Wir sind die vier einzigen Gäste beim Frühstücksbuffet, das uns heute aber nicht überzeugt. Die Toasts wurden getoastet und warmgehalten, dazu gibt es Spiegelei, Bacon, Pak Choi, Obst und Gemüse, Kaffee, Tee, Milch und Saft. Dann hatten wir noch etwas Zeit, bevor wir um 12 Uhr auschecken mussten, die nutzte Simon für nen Vormittagsschlaf. Nach 12 Uhr machten wir uns auf, DIE Sehenswürdigkeiten von Lhasa zu besichtigen.
Zuerst den Yokhang Tempel.


Er steht mitten in der Altstadt und wir sahen viele chinesische Frauen, die sich hier “ traditionell” schminken, frisieren und verkleiden lassen und sich dann an jeder schönen Ecke fotografieren lassen. Franzi und mir wurde das auch angeboten, wir lehnten aber ab. Um den Tempel kann man im Uhrzeigersinn herumlaufen und sich die schönen Häuser, in denen z.B. auch Pizza Hut und KFC sind, anschauen. Dann kauften wir uns noch Softeis, das es auch in grün mit Matchageschmack gibt.

Mit dem Eis liefen wir zu DER Sehenswürdigkeit von Lhasa, dem Potala Palast, der schon 1300 Jahre alt ist und über der Stadt thront.
Wir gingen durch den Park auf den Platz, von wo man den Potala Palast, der früher für den Präsident war und heute von Mönchen bewohnt wird, zu sehen.

Dann suchten wir Essen, heute Nudeln ohne Suppe, aber mit besonders viel Knoblauch. Die Nudeln wurden neben uns einzeln selbst gemacht.

Dann erkundeten wir noch einen großen Supermarkt, um Snacks für die 40-stündige Zugfahrt zu kaufen. Im Supermarkt gibt es spannende Sachen. Die Obst- und Gemüseabteilung faszinierte Simon, direkt daneben schwammen Fische und krabbeln Flusskrebse. In Plastik einfolierte einzelne Hühnerfüße waren auch besonders für uns. Wir kauften Eistee, Kekse und Brot und machten uns auf den Rückweg zum Hotel. Dort wurden wir um halb 5 von unserem Guide mit dem Busle abgeholt und zum Bahnhof gebracht.
Und dann fing wieder der Spaß an, die Fahrradtaschen durch die Kontrolle zu tragen. Die Bahnhöfe in China sind ähnlich wie Flughäfen, das Gepäck muss durch einen Scanner und selbst wird man auch auf Metall untersucht.
Leider hatte unser schönes Opinell-Messer, mit dem wir super Gemüse schneiden konnten, eine 2 cm zu lange Klinge. Dies fanden die Damen im Scanner und mussten es aussortieren 😥
Naja, dann ging es in die Wartehalle und kurz vor 19 Uhr zum Zug. Dort mussten wir erstmal verstehen, welches unsere Betten waren. Uns wurde von allen Ecken geholfen und schließlich waren wir und all unsere Taschen verräumt.

Wir waren alle vier in einem 6er Abteil, unter uns “wohnte” ein Ehepaar, vor allem die Frau war sehr motiviert, uns Sachen mitzuteilen. Dafür schrieb sie immer wieder Sätze auf ihren Notizblock und zeigte sie uns. Franzi schaffte es ab und zu, einen sinnvollen Satz aus ihrem Übersetzer rauszukriegen. Einer davon” Meine Tochter hat in der Schule Englisch gelernt” – wichtige Info!
Den Rest der Fahrt an diesem Tag verbrachten wir mit aus dem Fenster schauen, quatschen, Hörbuch hören und lesen. Kurz vor 22 Uhr kehrte Ruhe im Wagen ein, wir putzen unsere Zähne und schliefen ein.

