Am Mittwoch, den 24.7. ginge es nach dem Pausentag am Meer wieder weiter für uns. Entspannt haben wir gefrühstückt, dann wurde schnell das Zelt abgebaut, ein leichter Schauer abgewartet und los ging es weiter nach Süden. Nach 10 Kilometern waren wir in Lettland, Land Nummer 22 auf dieser Reise.

Bald kam ein größerer Ort mit Supermarkt, da gab es viele deutsche Produkte, wir haben aber nur Brot, Gurken, Möhren und Käse gekauft. Das sollte unser Mittagessen werden. An der Tourist-Info – Mensch was für eine europäische Erfindung! – konnten wir noch unsere Wasserflaschen auffüllen. Dann ging es weiter und auch einen kurzen Teil durch den Wald, um nicht immer auf der großen Hauptstraße zu fahren. Der Waldweg wurde nach einem kurzen Stück leider zu einem Sandweg, wir hatten Glück im Unglück, da es kurz vorher geregnet hatte und der Sand dadurch etwas fester war. Mitten im Wald waren wieder viele Blaubeeren und wir machten ein Päuschen und pflückten Beeren, um unser Frühstück für morgen zu bereichern. Weiter ging es durch den Wald und nach 40 Kilometern machten wir Pause im Wald neben der Hauptstraße, aber sehr idyllisch.

Nachmittags fuhren wir noch etwa 30 Kilometer, dann kauften wir noch fürs Abendessen ein. Dann fuhren wir nur noch aus dem Ort raus und fanden einen guten Platz für uns und unser Zelt im Wald, direkt auf einem Waldweg umgeben von Blaubeeren. Wir sagten “Gute Nacht” nach über 90 Kilometern heute.
Zum Frühstück am 25.7. gab es natürlich Blaubeeren. Aber davor fuhren wir erst noch ein paar Kilometer durch den Wald, über die Gleise und an einen See, wo wir Porridge kochten und dies mit Blaubeeren verfeinerten.

Dann ging es weiter in Richtung Riga, teilweise durch den Wald, dann an hübschen Ferienhäusern vorbei, etwas auf der engen Hauptstraße entlang und schließlich auf Fahrradwegen in die Stadt rein. Unterwegs fanden wir einem Outdoorladen, wo wir Nahtabdichtungsmittel für unser Zelt kauften und waren kurz nach Mittag in einem Apartment, das wir mit einem französischen Radreisepaar gebucht hatten. Claire-Lise und Samuel waren noch unterwegs, als wir schon eincheckten. Erstmal duschten wir lange und legten ein paar Sachen zum Trocknen aus. Dann kauften wir im Laden nebenan Sachen für eine Brotzeit ein und starteten eine Waschmaschine! Was für ein Luxus, geduscht und mit gewaschenen Klamotten! Während eines Kaffees kamen Clarie-Lise und Samuel an und wir lernten uns erstmal kennen und tauschten uns über unsere Route aus. Die beiden sind auch komplett ohne Flugzeug bis an den Pazifik geradelt und auf dem Rückweg mit dem Zug durch Russland gefahren. Heute war ihr letzter Radltag, denn von Riga ging es für sie mit dem Bus zurück nach Frankreich. Nach noch einem Kaffee und ein bisschen Organisation und Duschen gingen wir los, um die Altstadt zu erkunden und zu Abend zu essen. Das war nicht so einfach, da viele Restaurants schon um 21 Uhr schlossen, wir aber erst um 21 Uhr loskamen, was sich noch gar nicht spät anfühlte, weil es ja noch hell war. Wir fanden ein indisches Restaurant, das leckere Gerichte nicht zu scharf machte und tauschten uns darüber aus, dass es natürlich möglich ist, ohne Flugzeug zu reisen und warum das nicht mehr Menschen machen.

Dann spazierten wir wieder nach Hause und gingen schlafen, die beiden mussten früh aufstehen, um ihren Bus zu kriegen.
Am Freitag, den 26.7. frühstückten wir und packten alles zusammen, verabschiedeten uns von den beiden und fuhren dann selbst mit den Fahrrädern los. Es ging eine Weile durch die Stadt und aus der Stadt raus, bis wir an einem LIDL vorbeikamen, aber wir waren sehr enttäuscht, weil er keine Brezeln hatte 😢 . Dann musste es wohl ohne Brezeln weitergehen, abwechselnd auf breiten, ruhigen Straßen und Fahrradwegen, wenn da welche waren. Wir machten Mittagspause in einem Park in einer Kleinstadt, wo es Bänke mit Grillstellen und Wasserhähnen gab. Nach der Pause navigierte uns unsere Routenplanungsapp über eine Straße, die als “Straße” gekennzeichnet war, aber meistens Schotter war.


Karins Hintern war von dem einen Tag Erholung auf dem Campingplatz an der estnischen Küste noch nicht erholt genug und tat besonders auf Schotterpiste weh… Wenigstens war die Landschaft sehr schön, die Getreidefelder sind teilweise erntereif und die Störche laufen durch die Felder und Wiesen.

Irgendwie schafften wir es über die Schotterpisten und kamen nach 80 Kilometern an einem kleinen Campingplatz an. Es war schon kurz nach 20 Uhr und die meisten anderen Camper waren schon dabei, Zähne zu putzen, während wir erstmal unser Zelt aufbauten, duschten und Nudeln kochten.
Dann ging es auch bald zwischen den Obstbäumen schlafen. Wir wussten, dass wir ausschlafen können, weil wir hier noch einen Tag unter den Obstbäumen ausruhen wollten



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