(116) Bekannte Gesichter in Polen

Am Morgen des 5.8. regnete es noch etwas aufs Zelt, darum blieben wir noch etwas liegen, bevor wir in einer der Hütten am See Frühstück machten und es mit Blick auf den See genossen. Heute hatten wir nur noch etwa 10 Kilometer bis nach Polen. Nach etwa 7 Kilometern wurde die schöne Straße zur Schotterpiste und dann waren wir schon an der Grenze zu Polen, dem 24. Land auf unserer Radreise!

Tak, auf nach Polen 🇵🇱

Auf einem der ersten Schilder, die wir sehen, stand “Uwaga!”, also “Achtung!”, ein Wort, das wir in der Gärtnerei schon oft von unseren polnischen Kollegen gehört hatten.

Bald wurde der Schotterweg zum Glück wieder zur Straße und auf dieser war um einiges mehr los als die letzten Tagen in Litauen. In der ersten Stadt kauften wir in einem Supermarkt ein, in dem auch einiges los war… Hier bezahlen wir mit Karte, weil wir noch keine Złoty organisiert hatten.

Heute ist es angenehm kühl und wir können schön durch Wälder und Felder fahren.

Es fing an zu schütten, aber wir waren zum Glück im halbwegs Trockenen. Naja, es tropfte durch die Bushaltestelle durch…

Für den Abend hat Simon uns wieder einen See ausgesucht. Wir sind erst am Parkplatz, wo uns zu viel los ist und radelten dann noch ein Stück um den See, um einen tollen, ruhigen Platz etwas erhöht mit Blick auf den See zu haben.

So schee am See!

Baden konnten wir natürlich auch. Und gekocht wurde an einem der Tische. Abends kam noch eine Familie vorbei, um etwas Beachvolleyball auf dem Feld daneben zu spielen. Wir waren schon im Zelt und schliefen bald ein.

Gestern hatten wir gar nicht gemerkt, dass wir wieder eine Stunde geschenkt bekommen hatten und jetzt wieder die gleiche Uhrzeit wie Deutschland haben. Am Dienstag, den 6.8. nutzten wir diese Stunde aber, um an dem schönen Platz noch etwas zu verweilen und den Tag gemütlich zu starten. In Polen haben wir uns gemütliche Touren vorgenommen, da wir ein Treffen am Ende des Monats geplant haben und uns noch viel Zeit und nicht so viele Kilometer bleiben.

Wir fuhren also um 11 Uhr los und radelten weiter durch Felder, Dörfer und Wälder. Irgendwie war die Motivation heute teilweise bei uns beiden nicht so hoch, vielleicht kann uns mal jemand mit so nem Applaus anfeuern?

Heute war Tag der Radler: Wir machten eine kleine Pause mit alkoholfreiem Radler auf dem Radweg. Und als wir endlich den schönsten Platz am See neben einem polnischen Ehepaar mit ihrem Camper gefunden hatten, gab’s noch ein Radler am See. Zuvor waren wir etwas im Wald rumgefahren, um einen Platz zu finden. Es waren überall Pfadfinder unterwegs, die bei einem Pfadfinderlager nicht weit von uns waren. Bei einer Station direkt neben uns mussten die Kinder einen Ast zersägen, einen Nagel in einen Ast hämmern und mit dem Spaten buddeln.

Wir gingen noch im Sonnenuntergang baden und kochten leckere Nudeln mit Roter Bete und Feta.

Es ist super, in Polen von einem tollen Platz am See zum nächsten zu radeln!

Am 7.8. wachten wir mit einem immer noch wunderschönen Blick über den See auf und machten erstmal gemütlich Frühstück.

Morgens drehte eine Schwanenfamilie ihre Runde auf dem ruhigen See

Dann machten wir uns langsam wieder auf den Weg. Wir fuhren wieder über enge Straßen bis nach Giżycko, einem sehr touristischen Ort in der masurischen Seenplatte, wo man Segelboote mieten, Krimskrams kaufen und Waffeln (Gofry) essen kann.

