Wir blieben zwei Nächte bei der Familie von zwei unserer Gärtnereikolleg*innen Aron und Lucyna uns fühlten uns ein bisschen wie im Urlaub. Es gab sehr leckeres Essen, (zu?) viel Kaffee, ein ganzes Himbeerfeld, einen Ausflug in den Wald, in eine Burg und zum Spielplatz mit Eis, gute Gespräche, Zeit mit Lucyna und Arons Enkel*innen und auch Zeit für uns.

Es war schwer, uns zu verabschieden, aber wir wissen ja, dass wir ein paar von ihnen wiedersehen werden. Wir machten uns also am Montag, den 12.8. Nach einem riesigen, leckeren Frühstück und nach den Abschiedsfotos wieder auf den Weg. Wir waren gestern schon einen Teil der Strecke von heute mit Aron im Auto gefahren und der Waldweg, der auch als Fahrradweg markiert war, sah ganz gut aus. Heute war uns jedoch ein Grinder zuvorgekommen, der den Weg zur Sandpiste für uns gemacht hatte.

Zum Glück holten wir ihn bald ein und konnten auf dem alten, schönen Weg durch den Wald radeln.

“No ned hudla” (schwäbisch) hatten wir uns für heute gedacht und einen kostenlosen Platz am See mit Strand, Tretbootverleih und Toiletten ausgesucht. Dort waren auch Parkplätze für Camper, also stellten wir einfach abends unser Zelt daneben.

Den Nachmittag genossen wir am See und als es halbwegs dunkel war, gingen wir schlafen.
Nachts hing der Nebel am See, aber morgens wurde es doch bald warm im Zelt. Wir frühstückten noch Porridge, und als das Zelt getrocknet war, ging es wieder los. Heute sollte es viel durch den Wald, an Seen vorbei und vor allem viel hoch und runter durch Dünen im Wald gehen. Um 12:20 Uhr kamen wir an einem überdachten Tisch mit Bänken vorbei, der wie gemacht für unsere Mittagspause war. Während wir belegte Brote aßen, kam ein Mann, der nebenan wohnte, vorbei und erzählte auf Englisch, dass er im Winter LKW Fahrer ist und hier seine Sommer gern verbringt. Dann ging es für uns weiter auf Waldwegen bis an einen weiteren See, an dem Menschen angeln und wir unser Zelt aufstellen.


Wir kochten noch Abendessen, spazierten am See entlang und gingen schlafen.

Am Morgen des 14.8. sahen wir, dass nachts neben uns noch ein Camper und ein Auto mit Zelt angekommen waren. So packten wir alle zusammen und wir trafen kurz danach die eine Familie mit dem Camper beim LIDL nebenan wieder, wo wir erstmal noch Brezeln fürs zweite Frühstück kauften. Diese aßen wir in einem kleinen Park nebenan, der auch als Verkehrsübungsplatz für Fahrrad fahrende Kinder dient. Wir haben uns da drinnen nicht an das Stoppschild gehalten 😛

Gut gestärkt fuhren wir also los in Richtung Küste, denn heute sollte es endlich wieder an die Ostsee gehen!

Als wir gerade durch die Stadt Elbląg fuhren, sahen wir einen voll bepackten Radfahrer, der unser Interesse weckte. Wir sprachen ihn an und fragten ihn, wo er hinfahre. Er ist auf dem Weg nach Ostpolen, also genau entgegengesetzt zu unserer Richtung.

Da wir uns noch etwas unterhalten wollten, und er schon ein Restaurant mit Mittagstisch ausgeguckt hatte, gingen wir mit ihm zu Mittag essen. Es gab richtig leckere Pilzsuppe und vegetarischen Burger mit Pommes. Mariusz ist Englischlehrer und hat schon viele Radreisen gemacht. Außerdem hat er immer ein Motto für seine Reisen. Dieses Mal befragt er Menschen, was sie seinem Sohn, der bald 18 wird, fürs Erwachsenwerden für einen Ratschlag geben. Mariusz freute sich sehr, mal Langzeitrandreisende zu treffen, denen er sonst nur in den sozialen Medien folgt. Und wir freuten uns, wieder einen Radreisenden zu treffen, der vieles zu erzählen hat. Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns und fuhren weiter in Richtung Meer.

Die Autos mit Dachbox und Fahrrädern auf den Autos wurden mehr, wir waren also nicht mehr weit vom Meer. Wir gingen in unserem Zielort noch im “biedronka”, dem Laden, der “Marienkäfer“ 🐞 heißt, einkaufen, wo mal wieder einiges los war. Und dann waren wir schon beim unserem ausgesuchten Campingplatz “181”, der im Wald lag und wo wir ganz oben, mit Blick auf fast den ganzen Campingplatz und einem kleinen Stück Meer, einen super Platz für unser Zelt fanden. Hier wollten wir ein bisschen Pause am Meer mit Campingplatz-Idylle machen. Am Strand war ziemlich viel los, sodass wir lieber nur kurz im Meer schwammen und ansonsten auf dem ruhigen Campingplatz Urlaub machten.

Am 15.8. wollten wir einkaufen gehen, aber die Supermärkte hatten einfach zu. Wir fanden später auch heraus, warum: Mariä Himmelfahrt ist hier wohl ein Feiertag. Aber wir hatten ja genug Vorräte, sodass wir nicht verhungern mussten. Am nächsten Tag gingen wir endlich mal Gofry essen. Karin suchte sich die Waffel mit Sahne aus, sodass ihr danach etwas schlecht war von dem ganzen Berg Sahne da drauf 😕. Aber lecker war sie!


Am Tag darauf ging es über schöne, aber auch viel befahrene Radwege bis nach Danzig.

Dort können wir über warmshowers wohnen und die Stadt anschauen, denn sie ist ziemlich schön!



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