Erstmal muss es hier eine Ode an den Duschbrocken geben, den Max uns mitgebracht hat! Der Duschbrocken (es gibt mindestens vier: Toni Zitroni, Frieda Früchtchen, Carlos Cocos und Maxi Minze) schäumt super, riecht richtig gut und ist genial zu transportieren. Wir hatten noch Vorrat bis Indien und seitdem haben wir ihn sehr vermisst! Jetzt haben wir ihn wieder dabei und sind sehr froh darüber!

Danke an Bella, wo wir im 8. Stock mit unseren Fahrrädern verweilen durften.

Max kam in Danzig an, damit war er der erste Freund, der es wahr machte, mit uns zu fahren. Wir freuen uns sehr auf die Fahrt mit Max!
Wer ist eigentlich Max? M.Sc. Max Zinnbauer ist „Wissenschaftler“¹ am Thünen- Institut im „Fachinstitut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen“¹ und ist Ansprechperson unter anderen für das Thema: „Klimawandel an der […] Ostseeküste – wie passt sich die Landwirtschaft an?“¹ Und außerdem Karins ehemaliger Mitbewohner in Stuttgart-Möhringen. Das Zusammen wohnen war super, nun wollen wir mal sehen, wie das zusammen reisen wird 😜
Am Morgen gehen wir erstmal richtig lecker frühstücken in einem Hotel in der Innenstadt, wo es leckeres Buffet gibt.

Richtig vollgefuttert ging es also los.

Max navigierte uns aus Danzig raus und auf dem Eurovelo 10 an der Küste entlang.

Am Rande Danzigs fuhren wir an touristischen Straßen vorbei, und dann mit kleinen Schlenkern durch den Wald, dort wurde der Weg immer schmaler und welliger, wir hatten teilweise Spaß, über die Wurzeln und die sandigen Stellen zu fahren.


Als es Zeit für eine Mittagspause war, fanden wir einen Fahrradparkplatz am Radweg, wo wir unser Vesper auspacken und verzehrten.

Abends kamen wir an einem Campingplatz an, wo nichts los war und wir eine große Auswahl eines Zeltplatzes hatten. So baute Max sein Zelt auf und wir beide unseres. Dann wollten wir erstmal noch in die Ostsee hüpfen, diese lag etwa 100 Treppenstufen tiefer direkt neben dem Campingplatz. Im Wasser waren Quallen, darum wolten wir nicht sooo lange im Wasser bleiben. Endlich konnten wir mit Toni (dem Duschbrocken) duschen. Wir hatten den Duschbrocken wirklich vermisst! Zum Abendessen kochten wir leckere Nudeln mit Pesto.

Dazu bzw. danach gab es noch alkoholfreie Radler bzw. Bier, was hier in Polen und jetzt auch bei Karin sehr beliebt ist.

Nach dem Zähneputzen schauten wir von oben noch aufs Meer, hörten dem Meeresrauschen zu und gingen bald schlafen.
Max war schon um 7 Uhr wach, um kurz vor 8 kamen Karin und Simon dann auch aus dem Zelt, als Max sein Zelt schon abgebaut hatte. Wir frühstückten Porridge und Schwarztee und machten uns bereit für unseren zweiten Radeltag zu dritt.

Den Vormittag fuhren wir viel durch leere Wälder, auf meistens guten Wegen.

Immer wieder wurden wir plötzlich in Touristenzentren mit tausend Menschen und noch mehr Verkaufsständen, die Badetiere, Strandmatten, Hüte, Strandmode, Schmuck, Eis, Waffeln und anderen Krimskrams verkaufen, ausgespuckt.
Mittagessen kauften wir in einem Dorfladen, und aßen im Wald an einem Tisch mit Bänken. Das war gut, fanden wir alle drei. Weiter ging es durch den Wald, immer wieder auf dem Eurovelo 10, bis dieser irgendwann auf eine Sandpiste im Wald führte. Wir schoben unsere drei Fahrräder durch den Sand und suchten dann lieber richtigere Straßen aus.

Teilweise konnten wir uns über Radwege an Straßen freuen! Max war mit seinem gravelbike und nur 2 Taschen schneller (?) unterwegs, vor allem bergauf, aber er fuhr dann immer wieder langsam, bis wir wieder aufgeholt hatten. Für den Abend hatten wir uns eine Wandererschutzhütte an einem kleinen See im Wald ausgesucht, wo wohl schon andere Radfahrer*innen in der Vergangenheit gezeltet hatten. Wir kamen dort also nach genau 100 Kilometern an, bauten unser Zelt neben der Hütte auf und machten mit dem Kocher Wasser für die Pierogi heiß, die wir im Supermarkt gekauft hatten.

