wir also mit den Fahrrädern und insgesamt nur 5 Taschen zum Bahnhof, suchten den Gepäckschalter und gaben unsere Fahrräder und die Taschen, die alle zusammen in einen Sack gepackt wurden, auf. Dann liefen wir zurück, kauften noch viel Obst auf dem Rückweg und konnten zurück im Hotel endlich den Zug buchen. Wohin? Nach Urumqi, im Westen Chinas. Als auch das erledigt war, waren wir richtig glücklich, dass wir heute alles auf unserer To-do Liste geschafft hatten! Vieles lag ja nicht an uns, aber alles und alle haben uns heute geholfen und es lief einfach gut. Jetzt hieß es noch zu hoffen, dass die Fahrräder nicht zu lange nach Urumqi brauchen, es wurde “eine Woche” gesagt. Abends checkten wir noch die chinesischen Speisekarten ums Hotel herum ab und suchten uns Gemüse mit Reis aus.



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