(123) Endspurt

Am Dienstagmorgen frühstückten wir leckeres Do-it-yourself-Müsli mit Max, da Eva schon weg war und Anna noch schlief. Als Max zur Arbeit fing, machten wir uns auch langsam auf den Weg zum Bahnhof, denn heute ging es mit dem Zug nach Vaihingen an der Enz.

Mit Schloss Kaltenstein im Hintergrund machten wir an der Enz eine kleine Pause
Dann ging es noch einige Male bergab und bergauf durch die Gegend

In Iptingen trafen wir schon einen Teil der Familie, die etwas beeindruckt waren, dass wir jetzt quasi aus Vietnam hierher gekommen waren.

Auch den letzten Berg zu Karins Schwester nach Hause radelten wir hoch

In Iptingen blieben wir zwei Nächte, waren mitten im Alltag der Familie und auch dabei bei der Beisetzung, sowie beim Ernten und Essen der Tomaten im Garten.

Am Donnerstag, den 19.9. machten wir uns nach einem zweiten Frühstück mit den Fahrrädern auf den Weg in Richtung Stuttgart. Ab jetzt konnten und wollten wir den Rest radeln. Die Fahrradwegschilder zeigten uns oft nur den Weg in Richtung Stuttgart, aber nicht die noch fehlenden Kilometer. Kurz vor Stuttgart ging es noch einen Berg rauf, denn später sollten wir ja fühlen, dass es nach Stuttgart in den Kessel ganz schön weit hinunter ging. Zwischendurch verschwand der Radweg immer wieder, aber wir sagten uns immer wieder, dass uns das in dieser Autostadt Stuttgart nicht zu ärgern/ wundern braucht. Schade eigentlich!

Bevor wir runterrollen, schauen wir lieber nochmal auf die Karte, um nicht falsch zu fahren
Nix los im Kessel…

Und dann waren wir schon im Stuttgarter Kessel bei Hannah Schradi, einer guten Freundin aus Schulzeiten von Karin, und ihrem Verlobten Jan. Mit Hannah gingen wir im Viertel Tee trinken und einkaufen und kochten abends leckere gefüllte Zucchini.

Am Freitag kam noch Jonas Schradi, der Bruder von Max Schradi und Hannah Schradi zum Frühstück, und wie immer bei Schradis gab es lustige Unterhaltungen beim Frühstück!

Jonas, Simon, Karin, Hannah und Jan (v.l.n.r.) genießen das Frühstück

Nach dem Frühstück radelte Jonas noch ein Stückchen mit uns durch den Kessel.

Vorletzter Radtag – Start in der Silberburgstraße mitten in Stuttgart. Hannah wünscht uns eine gute Fahrt!!! 🚲
Es gibt ja DOCH Fahrradstraßen in Stuttgart. Wir danken, dem „local“ Jonas, dass er uns die gezeigt hat

Jonas verließ uns beim Erwin-Schöttle-Platz. Dann ging es für uns wieder aus dem Stuttgarter Kessel raus nach oben in Richtung Hohenheim, der Uni, wo wir beide den Bachelor studiert haben und uns kennengelernt haben. Dafür ging es durch Sonnenberg, wo die Steigung kurz über 10 Prozent war.

Der Ortsteil „Sonnenberg“ hat seinen Namen zurecht, denn es ging ganz schön steil hinauf

Wir fuhren von Möhringen nach Hohenheim, die Strecke, die Karin damals eine Weile lang fast täglich mit dem Fahrrad gefahren ist und liefen an der Mensa vorbei zum Hohenheimer Schloss. Da kamen nostalgische Gefühle bei uns auf, vor 9 Jahren haben wir hier so viel Zeit an der Uni, im Bodeninstitut, in der Mensa und in der Cafete verbracht.

Es war total schön, hier nach langer Zeit mal wieder zu sein. Links im Hintergrund ist das Institut für Bodenkunde

Von dort fuhren wir runter nach Plieningen und weiter am Flughafen vorbei.

Das hinter dem Kohlfeld ist ein Ernteband, kein Flugzeug

Weiter ging es über die Filderebene durch die Dörfer in Richtung Schwäbische Alb.
Hier durften wir unsere letzte Nacht auf Reisen in Bad Urach bei Tante und Onkel von den Schradis, die aber nicht Schradi heißen, verbringen.
Wir freuten uns, Andrea, Stefan und ihre Tochter Clara zu sehen und mit ihnen den Abend bei gutem Vesper, Kürbissuppe und gemütlich auf dem Sofa zu verbringen. Mit ihnen fingen wir schon langsam an, die Reise Revue passieren zu lassen, was sich so langsam komisch anfühlte.

