(105) Tschüss Eiskönig!

In Urumqi verbrachten wir noch einen Tag, gingen nochmal in der Stadt bummeln, kauften eine große Menge Zimt und liefen nochmal durch den Park. Am 5. Juni checkten wir aus dem Hotel aus und fuhren zum Busbahnhof. Dort suchten wir einen Bus nach Ili und ein junger Mann dort nahm sich viel Zeit, um die Fahrt für uns zu organisieren. Wir durften schon mittags ganz in Ruhe die Fahrräder in unseren Bus, der abends fuhr, einladen.

Hier gingen wir auf dem Busparkplatz zu unserem Bus, um unsere Fahrräder einzuladen

Dann warteten wir noch drei Stunden am Busbahnhof, aßen Nudelsuppe und abends ging es mit dem Nachtbus los nach Ily.

Hier sitzen wir noch unseren Betten im gemütlichen Nachtbus

Wir kamen am 6. Juni morgens um kurz nach 7 mit dem Bus in Ili an. Zum Glück sind die Straßen in China sehr gut und die Busfahrt verlief dementsprechend ruhig. An einer für uns günstigen Stelle ließ der Busfahrer uns raus. Wir bauten alles wieder zusammen und fuhren knapp zwei Kilometer durch die Stadt.

Morgens schlief die ganze Stadt noch, nur der Eiskönig war schon wach ⛄

Und da stand dann plötzlich einfach Maik vor uns. Was haben wir uns gefreut!
Wir haben dieses Treffen natürlich vorher ausgemacht, freuten uns trotzdem mega, die beiden nun zum dritten Mal auf unserer Reise zu treffen und mit ihnen ab jetzt erstmal weiterzuradeln. Maik zeigte uns das Hotel, wo die beiden schon eine Nacht waren und wir erstmal frühstückten. Leider ging es Hannah nicht so gut, also war klar, dass wir noch mindestens eine Nacht in Ili bleiben. Wir wollten auch in diesem Hotel bleiben, leider war das Zimmer extrem zugeraucht und wir mussten etwas mit dem Hotelpersonal diskutieren, um unser Geld zurückzubekommen, obwohl wir noch nichts im Zimmer angerührt hatten. Irgendwann hatten die Menschen dann ein Einsehen und wir konnten uns auf die Suche nach einer Alternative machen. Etwa einen Kilometer weiter gab es ein Hotel an derselben Straße. Dort bekamen wir ein Zimmer, welches nicht nach Rauch roch. Den Nachmittag verbrachten wir damit, neue Pedale für Simon zu besorgen, weil seine mittlerweile sehr laut knackten und sehr wahrscheinlich nicht zu reparieren waren. Lustigerweise machten wir die neuen Pedale an Karins Fahrrad und Simon bekam Karins alte Pedale. Somit sollte sich das Knacken bei Simon ja auch erledigt haben.

Kaffee trinken und Karten spielen waren wir auch noch

Ansonsten kauften wir noch ein und gingen Abends in einer schön hergerichteten Fußgängerzone mit Fressständen, Eisdielen und Souvenirläden bummeln und essen. Und wir genossen es, wieder mit Hannah und Maik zu quatschen. Abends gingen wir schlafen und verabredeten uns für den nächsten Morgen, um weiterzuradeln.



Nachdem wir ausgeschlafen hatten, ging es am 7. Juni gemeinsam los nach Westen. Wir genossen das gute Wetter und das gemeinsame Radfahren.

Juhu, wieder zu viert unterwegs! Erstmal raus aus der Stadt!

Komischerweise knackte es an Simons Fahrrad auch mit den neuen alten Pedalen. Karin konnte mit den neuen Pedalen fast wie auf Wolken fahren. Wir kamen etwa 2 Kilometer weit in Ili, bis Maik neben einem Shoppingcenter einen Platten hatte. Er flickte ihn, während Simon nochmal die Pedale genau anschaute und das Tretlager fettete. Danach war das Knacken weg und wir fragten uns, ob die alten Pedale von Simon doch noch gut gewesen wären…

Was wohl die Ursache für den Platten war?

Maik merkte inzwischen, dass es seiner Verdauung nicht so wirklich gut ging, aber er wollte trotzdem weiterfahren. Wir kamen 11 Kilometer weit, bis Maik wieder einen Platten hatte und wir in einem Feldweg erstmal wieder nach dem Loch und dessen Ursache suchten und flickten. Die Ursache konnten wir leider nicht ausmachen. Wir versuchten aber, den Schlauch so gut wie möglich vor neuen Löchern zu schützen.
Mittags kochten wir uns Nudelsuppe im Park einer Geisterstadt. Die Stadt ist wohl gerade erst gebaut worden und langsam werden wohl die Menschen auch dorthin ziehen. Der Park war aber super schön angelegt und so machten wir noch etwas Mittagsruhe im Schatten. Dann ging es wieder einige Kilometer weiter, bis Maiks Hinterrad wieder platt war. Also flickten wir nochmal, wobei Maiks Laune nicht mehr die beste war… Unsere Laune war weiterhin gut 🙂 😊

Eine neue Ecke, an der wir verweilen…

Am Abend kamen wir in eine überraschend große Stadt, die aber leider nur relativ teure Hotels hatte. Nach etwas Verhandeln kam uns ein Hotelbesitzer sehr entgegen und gab uns ca. 30 Prozent Rabatt. Abends gingen wir noch Nudeln essen, zum Nachtisch gab es noch ein letztes Eis in China und dann ging es ins Bett.


