(104) 4800 Kilometer wie im Zug

Am 31.5. fuhr unser Zug um 8:02 Uhr am Bahnhof in Nanning los. Wir konnten von unserem Hotel mit den übrigen 5 Taschen zum Bahnhof laufen, durch den Security-Check und dann in der Wartehalle auf unseren ersten Zug warten. Dies war ein Schnellzug, der uns in etwa 5 Stunden nach Kunming brachte. Hier konnten wir noch ein bisschen aus dem Fenster schauen und die Bananen-, Zuckerrohr-, Mais- und Reisfelder sehen.

Reisfelder vor den grünen Hügeln, ein gewohntes Bild in den letzten 4 Wochen.


In Kunming hatten wir 2 Stunden, bis der Nachtzug, der uns nach Urumqi im Nordwesten Chinas bringen sollte, losfuhr.

Hinter uns bildet sich schon die Schlange zum Bahnsteig

Um 15 Uhr, 20 Minuten vor Abfahrt, wurde das „Gate“ aufgemacht und wir konnten auf den Bahnsteig gehen. Auf diesem war auf dem Boden die Wagennummer aufgedruckt, sodass wir direkt wussten, wo unser Wagen 5 halten wird. Bei der Buchung konnten wir keine Plätze aussuchen, wir waren aber mit unseren oberen Plätzen mitten im Wagen zufrieden. Oben sieht man zwar wenig bis gar nicht aus dem Fenster, es ist ein kleiner gymnastischer Akt, ganz hochzuklettern und man kann da oben wirklich nicht sitzen. Aber dafür gibt es oben extra Platz für Gepäck oder Füße, man hat seine Ruhe und kann alles überblicken.

So gemütlich hatten wir es im Zug


Für die nächsten 38 Stunden, also die Dauer der Fahrt, verließen wir unsere Betten eigentlich nur, um zu essen, aufs Klo zu gehen und unsere Zähne zu putzen.

Es gibt natürlich Nudelsuppe, heißes Wasser gibt es nämlich im Zug gratis!
Hinten tauchen schon die ersten höheren Berge auf, vorne wächst auch Salat, das rote in den Folien ist die Drachenzunge 🐲
Und als wir mal wieder etwas aßen, sah die Landschaft so aus, nicht mehr viel Grünes, dafür schneebedeckte Berge!

Eine Frau unter uns tippte oft fleißig etwas in ihren Laptop, was sie in einem Buch nachlas. Immer wieder, zum Glück nicht zu oft, kamen Verkäufer vorbei, die mit lauter Stimme direkt vor unserem “Abteil” dem ganzen Wagen ihre Ware anpriesen. Vor allem um halb 10 abends fanden wir das nicht so nett.

Die Obst-Verkäuferin war nicht so nervig, die war so schnell wieder weg, wie sie gekommen war

Wir lasen, hörten Hörbuch, dösten und schliefen und brachten so die Zeit gut rum.

Am 1.6. kamen wir morgens um 6:15 Uhr pünktlich in Urumqi an.

Guten Morgen Urumqi!

Dann fuhren wir mit nem Taxi zu dem Hotel, wo schon Anna Lena und Julian warteten, zwei Radreisende, die wir kurz in Nanning getroffen hatten und den Zug hierher zwei Tage vor uns genommen hatten. Uns fällt wieder auf, wie sauber, ordentlich und leise es hier in China im Vergleich zu den anderen Gegenden, die wir in der letzten Zeit besucht haben, ist.

Mit den beiden gingen wir nachmittags noch auf den internationalen Basar in der Stadt, denn die Temperaturen sind hier endlich angenehm, dass man auch raus will 😀

„Es gibt hier einen Aussichtsturm und eine Moschee“, die Namen dürft ihr euch selbst ausdenken
Der internationale Basar war ziemlich touristisch aufgemacht, war also nicht  wirklich etwas für uns
Dort gab es auch eine Menge zu essen, dies war aber eigentlich nur Fleisch. Schön sah es hier trotzdem aus
Wir trafen einen chinesischen Englischlehrer auf einem Fahrrad, der uns eine Straße, in der es allerhand zu Essen gibt, empfohl. Dort mussten wir natürlich hin. Hier gibt’s Kuchen, mmmhhh!
Auf dem Rückweg liefen wir noch durch den Park, wo sich die Menschen im Grünen erholten
Und dann war da plötzlich alles voll mit Fahrgeschäften und Familien

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