(115) Durch den litauischen Wald

Wir blieben noch eine Nacht im Hostel in Vilnius, trafen uns aber schon am Dienstagabend mit Tomas und Igna auf ein Getränk.

Hier in einer rooftop-Bar unterhielten wir uns eine Weile mit Blick über Vilnius

Die beiden hatten wir auf warmshowers angeschrieben, sie hatten ab Mittwoch Platz für uns. So checkten wir am Mittwoch im Hostel aus und trugen unsere Taschen in die zum Glück nicht weit entfernte, richtig schöne Wohnung von Tomas und Igna und den drei Katzen.

Der Kater Sonic versteckt sich gerne unter Tüchern oder ähnlichem

So hatten wir eine sehr schöne Zeit mit unseren hosts, in Vilnius und mit den Katzen. Am Donnerstag kochten wir Spätzle mit Spinat und saßen noch eine Weile auf dem Balkon. Kurz vor Schließung des Fahrradladens bekamen wir die Nachricht, dass unsere Fahrräder fertig seien.



Am Freitag, den 2.8. wachten wir kurz bevor der Fahrradladen aufmachte auf und gingen direkt unsere Fahrräder abholen. Auf dem Weg zu unseren lieben warmshowers hosts merkte Simon, dass er nur noch 13 seiner 14 Gänge gingen. Wir versuchten mindestens ne halbe Stunde, den 14. Gang wiederzufinden, aber es wollte nicht klappen. Wir frühstückten erstmal mit unserem host und streichelten die Katzen nochmal, bevor wir alles zusammenpacken und nochmal beim Fahrradladen vorbeifahren. Dort durften wir nicht zusehen, wie der Mechaniker den Gang, “der irgendwo im Schaltzug hing”, wieder aktivierte. Aber danach konnten wir aus Vilnius rausradeln. Es ging noch eine Weile auf großen Straßen durch die Stadt, bevor wir mitten im Wald radelten.

So ging es laaaange durch den Wald

Die Straßen waren hier etwas eng, sodass wir uns zweimal über Fahrschulen freuten, die die einzigen waren, die ordentlich hinter uns fuhren und warteten, bis genug Platz neben uns zum Überholen war. Den restlichen Tag fuhren wir über kleinere Straßen mitten durch den Nadelwald. Die Laugenwecken und die Brezeln, die wir noch in Vilnius gekauft hatten, verspeisten wir auf einem Bänkchen nachmittags. Wir durften heute bei Jan-Phillip, Luka und Veas, ihrem Sohn, in ihrem Garten auf ihrem Grundstück mitten im Wald (neben etwa 4 anderen Häusern, von denen nur 2 bewohnt sind), über warmshowers schlafen.

Das war das Nachbarhaus


Die Familie liebt es, in der Natur zu sein und lebt wirklich sehr schön dort. Wir aßen typisch litauisch gekochten Buchweizen mit Gemüse zu Abend und gingen auch schon bald in der Gartenhütte schlafen.


Am Samstag, den 3.8. gab es leckeres Müsli-Frühstück auf der Terrasse, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Heute ging es den ganzen Tag nur durch den Wald. Mittags kamen wir durch eine Kleinstadt, wo wir im Supermarkt einkauften, bevor es direkt wieder durch den Wald ging. Wir fuhren am Fluss entlang, auf dem heute viele Menschen Kanu fahren. Deswegen kam uns immer wieder Bullis mit Anhängern mit oder ohne Kanus entgegen.

Warum kann man, wenn man einen SUV fährt, auf dieser Straße eigentlich nicht auf den Schotter ausweichen und langsamer werden??


Wir machten Pause auf einer Bank mit Tisch, von denen es hier im Wald am Straßenrand immer wieder welche gab. Es waren auch Leute unterwegs, die Beeren und Pfifferlinge sammelten. Abends steuerten wir einen kostenlosen Zeltplatz am Fluss mit überdachten Tischen an. Dort war bereits eine litauische Familie mit Freunden. Wir fragten, ob es okay sei, wenn wir auch hier zelten. Sie meinten, ja klar, wenn uns ihre Musik nicht störe. Wir fanden es ganz schön, mal wieder etwas Campingplatz-Stimmung zu haben. Karin ging noch mit den Enten im Fluss schwimmen, dann gab es Abendessen und wir genossen es, ohne Mücken im Zelt zu liegen.

Hier im Fluss kamen immer mal wieder Menschen in Kanus vorbei



Das war wohl die Nacht, in der wir am öftesten draußen zum Pinkeln waren, Simon war zweimal und Karin auch. Die Nachbarn hatten noch eine Weile ihre Musik laufen, aber das störte uns nicht. Am Morgen des 4. Augusts war wieder bestes Wetter, sodass es ab 9 Uhr zu warm im Zelt wurde und wir uns fürs Frühstück unters Dach setzten. Dann wurde wieder alles eingepackt und weiter ging es durch die Wälder. Heute war die Straße sogar etwas hügelig, es ging durch bewaldete Dünen, der Boden war überall sehr sandig. Deswegen wollten wir auch nicht auf Waldwegen fahren, sondern lieber auf der Straße.

… Wenn die „Straßen“ nicht so sind wie hier


Nachmittags machten wir in einem kleine Dorf Pause, wo Katzenhäuser standen und da kam auch schon eine Frau mit einem Hund vorbei und erklärte uns in ihrer Sprache, dass sie sich um die Katzen kümmert und um den Hund…

Hier wohnen mindestens 5 Katzen im Sommer


Kurz danach waren wir auch schon an unserem heutigen Ziel angekommen: Ein toller kostenloser Campingplatz mit Steg direkt in den See. Hier gingen wir schwimmen, kochten Nudeln, machten ein kleines Lagerfeuer und genossen die Ruhe (als der Kocher dann aus war).

Hinterlasse einen Kommentar