Am 8.6. gab es im Hotel ein großes Frühstücksbuffet. Wir futterten uns durch. Dann ging es wieder los, bis nach Khorgos, einer Grenzstadt an der chinesisch – kasachischen Grenze. Wir hatten wieder bestes Wetter und sogar etwas Rückenwind. Den ganzen Tag konnten wir auf annähernd menschenleeren Straßen fahren, eine war für 10 Kilometer noch nicht für den Verkehr freigegeben, weil auf ca. 10 Meter Länge gebaut wurde, wir konnten es sehr genießen.

Freie Bahn für uns!

Das Einzige, was die Freude etwas trübte, war, dass Maik weiterhin platte Reifen hatte. An diesem Tag waren es ca. 5 auf den ersten 30 Kilometern. Wir suchten weiter nach der Ursache, platzierten einen zerschnittenen, alten Schlauch als zusätzliches Felgenband und auf der Innenseite des Mantels. Das Ganze half leider nicht richtig, irgendwann meinte Hannah, dass wir mal versuchen sollten, die Reifenheber weniger zu nutzen. Das brachte die positive Wende. Leider wird das Problem wieder kommen, falls Maik wieder einen Platten haben sollte, weil der Mantel extrem eng auf der Felge sitzt und allein mit den Händen nicht zu montieren ist.


Die letzten Kilometer liefen also ungewohnt reibungslos und wir kamen gut bei einem Hotel an, das wir uns schon zuvor rausgesucht hatten. Gegenüber konnten wir sehr lecker essen gehen. Zurück im Hotel ging es schnell ins Bett, um am nächsten Morgen fit für den Grenzübergang zu sein.



Morgens frühstückten wir am 9.6. Haferflocken mit Bananen. Dann ging es ab zur Grenze nach Kasachstan. Heute sollten wir etwa 25 Kilometer Umweg aus unterschiedlichen Gründen machen…
Wir fuhren erstmal die direkte Straße nach Westen zur Grenze, aber dann war der Weg zur Grenze aus unerfindlichen Gründen durch einen Zaun versperrt und wir mussten ca. 10 Kilometer Umweg fahren. An der Grenze lief es sehr einfach und nach weniger als einer Stunde waren wir in Kasachstan.

Selfie in Kasachstan

Dort hatten wir Rückenwind und so fuhren wir auf einer echt guten Straße und weiterhin ohne Verkehr die ersten 30 Kilometer durch Land Nummer 18 auf dieser Reise.

Wenig Verkehr, gute Straßen und Rückenwind, was will man mehr?
Hannah und Karin düsen dahin

Leider verpassten wir dabei eine Ausfahrt (es gab weder ein Schild noch eine asphaltierte Straße als Abzweig) und so mussten wir halt nochmal ca. 15 Kilometer Umweg fahren, um nach Zharkent zu kommen. Wir wollten aber dorthin, um kasachisches Geld (Tenge) zu bekommen und noch etwas für die nächsten Mahlzeiten zu kaufen. Außerdem gab es dort einen Fahrradladen und wir wollten versuchen, für Maik einen passenden 28-Zoll Schlauch als Ersatz für eventuelle Platten zu besorgen. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie seine aktuellen Schläuche mittlerweile aussehen.
Wir machten kurz vor dem Supermarkt des Ortes Pause und in der Viertelstunde bekamen wir von Einheimischen Eis und Limonade geschenkt. Die Menschen hier in Kasachstan sind bisher super freundlich und wir fühlen uns hier wohl.
Nach unserer Pause fuhren wir zu einem Fluss, der kurz hinter dem Ort lag, um dort zu zelten. Da Sonntag war, fanden auch sehr viele Einheimische ihren Weg dorthin.

Hier am Fluss war einiges los

Wir fanden trotzdem einen Platz, der uns gefiel, und bauten erstmal ein Moskitonetz auf und machten es uns darunter gemütlich. Zwischendurch kam einer der “Nachbarn” vorbei und brachte uns etwas Essen, das freute uns sehr! Als es ruhiger wurde, bauten wir unsere Zelte auf, kochten und gingen mit Einbruch der Dunkelheit schlafen.

2 Antworten zu „(105) Tschüss Eiskönig!”.

  1. So spannend angeteasert, aber dann doch nicht aufgelöst. Meine brennende Frage: Wozu die ganze Menge Zimt, die ihr Urumqi gekauft habt?

    Freue mich sehr zu lesen, dass ihr mit der neuen Umgebung und Wetter wieder mehr Spaß an der Fahrt habt 🙂

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    1. Avatar von fahrradfahrenfetzt
      fahrradfahrenfetzt

      Die ganze Menge Zimt, oder zumindest, das was wir davon schaffen, zu essen, kommt in unser morgendliches Porridge, das mit Banane, Äpfeln oder Aprikosen UND Zimt verfeinert wird.
      Wir wollten erst eine kleinere Menge kaufen, aber die 200 Gramm haben nur etwa 1,20 € gekostet, dann haben wir alles genommen. 🙂

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