(18) Erreichen wir das Schwarze Meer?

Die letzten Tage gab es vor allem viel Landschaft, große Felder und Hügel hier in Rumänien zu sehen und erleben. Wir sahen oft riesige Felder mit Raps, Sonnenblumen und Getreide (vor allem Mais, Weizen und Gerste). Dazu sahen wir auch oft die großen Silos und die passenden Landmaschinen, also Traktoren mit Sämaschinen, Feldspritzen und Mähdrescher. Und immer wieder dazwischen sind ziemlich kleine Felder, die auch von kleineren Traktoren beackert werden. Wir schauen uns sehr gerne auf einer Satellitenkarte die Strecke an, die wir gefahren sind, da sieht man das ganz gut. Das könnt ihr übrigens auch auf unserem Blog unter „Route“ sehen. Dazwischen sahen wir auch oft Kirschplantagen und viel Weinbau, wobei wir uns gefragt haben, wer diesen ganzen Wein trinkt, der hier überall wächst…

Schöner Ausblick auf Weinreben und das Donautal

Was wir aber richtig cool finden, ist, dass viele Grundstücke, die wir so am Straßenrand gesehen haben, einen Bogen mit Weinreben haben, die im Sommer als Carport oder Pergolas dienen.

Wein-Reben als Beschattung und die Trauben wachsen einem direkt in den Mund 🙂

Und wir freuen uns auch immer wieder, wenn wir Gemüsegärtchen hinter oder vor dem Zaun, also am Straßenrand sehen.

Hier ein Kartoffelvorgarten in Ulmeni
Von Ulm nach Ulmeni in 40 Tagen 🙂

Was uns leider nicht so gut gefällt, ist, dass uns hier zu viel Müll herumliegt. Wir sehen ja viele Straßengräben, dort ist das manchmal echt erschreckend. Dadurch, dass das Leitungswasser wohl nicht immer und überall trinkbar ist, wird doch viel Wasser in Plastikflaschen gekauft; im Supermarkt wird man freundlich darauf hingewiesen, das Obst und Gemüse in Plastiktütchen zu verpacken und an der Kasse kriegt man auch noch ne Plastiktüte, um alles tragen zu können… Wir haben unseren Jutebeutel dafür. Was aber lustig war, war diese Plastikentsorgungsstation, die wir in einem Dorf gesehen haben. Die lädt doch richtig dazu ein, den Plastikmüll hier zu entsorgen. In anderen Orten gab es auch andere Mülltrennstationen…

Simon weiß, wie das mit der Mülltrennung geht 😉

Bei Călărași, ca. 170 km entfernt vom Schwarzen Meer, nahmen wir wieder eine kleine Fähre, um die Donau zu überqueren und südlich der Donau ostwärts Richtung Schwarzes Meer zu fahren.

Hier beim Ticketkauf für die Fähre, die im Hintergrund schon kommt, ein Fahrradticket kostet 2€

Um dorthin zu kommen, entschlossen wir uns, die große Straße zu verlassen, und lieber den Feldweg an einem kleinen Kanal entlang zu fahren. Simon rätselt immer noch, ob es ein Be- oder Entwässerungskanal ist ;-).

Joa, neben dem Weg ist auch ein Weg…
Wohin wird das Wasser kanalisiert?

Wir wollten gerne abends noch nahe an den Fähranleger kommen, um morgens relativ früh mit der Fähre übersetzen zu können. Unser Zelt stellten wir mit etwas Abstand neben dem Weg auf.

Dieser Zeltplatz wurde für gut befunden

Leider wurde der Feldweg immer schlechter. Vor allem morgens fuhren wir eher einstellige km/h-Werte, da immer wieder zu tiefe Rillen für Fahrräder, Fronttaschen und Pedale im Weg waren. Karin hat sich dann auch mal die Brennnesseln und das Klettenlabkraut neben dem Weg genauer angeschaut 😀

Hier war der Weg ja noch ganz okay 😛

Diese Fähre war etwas größer und es war nett, wie sich nach und nach unter den Mitreisenden herumsprach, dass wir von Deutschland bis hierher geradelt waren. Eine Oma empfahl (zum Spaß) ihrem Enkel, der ca. 3 Jahre alt war, das doch auch zu machen 😉

Die letzten 170 km bis zum Schwarzen Meer hatten wir natürlich weiterhin Gegenwind aus Osten, und dazu führten die Straßen meist für 1-5 Kilometer runter, wo man schon auf großen Teilen der Abfahrt sah, wo es direkt danach wieder für 1-5 Kilometer hinauf ging. Ja, und danach das Ganze nochmal! Das waren meist zwischen 30 und 80 Höhenmetern. Zum Glück merkt man bei 5 km/h den Gegenwind eh nicht mehr… Dabei gab es rechts uns links wieder weiter Felder zu sehen und wir passierten viele Dörfer.

Mal wieder ein (kleiner) Anstieg geschafft
…und wieder hinauf! Hier hat jemand ein Fahrrad hinter das Auto auf dem oberen Straßenschild gemalt. Wouhou, Fahrrad fahren fetzt!

Als wir ca. 86 km östlich des Schwarzen Meeres mal wieder oben auf einem Hügel waren, suchten wir uns einen Platz zum Kochen und Zelten mit schöner Aussicht. Dann mussten wir nur noch hoffen, dass wir die letzten Kilometer zum Schwarzen Meer an einem Tag schaffen und Mangalia erreichen. Wir ließen uns von komoot, einem Navigationsprogramm leiten. Jedoch weiß man nie, was man bei „losem Untergrund“ so für Wege bekommt.

Am Anfang war die Straße ja noch ganz okay, aber sie wurde immer schlechter,…
…bis irgendwann nichts mehr von der „Straße“ übrig war und wir Slalom um die Löcher fuhren, das war ganz lustig

Nach viel Geholper, schönen Feldwegen, tollen Ausblicken, weiten Feldern, wieder mal Hunden, die bellend neben uns her liefen und weiteren Feldwegen sahen wir endlich das Schwarze Meer am Horizont erscheinen. So kamen wir in Mangalia an und bleiben hier erstmal zwei Nächte in einem Zimmer mit Terrasse unter der Weinpergola und freuen uns, dass wir es schon bis hierher geschafft haben!

Es gibt auch wunderschöne Feldwege
Simon sucht am Navi den besten Weg nach Mangalia hinein und DA hinten am Horizont hab ich das Schwarze Meer entdeckt!
So schön hatten wir es in Mangalia

Am Montag, den 15.5.23 verlassen wir Rumänien im Südosten und fahren nach Bulgarien, wo wir teilweise am Schwarzen Meer entlang weiter nach Süden reisen…

Eine Antwort zu „(18) Erreichen wir das Schwarze Meer?”.

  1. Ich freue mich sehr, dass es euch gut geht und ihr gut drauf seid!
    Das ist ein süßes Foto von euch auf der Buckel-Schotter-Piste. 😍
    Bleibt behütet und schreibt schön weiter so interessante Berichte!
    Glg Gaby

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