Am Samstag, dem 21.9.24 sollte der letzte Tag unserer Radreise beginnen, an Tag Nummer 541. Es gab Croissants und Wecken zum Frühstück und spontan entschied sich Stefan, mit uns bis auf die Alb zu radeln.

Tschüß und Danke euch dreien! Im Hintergrund grüßt Hohenurach

Stefan kommt aus Bad Urach, kennt die Radwege drumherum sehr gut und konnte uns unterwegs einiges über die Stadt und die Region erzählen. Außerdem fuhr er voraus auf dem Radweg, der auf die Alb “eben hinauf” führt. Ganz so “eben” fühlte es sich mit unseren Taschen immer noch nicht an, aber die Strecke bis nach Münsingen war wirklich sehr schön.

So schön ist es an der schwäbischen Alb! Hier der Ermsursprung


Als wir aus dem Tal heraus auf die freie Fläche kamen, meinte Simon: „Das sieht hier ja aus wie auf der Alb”, worauf Karin erwiderte: „Das könnte daran liegen, dass es die schwäbische Alb ist!”
Dort verabschiedete sich Stefan von uns und meinte, ab hier lässt er uns mit unseren Gedanken ans Ende der Reise allein.

Diese Einladung konnten wir nicht ausschlagen

Nach dem Päuschen auf der Bank ging es nochmal einen Hügel hoch, um dann nach Münsingen reinzurollen. Im Friedwald Münsingen besuchten wir Karins Vater, der bestimmt immer gesehen hat, wo wir mit unseren Fahrrädern unterwegs waren.


Beim Friedwald hielten wir inne und machten eine Mittagspause. Danach fuhren wir weiter über die schwäbische Alb durch die Dörfer und ein letztes Mal mit Musik an den Feldern vorbei und wurden langsam aufgeregt und wehmütig.

Mir fahret glei „von Dr Alb ra“

Im letzten Dorf auf der Alb vor Schelklingen wollten wir noch eine kleine Pause machen, denn wir hatten ja geplant, um 16 Uhr bei Karin zuhause auf den Hof zu rollen.

Mmmh, naturtrübes Streuobst-Apfelschorle vom „Saftladen“ unseres Vertrauens

Daher machten wir eine Pause hier vor einem ehemaligen Bauernhof, wo wir uns mit einer Apfelschorle erfrischten.
Kurz vor 16 Uhr setzten wir uns also das letzte Mal auf unsere treuen Begleiter und radelten die letzten 7 Kilometer und 230 Höhenmeter hinab bis nach Schelklingen.

Schelklingen hielt bestes Wetter für unsere Ankunft bereit


Bei Karin zu Hause hatten sich ein paar Freund*innen versammelt, um mit den von Karins Mama ausgedruckten, auf der Reise gesammelten Flaggen zu winken, als wir auf den Hof radelten.

Was für eine schöne Begrüßung mit den Flaggen und Gejubel!
Da sind wir wieder, wo wir gestartet sind
Es gab Butterbrezeln, alkoholfreies Radler und Citrus-Ingwer-Schorle, mmmmmh. Gabi hat das Bild gemacht, deshalb ist sie leider nicht mit drauf.

Wir wurden freudig von allen begrüßt, umarmten alle und beantworteten die noch offenen Fragen, die hier aufm blog nicht beantwortet wurden.



Das ist nun wirklich das Ende der Reise nach 21411 Kilometern, 24 besuchten Ländern und 541 Tagen auf Reise.
Wir danken unseren Leser*innen und freuen uns, dass ihr uns auf unserer Reise begleitet habt!

Wir freuen uns sehr darauf, euch bald persönlich wiederzutreffen!

2 Antworten zu „(123) Endspurt“

  1. Welcome back :).

    Und bis ganz bald!

    Danke für die vielen ausführlichen schönen Berichte!

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    1. Avatar von fahrradfahrenfetzt
      fahrradfahrenfetzt

      Danke fürs Lesen und Kommentieren!
      Ja, ich freu mich aufs Wiedersehen!

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