Dann kam ein Mann in seinem Auto vorbei, der uns auf polnisch erklärte, dass wir hier kein Feuer machen dürfen und dass die Zelte nicht links von der Hütte (im eingezäunten Bereich) stehen dürfen, sondern nur rechts daneben auf dem Parkplatz (keine 20 Meter Meter weiter) und dass das alles dort auf der Tafel stünde (auf polnisch).

Er fuhr dann wieder weg, wir bauten die Zelte auf den Parkplatz und kochten ganz vorsichtig unsere Pierogi zu Ende und aßen sie mit Sauerrahm. Der „Ranger“ fuhr abends nochmal vorbei, stieg aber nicht mehr aus dem Auto aus. Das war das erste Mal auf unserer Reise, dass wir von einem uns ausgesuchten Platz mit dem Zelt verwiesen wurden. Naja, wir putzen noch unsere Zähne und verkrochen uns im Zelt.
Der nächste Tag stand unter dem Motto: „Der Neue hat Schmerzen“ (…und will trotzdem lieber Umwege am Meer entlang durch Sand fahren anstatt auf der Straße)

Morgens fuhr der „Ranger“ schon einmal an den Zelten vorbei, als wir noch gemütlich drin lagen und einmal als wir die Zelte schon abgebaut hatten. Wir fuhren also erstmal 10 Kilometer bis ins nächste Dorf, wo wir im Park neben einem Laden frühstückten. Für Max gab es an einer Tankstelle noch einen Cappuccino.


Wir sind zwischen einem Binnensee und dem Meer geradelt, da war der Weg mal wieder teilweise sandig.

Karin hat unterwegs Max’ tolle Sport- und GPS-Uhr mit dem Dynamo geladen, dabei wurde der Tacho gestört und zeichnete nicht mehr auf. Aber wenn sie die Uhr etwas in der Lenkertasche drehte, ging der Tacho wieder…
Im Aldi haben wir Laugenknoten, Brot und Hummus fürs Mittagessen gekauft und auf einem Spielplatz gegessen.

Am Abend steuerten wir den Campingplatz „quiet Camping“ an, wo man aber die Straße hörte. Wir nutzten wieder die Dusche mit Toni und kochten dann leckeres Curry mit Reis. Es war schon dunkel, als wir essen konnten, darum weiß keiner so genau, wie das Essen aussah, aber es war lecker. Danach gingen wir sauber und satt schlafen.
Am Morgen des 30.8. wurde es uns um 8 Uhr zu warm im Zelt, Max’ Zelt stand noch im Schatten der Hecke und er konnte dadurch noch etwas länger schlafen. Wir machten Frühstück auf der Palettensitzgruppe, die mit Polstern ziemlich gemütlich war. Dann ging es los, heute sollte es wieder an die Küste gehen. Aber nicht nur wir waren an der Küste. Wir fuhren wieder abwechselnd durch leere Wälder und volle Fußgängerzonen (mit Radwegen).


Dazwischen glng es natürlich auch durch Felder und Dörfer. Dann fing es plötzlich an zu regnen, wir kramten unsere Regenjacken hervor und stellten uns auf einem mit Sollarkollektoren überdachten Parkplatz unter.
Max war kaum zu bremsen und nach etwa 45 Kilometern machten wir endlich Mittagspause direkt am Radweg, wo manche Radfahrende uns freundlich “Smaznego” (Guten Appetit) zuriefen. Da wir dort ja nicht ewig bleiben konnten, ging es weiter auf dem Radweg an der Küste entlang, am Meer, Cafés und einem Riesenrad vorbei. Wir machten eine kurze Pause an einer ruhigen Stelle, um die starken Wellen im Meer zu beobachten.

Je näher wir an die Stadt Kołobrzeg (Kolberg) kamen, desto mehr war auf dem Radweg los. Da Max ja immer noch nicht zu bremsen war, wurden alle anderen Radfahrenden überholt. Wir wollten ja noch Waffeln essen bzw. Kaffee trinken, was wir dann in einem Café nahe des Strandes taten. Dann waren wir auch schon in Kołobrzeg, wo wir über warmshowers ein Gartenhäuschen gefunden haben, wo wir zwei Nächte bleiben durften. Dort wurden wir abends mit einem Lagerfeuer mit Maciej, seiner Frau, ihrer Gasttochter aus Brasilien und einem weiterem Radler aus der Schweiz empfangen. Wir grillen vegetarische Würstchen und unterhielten uns übers Radreisen, Ziele und die Welt.
Den Pausentag nutzten wir, um…


…eine Waffel und Kaffee zu genießen, neue Schuhe für Max zu finden, und…

¹ Quelle: https://www.thuenen.de/de/fachinstitute/laendliche-raeume/lebensverhaeltnisse-in-laendlichen-raeumen/personal/wissenschaftliches-personal/zinnbauer-maximilian-m-sc , entnommen am 1.9.24, 17:10 Uhr


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