Um 7 Uhr ging am 21.4. das Licht im Abteil direkt über Simons Kopf an, er drehte sich aber nochmal um, Karin schlief eh noch länger.
Irgendwann waren alle wach, das Ehepaar unten kannte gefühlt den ganzen Waggon, es kamen immer wieder Leute zum quatschen vorbei, unten konnte man ganz gemütlich sitzen. Manchmal fuhr ein Wagen mit Essen oder verpackten Obst und Gemüse vorbei, aber wir hatten ja genug dabei…
Da am Morgen die Toilette, die uns am nächsten war, geschlossen war, ging Karin zur 1. Klasse, wo Pflanzen in Töpfen bei der Toilette und den Waschbecken standen. Als sie wieder zurück wollte, war eine Durchgangstür zwischen der 1. und 2. Klasse verschlossen. Naja, dann wartete sie halt, bis eine Zugbegleiterin wieder aufschloss.
Dann hatten wir Lust, Karten zu spielen und gingen dafür ins Bordbistro und bestellten 4 Limonaden.

Nach zwei Runden “Yaneef” gingen wir wieder zurück zu unseren Betten, wo das Ehepaar unter uns am Aufräumen und Zusammenpacken war. Kurz danach hörten wir eine Durchsage, dass alle Passagiere den Zug wechseln müssen und dann erklärte eine Zugbegleiterin uns mit dem Handyübersetzer dass der andere Zug am selben Bahnsteig gegenüber steht und dass der Zug gleichwertig sei. Also packten wir auch schnell alles zusammen und freuten uns gar nicht, dass wir unerwartet alle Taschen schultern und in einen anderen Zug packen mussten. Aber eigentlich verlief der Wechsel ganz gut, wir konnten unsere neuen Betten beziehen und das Gepäck verstauen. Leider hatte der Zug zwischen den Abteilen ein Raucherbereich und wir liegen direkt daneben. Und natürlich müssen Raucher*innen, wenn sie die Möglichkeit haben, andauernd rauchen. Das Schlimmste war, dass durch die Lüftungsanlage direkt über unseren Köpfen die rauchige Luft rauskam. Wir machten etwas Stress, die Zugbegleiterin versuchte ganz freundlich, eine Lösung Zu finden, konnte aber nur anbieten, dass sie Raucher*innen bitten kann, die Durchgangstüren zu schließen oder woanders und weniger zu rauchen. Naja.
Dann gingen wir halt wieder ins Bordbistro aßen etwas und spielten wieder Karten, bis wir nett darauf hingewiesen wurden, dass wir uns jetzt wieder ausruhen gehen sollen. Alles klar, wir quatschten noch ne Runde und das Ehepaar unter uns fragte uns nach Präsidenten von verschiedenen Ländern. Der Mann legte seine Perücke auf den Perrückenhalter, wir putzen Zähne und versuchten, um 22 Uhr zu schlafen.

Am 22.4. ging das Licht schon sehr früh an, denn um 6:30 Uhr kamen wir schon in Chongqing an, wo wir den Zug wechseln mussten. Etwa eine Stunde vor Ankunft in Chongqing lief eine Zugbegleiterin durch den Zug und sagte wohl, dass man sich bereit zum Aussteigen machen sollte. Wir stellten all unsere Fahrradtaschen bereit und kamen pünktlich an. Am Bahnhof gingen wir direkt in die große Wartehalle für den nächsten Zug.

Unser zweiter Zug erinnerte uns außen und innen an einen deutschen ICE, soagr die Toiletten sahen so aus. Es waren nur alle Sitze (5 pro Reihe) nach vorne ausgerichtet, um so ein Gefühl wie im Flugzeug zu vermitteln.

Wir fuhren 5 Stunden mit teilweise 292 km/h nach Süden bis Kunming, dem Endbahnhof. Dort suchten wir uns erstmal ein Café mit Wlan, um nach einer Unterkunft zu suchen. Wir fanden ein günstiges Zimmer für uns vier und nahmen ein Taxi, weil wir unsere vielen Taschen nicht so weit tragen konnten.

Es war etwas schwierig, das Hotel im fünften Stock eines Hochhauses zu finden, aber wir schafften es dann doch und konnten für drei Nächte einchecken. Hier warteten wir auf unsere Fahrräder, die wenige Tage später in Kunming ankamen. Inzwischen probierten wir die Nudelsuppen in den Restaurants in der Nähe aus und bewunderten, was es in chinesischen Supermärkten und in der Markthalle so gibt.




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