Das Hostel war wirklich super schön und wir verbrachten den ganzen Samstag im großen Aufenthaltsraum mit Küche damit, Sachen zu organisieren wie Jacke flicken, Taschenmesser suchen, Hörbücher und Ebooks hin- und herschieben und anderem Zeugs. Außerdem genossen wir ein ausgiebiges Frühstück, Kaffee am Nachmittag und Spätzle zum Abendessen.
Am Sonntag, den 16.6. hieß es Abschied nehmen von dem schönen Hostel. Heute war Opferfest im Islam und die Hostelbesitzerin erzählte uns, dass sie ein großes Fest mit ihrer Familie im Hostel feiern wird.

Die Straße aus der Stadt raus war sehr schön, es ging bergab, der Asphalt war gut und es fühlte sich an, als würde man durch ein Dorf, nicht die viertgrößte Stadt Kirgisistans, fahren.
Dann jedoch wurde die Straße blöd, der Asphalt war voller Löcher, die Straße war eng und es fuhren viele Autos, weshalb wir oft auf den Seitenstreifen ausweichen mussten, der aber nur aus unbefestigtem Schotter bestand.

Wir fahren am See Issik Kul entlang und sehen schneebedeckte Berge hinterm See und auf der anderen Seite wieder samtgrüne Hügel vor höheren Bergen. In der Mittagspause besuchen uns Pferde und Kühe in unserem Wäldchen, wo wir Vermicelli kochten. Mittags wurden die Straßenverhältnisse nur leicht besser, aber wir schafften es doch mit Hörbüchern und Musik dort anzukommen, wo wir wollten. Ein Wäldchen am See, mit viel Platz für unsere Zelte und ein kleines Lagerfeuer. Karin war heute ziemlich müde und ging bald schlafen. Maik und Simon saßen noch eine Weile am Lagerfeuer.

Es war die ganze Nacht sehr angenehm still, wir konnten richtig gut schlafen und wurden vom Maik, der im Porridgetopf rührte, geweckt. Nach dem Frühstück gings wieder auf unsere Straße, die heute größtenteils aus Baustellen bestand. So mussten wir uns die enge Baustellenspur mit den Auto-, LKW-, Minibus- und Transporterfahrern teilen.

Es ging zwischen dem See Issik Kul und den Bergen entlang. Wir waren heute alle vier etwas müde, deshalb machten wir ein paar mehr kleinere Pausen.

Nachmittags hofften wir, dass uns ein Cappuccino von der Tankstelle wieder Energie gibt und tatsächlich waren die letzten 15 Kilometer leichter zu radeln. Nachdem wir noch kurz eine Pferderennbahn besichtigt hatten, fanden wir auch schon einen Platz fast am See für die Zelte.
Hier kochten wir Nudeln mit Linsenbolognese und dann gingen wir beide noch im See Issik Kul schwimmen und fanden es richtig cool!


Am Dienstag wurden wir wieder mit Porridge und Kaffee geweckt und radelten wieder zur Straße. Heute konnten wir froh sein, denn es gab keine Baustellen mehr und die Straße war meistens zweispurig, sodass die Autofahrer uns mit weitem Abstand überholen konnten. Es rollte sehr gut und wir fuhren heute durch einige Dörfer.

Am Straßenrand leuchteten uns oft die roten Sauerkirschen an den Bäumen entgegen. An einigen Ständen an der Straße gab es geräucherten Fisch und aufgefädelte Süßkirschen. Der Himmel sieht seit einigen Tagen oft nach großem Gewitter aus, und so war es auch heute mittag wieder. Als die ersten Tropfen fielen, beschlossen wir, an der Bushaltestelle am internationalen Flughafen Issyk Kul Mittagspause zu machen. Wie so oft, blieb das Gewitter aber aus und wir konnten trocken Pause machen und weiter radeln. Wir kauften in einem Dorfladen noch Essen und Wasser fürs Abendessen und den nächsten Tag, denn wir hatten entschieden, eine Tag am schönen See Pause zu machen und den See besser genießen zu können. Wann ist man schonmal am Issyk Kul in Kirgisistan??
Auf den letzten 5 Kilometern zu unserem ausgesuchten Platz zwischen Büschen am Sandstrand am See kam uns jedoch heftigster Gegenwind entgegen. Wir schleppten uns die letzten Kilometer voran und waren froh, als wir endlich zum See abbiegen konnten und einen tollen Platz für die Zelte und Lagerfeuer direkt am See fanden. Hier gingen wir erstmal alle baden und der Wind trocknete uns wieder. Dann wurde der Wind aber schnell schwächer und wir konnten unsere Zelte aufbauen und bei Salzseewellenrauschen lesen und ausruhen. Abends kochten wir Reis mit leckerer Tomaten-Paprika-Sauce und ließen den Tag am Lagerfeuer ausklingen.



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