So, wo soll es als nächstes hingehen?

Wir machten dort Mittagspause und schauten uns das bunte Treiben zwischen Kramständen, Strand und Riesenrad an. Dann ging es genau zur richtigen Zeit weiter, denn wir konnten gerade noch sehen, wie die Brücke, über die wir auf dem Radweg fahren wollten, von zwei Jugendlichen zu gekurbelt wurde.

Wir warteten brav vor der Brücke, bis sie für oder vor uns aufmachte

Der Radweg war noch etwa einen Kilometer neben der Straße, dann mussten wir wieder die enge Straße mit den Autos und LKWs teilen.

Was für ne schöne Straße…

An den Rändern waren auch noch Spurrillen von den LKWs. Irgendwann tauchte aus dem Nichts ein Fahrradweg vor einem Dorf auf. Dann kam ein übertrieben großer Zebrastreifen mit Schildern, die auf Radfahrer aufmerksam machen sollten im Dorf und direkt danach war der Radweg wieder vorbei. Man fragt sich wirklich, wer Radwege entwickelt!?! Auf jeden Fall Menschen, die selbst nie Rad fahren und denken, dass sich Radfahrer einfach hin und wieder auflösen.

So geht es uns oft, dass der Fahrradweg einfach aufhört 😡

Als wir nachmittags keine Lust mehr auf Radfahren auf der Straße hatten, suchten wir uns einen Platz zum Zelten im Wald und fanden eine verlassene Hütte mit Grillstelle. Aufgrund einer Mückenplage versteckten wir uns aber schnell im Zelt.

Am Morgen des 8.8. waren nicht wirklich weniger Mücken unterwegs, also packten wir schnell zusammen und fuhren in die nächste Stadt, um dort zu frühstücken. Wir hatten Glück und es gab sogar Brezeln für uns! Wir frühstückten in einem Park, bevor es auch heute auf sogenannten Radwegen weiter ging.

Hauptsache, es gibt einen großen Radparkplatz in einem Dorf, aber für uns keinen passenden Radweg

Dann war ein Radweg angeschrieben, aber der bestand aus Erde, Pfützen und schlechtesten Pflastersteinen.

Diesen Weg hätten wir mal besser nicht genommen

So kamen wir aber an einer Bushaltestelle vorbei, wo wir während eines Regenschauers im Trockenen Mittagessen konnten. Und kurz danach waren wir auch schon an unserem heutigen Ziel angekommen: in Bartoszyce. Hier leben Michał und Anna, ehemalige Kolleg*innen aus der Ulenburg und wir dürfen ein paar Tage mit ihnen verbringen. Inzwischen haben sie eine 2 jährige, sehr süße Tochter, Julia. Das sind seit Wien die ersten Menschen, die wir schon vor unserer Radtour kannten und jetzt auf der Radtour treffen. Wir freuen uns riesig!

Mit Anna, Michał und Julia verbringen wir zwei richtig tolle Tage in der Stadt Bartoszyce und in Wäldchen am Stadtrand

Extra damit wir polnisch lernen, schauen wir uns polnische Kindervideos an. Wir haben Ohrwürmer von „Banany – nany nany…“  Am 10. August mussten wir uns von Anna, Michał und Julia verabschieden und es ging weiter, um noch mehr Kollegen aus der Ulenburg zu treffen. Dafür radelten wir heute nur etwa 35 Kilometer, ließen uns aber gemütlich Zeit dafür. Wir waren ja auch schon früh auf den Beinen, denn Julia war um 6 Uhr wach und wir damit auch… 🥱

Bei unserer gemütlichen Tour heute nahmen wir uns auch Zeit, Störche zu fotografieren…
… und neugierige Kühe…
… und natürlich ein Blick auf den See. Dieser ist direkt auf dem Grundstück der Familie unserer Kollegen, die uns hierhin eingeladen haben. Hier kann man auch Urlaub machen, hat jemand Interesse?

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