Am 4.9. fuhren wir morgens nicht mit Dans Van, sondern mit unseren schönen Fahrrädern bei Dan zuhause los. Erstmal ging es mit dem Fahrrad durch Stettin, wo wir nochmal an der neuen Filharmonie und anderen Sehenswürdigkeiten vorbeikamen.

Dann ging es noch die letzten Kilometer durch Polen, vorbei an unserem letzten biedronka-Supermarkt, wo wir unsere letzten Słoty ausgaben. Leider vergaßen wir die zwei bereits bezahlten alkoholfreien Radler im Laden… Das merkten wir erst, als wir schon die Grenze zu Deutschland passiert hatten.

Direkt nach der Grenze grüßte uns ein Polizist mit einem einfachen „Hallo“ und es war so neu, in unserer Muttersprache begrüßt zu werden. Es gibt gute Radwege, die durch den Wald führen. Wenn die Straße flach ist, führt der Radweg jedoch über einige Hügel und durch Kurven, die für uns nicht nötig gewesen wären. Auch ist gefühlt der Radweg der beste Ort, um Straßenschilder und Laternenmasten drauf zu stellen und der Bordstein ist halt auch nicht immer abgesenkt auf den Fahrradwegen… Der Rückenwind ist super, aber bei über 30 Grad kühlt er einfach nicht…

Wir können unsere deutschen Bankkarten wieder verwenden. Einkaufen! Deutsche Produkte und Lebkuchen! Und fällt irgendwie auf, dass wir weniger Müll sehen, als wir sonst auf der Welt gesehen haben.
Außerdem lernten wir Autokennzeichen, die wir vorher nie gesehen hatten: VG, PW und UM (Vorpommern-Greifswald, Pasewalk und Uckermark).
Für den Abend hatten wir uns ein warmshowers-Gastgeberpaar irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern gesucht und nach einem letzten Hügel auch gut gefunden. Es war ein sehr schönes altes Bauernhaus. Im Garten wohnen Hühner, Enten und Schafe und wir bekamen ein Gästezimmer. Wir durften mit Hagen draußen essen und nach einem netten Plausch ging es schlafen. Es war für uns etwas eigenartig, mit Gastgebern wieder deutsch reden zu können…

Morgens am Donnerstag, den 5.9. konnten wir gemütlich frühstücken im Haus unserer Warmshowers hosts.

Dann radelten wir langsam los, und es ging leicht bergauf. Beim Erklimmen von Mecklenburg-Vorpommerns höchsten Bergen, den Helpter Bergen mit ganzen 179 m, ging Simons Pedal kaputt und lag plötzlich neben dem Fahrrad…

Zum Glück ging es von dieser Erhebung erstmal bergab bis zum nächsten Dorf, wo wir vor einer Autowerkstatt mit einem 8er Inbus unsere Ersatzpedale einbauen, die wir ja schon seit Wien dabei hatten und nun echt brauchten.

Wir wollten heute die Gemüsegärtnerei Watzkendorf besuchen und uns von Max Liebrich alles zeigen lassen. Das hat uns sehr gefallen! Wir sind 3 Stunden dort geblieben, bekamen eine Führung über die Felder und fuhren um 16 Uhr weiter.

Wenige Kilometer weiter machten wir Päuschen, aßen Laugenstangen mit Hummus und frischen Tomaten und Gurken aus der Gärtnerei. Dann sahen wir, dass es gut wäre, heute noch 40 Kilometer bis zu einem Campingplatz zu machen, also hieß es: ranhalten. Der Fahrradweg führte uns sehr schön durch die Wälder, aber leider ständig auf und ab und sehr kurvig.

Abends erreichten wir den Campingplatz um kurz nach 8, dann stellten wir schnell das Zelt auf, kochten und aßen im Dunkeln und gingen im Zelt schlafen.
Am 6.9. schliefen wir morgens aus, auf dem Campingplatz war schon einiges um uns los. Wir machten Frühstück und fuhren dann los, es ging über Hügelchen rauf und runter. Auf dem direkten Weg nach Wittstock-Dosse war eine Straße gesperrt. Zum Glück waren wir gerade an einer Tourist-Info vorbeigeradelt und konnten dort nachfragen, wie es mit der “ Sperrung im Sperrgebiet”, durch das “ehemalige Bombodrom” aussieht. Die nette Dame erklärte uns, dass wir da ohne Probleme durchfahren können, nur am Ende einen kleinen Umweg fahren müssen. Das gefiel uns sehr gut, vor allem weil wir so über einen schnurgeraden Fahrradweg fahren durften, der einmal einen anderen Fahrradweg kreuzte.

In der Stadt trafen wir vorm Laden ein vollbepacktes Radlerpaar, die unterwegs zu einem Festival waren. Dann machten wir Mittagspause im Park, und fuhren dann weiter, erst auf einem Fahrradweg, der dann natürlich irgendwann aufhörte, dann ging es auf einer Bundesstraße mit glücklicherweise wenig Verkehr weiter bis Pritzwalk, wo heute Abend “Herbstleuchten” mit Bands und Aktionen in der Stadt war. Wir haben von den Festivalradlern eine neue Plattform empfohlen bekommen: “onenitetent”, hier fanden wir einen super Ort, wo wir in einem schönen Garten unterm Storchennest mit Hunden und Katzen und Außendusche unser Zelt gratis aufstellen durften! Nach einer kalten Dusche draußen und leckerem Abendessen mit Tomaten von den Nachbarn ging es schon wieder im Dunkeln schlafen. Wir bekamen noch Besuch von der Katze im Zelt.

Morgens am 7.9. machte sich Simon dran, Karins Tretlager säubern, das gestern ein Orchester an Geräuschen machte.

Mit einem stilleren Tretlager fuhren wir dann los, es ging viel durch den brandenburgischen Wald.

Für die Mittagspause gingen wir in einem großen Edeka-zentum einkaufen und waren überwältigt von der Produktauswahl!
Es fuhren einige Maistransporter an uns vorbei, wir feiern Radkultur und kommen abends in Depekolk mitten in Sachsen-Anhalt bei warmshowers-Gastgebern an.

Wir suchten uns den schönsten Platz im Garten für unser Zelt und vesperten noch mit unseren Hosts, während wir über Tandem-und Radreisen redeten.



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